50 Shades of Grey-Blue – the Art of Oraganization

Kunstwerk bestehend aus 7 Bildern

Die oben angedeutet zitierte Story hätte auch ganz anders verlaufen können. Unsere Versinon ist kurz und knapp erzählt:

Er: „Ich bin ein Sadist.“ Sie: „Nein, danke.“ Ende.

Das wäre jedoch kein Bestseller und erst recht kein Kinofilm geworden. Zurück bleiben wir mit der Gewissheit, dass eine finanzielle Absicherung verbunden mit einer Traumhochzeit kein „Happy End“ darstellen. Unsere Lebenserfahrung flüstert uns zu: für beide Protagonisten nicht. Kurzfristige Glückserlebnisse verheißen keinen Lebenssinn, verdrehen jedoch vielen den Kopf.

Lange Abende verführen manchmal zum Glotzen. Machen wir das beste draus und reflektieren ein wenig. Der Name „Grey“ ist gut gewählt. Die Welt des reichen Herren ist grau. Erinnert fühlen wir uns an die „grauen Herren“ aus Michael Endes Roman „Momo“, 1973. Michael Ende beschreibt darin die Wirkung der grauen Eminenz vorzüglich. Deren Konsequenzen führt uns Michael Ende bestmöglich vor die Augen: die grauen Herren sind die Diebe unserer Zeit. Wenn wir Zeit als Lebenszeit interpretieren, dann berauben die grauen Herren uns unserer Lebendigkeit. Eine graue Welt bleibt grau, auch wenn sie in fünfzig Facetten beleuchtet wird.

Schwarz-Weiß-Erfolgshype

Auch ein binäres Denken – gut oder schlecht – macht es nicht besser. Da sind wir nur die schlechteren Maschinen. Schwarz-weiß-Malerei verkennt die bunte Schönheit des Lebens. Wenn ich mich nur auf einen Aspekt fokussiere, komme ich vielleicht ganz gut ans Ziel. Gleichzeitig vernachlässige ich die anderen Facetten. Das rächt sich, früher oder später. In Krisen gerne früher.

Kunstwerk besteht aus einer bunten Vielfalt

Das Leben ist bunt. In der Betriebswissenschaft hat es bereits etabliert. Es gehört nun auch in der Wirtschaft zum guten Ton. Sich nicht ausschließlich an Shareholder-Value zu orientieren, sondern auch die Stakeholder-Value mit einzubeziehen. Auf die ganz lange Sicht verbinden sich die Ökonomie mit der Ökologie sogar. Das gemeinsame Wortbestandteil „Öko“ lässt es erahnen. Im vergangenen Jahrtausend waren beide Begriffe jedoch so weit voneinander entfernt wie Astronomie von der Astrologie es heute noch sind. Ökonomie und Ökologie gehören jedoch untrennbar zusammen. Astronomie und Astrologie haben jecoch vernachlässigbar wenig miteinander zu tun.

Egoismus und Hedonismus als zu ergänzende Wirtschaftsleitlinien

Der früher herrschende Fortschrittsglaube, dass Reichtum und Komfort schrankenlos glücklich mache, wurde ganz gut von Erich Fromm in seinem späten Werk „Haben und Sein“ auseinandergepflückt. Schauen wir uns es etwas genauer an. Fromm nimmt sich die systemimmanente ökonomische Wiedersprüche vor. Er stellt heraus, dass „Vergnügen im Sinne der Begierden nicht das Ziel des Lebens sein kann. Denn auf solche Lust folgt zwangsläufig die Unlust“(Seite 16).

Fromms Forderungen

Einen „fundamentalen Wandel der menschlichen Grundwerte, Einstellungen und Charakterorientierung im Sinne einer neuen Ethik, verbunden mit einer anderen Einstellung zur Natur“ fordert daher Fromm (S.22).

Erfolg bedeutet für Fromm seinem Leben Sinn zu geben und dabei Seelenruhe zu finden. Auch wenn wir das Wort Seele aus unserem Sprachschatz verbannt haben, so suchen wir mehr denn je psychische Balance, Ausgeglichenheit oder Work-Life-Balance.

„Unsere Aufgabe ist es, eine gesunde Wirtschaft für gesunde Menschen zu schaffen“, stellt Fromm abschließend heraus (S.215). Das stellt sich Fromm unter anderem derart vor:

  • Ausrichtung der Produktion auf einen gesunden und vernünftigen Konsum. (S.215)
  • humanistisches Management (S.226)
  • Schließung der Kluft zwischen armen und reichen Nationen (S.230)
  • Garantie eines jährlichen Mindesteinkommens (S. 231)
  • Gleichstellung der Frau (S. 233)

Zur Gleichstellung führt Fromm (S.233f) aus:

„Der Krieg zwischen den Geschlechtern ist .. alt …, aber er hat komplizierte Formen angenommen, da Männer die Frauen nicht nur als Arbeitstiere brauchten, sondern als Mütter, Geliebte und Trostspenderinnen. Oft tritt der Geschlechterkampf offen und brutal zutage, häufiger wird er im Verborgenen ausgetragen. Die Frauen mussten sich der Macht der Männer beugen, aber sie haben mit ihren eigenen Waffen zurückgeschlagen; ihre schärfste Waffe war, die Männer lächerlich zu machen. Die Unterjochung der einen Hälfte der Menschheit durch die andere hat beiden Geschlechtern immensen Schaden zugefügt und tut dies weiterhin“.

Kunstwerk: Organisationsentwicklung

Fromms Forderungen aus dem Jahr 1976 geben Denkimpulse, die aktueller denn je sind.

Gleichbehandlung, weiter betrachtet als ausschließlich auf der monetären Ebene, bringt die Gesellschaft und die Organisationen wirklich voran. Frauen in der Unternehmensführung bringen viele Aspekte auf den Tisch, für die die Unternehmen zuvor blind waren.

Erfolg muss wesentlich facettenreicher betrachtet werden, sonst droht der Sinn abhanden zu kommen.

Die Lektüre könnte dabei helfen. Erich Fromms „Haben und Sein“ können wir uneingeschränkt empfehlen. Persönlich habe ich es mehrmals gelesen. Dabei meine ich mit lesen, auch das kritische Auseinandersetzen mit den Gedankengängen, die ich nicht alle unterschreiben würde.

Kunstwerk Lesen

Das Lesen als Skill sollten wir uns ohnehin nicht abtrainieren, sondern verfeinern.

„Wann haben Sie sich das letzte Mal Gedanken darüber gemacht, wie Sie ein Buch besser lesen können? Wie sie regelmäßiger lesen, das Wissen besser behalten und vor allem, wie Sie Dinge aus einem Buch umsetzen können?“, fragt Dennis Fischer in der Handelsblattkolumne: Auf ein Buch „Warum man oft noch wie ein siebenjähriges Kind liest.“

Reflektiertes Lesen ist eine Kernkompetenz. Oft wird diese nie erworben oder geht im Stress des Alltags verloren. Doch ohne die innere Stille und Zurückgezogenheit, mit oder ohne einem Buch, geht der Sinn verloren, wenn dieser überhaupt jemals zuvor gefunden worden war. Nur das reflektierte Lesen lässt in unserem Kopf ein Kunstwerk entstehen.

Aus jahrelanger Erfahrung als Unternehmensberater beklagt Dieter Lange , dass der Sinn des Unternehmens selbst den Verantwortlichen oft nicht klar ist. Der Kontext, der übergreifende Handlungsrahmen, der Overarching Purpose fehle in fast allen Unternehmen.

Schaffen Sie Mehrwert, indem Sie im Unternehmen Dinge und Leistungen erschaffen, die mehr Wert sind. Wenn Sie dieses tun, leuchten Sie. Da, wo Licht brennt, versammeln sich Menschen. Rahmen Sie dann Ihr Tun ein und es ist ein Kunstwerk – Ihr Kunstwerk.

The Art of Organisation

Unternehmen zu führen, organisieren, andere verzaubern oder einfach nur machen, kann auch als arbeiten an einem Kunstwerk verstanden werden. Schöpfen Sie Ihre Kunstwerke selbst.

Der erste Schritt ist, den Sinn zu suchen und zu finden. – Wofür soll das Kunstwerk stehen?

Dann die Farbnuancen des Kunstwerks bestimmen. Dabei sind nicht ausschließlich gelb, rot, grün oder blau gemeint. Grau-blau ist eine mögliche Farbkombination. Vielleicht gefällt Ihnen jedoch rot-silber-gold besser. Sie bestimmern die Farben Ihrer Kunstwerke selbst.

Wie soll sich Ihr Kunstwerk in der Umgebung einfügen? Edel strahlen oder mimosenhaft unerkannt ihr Dasein fristen?

Setzen Sie Ihre Krativiät in verschiedenen Genren ein. Gestalten, schreiben, malen, sportlich ein Kunstwerk vollbringen oder gar einen Film drehen, vielleicht nur in Ihrem Kopf…

…und schon bald lässt sich Ihre Version der Shades-Story erzählen.

Für Ihr Kopfkino heißt es nun:

Film ab!