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Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt auch an den Schulen

Das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat im Artikel 2 des Grundgesetzes eine ganz hohe Priorität. Organisationsentwicklungstechnik (Ort) muss die Persönlichkeitsrechte aller beteiligten Akteure uneingeschränkt achten. Das ist so evident, dass es zu erwähnen fast schon zu banal wäre, geschweige denn einen Artikel darüber zu schreiben. Es sei denn, es wäre notorisch missachtet. Dann brauchen wir mehr als einen Aufschrei. Was meinen wir damit? Schauen wir uns mal die Sache genauer an.

Recht auf körperliche Unversehrtheit im Grundgesetz

Artikel 2 des Grundgesetzes lautet wie folgt: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Dass das Wort „Jeder“ alle Menschen, einschließlich der Kinder einschließt, ist unbestritten. Auch Kinder haben Rechte, nicht nur Pflichten, zum Beispiel die Schulpflicht.

Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran

In den privatwirtschaftlichen Unternehmen ist jedem klar, dass er sich an die AHA-Regeln halten und auch darauf achten muss, dass diese eingehalten werden.

In den Geschäften werden die Mindestabstände eingehalten. Die Wege sind klar gekennzeichnet. Die AHA-Regeln werden befolgt.

Schulen sind mehr als schlechte Performer

An den Schulen ist das fatalerweise nicht der Fall. In den Schulen herrscht ein Tohuwabohu.

Nicht nur weil Schulen auch Organisationen sind – geht uns diese Sache hier etwas an. An den Schulen herrscht ein heilloses Durcheinander. Heillos ist hier wörtlich als Heil los gemeint – das heißt, ohne auf die Gesundheit, also die körperliche Unversehrtheit zu achten. Mindestabstände kennt unser Schulsystem sagen wir mal – wenig. Es ist an den Verfassungsgerichten zu prüfen, ob hier nicht systematisch gegen den Artikel 2 verstoßen wird.

Um es klar herauszustellen: Es liegt nicht an den Schülern selbst, auch nicht an den Lehrern, noch weniger an den Rektoren, sondern an den Vorgaben. Leopoldina weist zurecht auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen durch die Schulen hin. Bleibt zu fragen, ob nicht unser ganzes Schulsystem derzeit versagt.

Wenn ja, dann möglicherweise voll und ganz. Denn die für den Schutz der Gesundheit derzeit notwendigen Mindestabstände von 1,5 Metern können in den Klassen nicht eingehalten werden. Zum Teil lassen sich auch die Fenster nicht öffnen, so dass auch nicht vorschriftsmäßig gelüftet werden kann. Wenn vorschriftsmäßig gelüftet wird, sitzen die Schüler bewegungsarm in der Winterzeit in viel zu kalten Räumen. Da die Schüler regelmäßig trinken müssen, müssen sie die Maske abnehmen…

Konzepte sind überfällig

Dass die Schulen in der ersten Jahreshälfte nicht vorbereitet waren, ist verziehen. Wir alle wurden von der Pandemie quasi überrollt. Aber hätte nicht spätestens nach den Sommerferien der Schutz der Schüler gewährleistet werden müssen? Nehmen hier die Verantwortlichen ihre Pflicht auch ihrer Pflicht gemäß wahr?

Möglicherweise haben die Bildungsministerien ihre Hausaufgaben schlichtweg nicht erledigt. Die Schulen haben die Kinder in ihrer Obhut. Sie müssen die körperliche Unversehrtheit der Schutzbefohlenen bestmöglich gewährleisten. Es bleibt zu hinterfragen, ob das Schulsystem dieses derzeit wirklich tut.

Die AHA-Regeln gelten überall – bis auf die Schulen. Warum eigentlich? Da brauchen wir nur die Größe des Klassenraumes zu nehmen und können schnell ausrechnen, wie viele Schüler sich dort aufhalten dürften. Und dann gegenüberstellen, wie viele tatsächlich sich in dem Raum aufgrund der Schulpflicht befinden müssen.

Dass auch Kinder Rechte haben, lehren die Lehrer schon in der Grundschule. Gewähren wir diese auch den Schülern! Das ist keine Bitte. Das ist die Erinnerung an unsere oberste Pflicht.

Wir lassen es auch nicht mehr zu, dass die Kinder in der Schule geschlagen werden. Dann dürfen wir es auch nicht zulassen, dass sich die Schüler an Covid-19 mit noch ungekannten Langzeitfolgen anstecken! Wir alle kennen die Geschichten der Groß- und Urgroßelterngeneration, die von den Schlägen erzählten.

Welche Stories werden die derzeitigen Schüler später preisgeben?

Unverhältnismäßigkeit zwischen öffentlichen Einrichtungen und privatwirtschaftlichen Unternehmen

Wir sehen keine triftigen Gründe, warum die privatwirtschaftlichen Organisationen größte Opfer, das heißt bis auf ihre Existenz, aufbringen, jedoch ausgerechnet in den Schulen die AHA-Regeln nicht verbindlich einzuhalten sind. Auch hier ist die Verhältnismäßigkeit gerichtlich zu prüfen. Regeln machen doch nur Sinn, wenn diese für alle gelten. Wenn dreißig junge Erwachsene sich in einem Klassenraum gemeinsam aufhalten müssen, jedoch nicht in einer Pizzeria mit entsprechender Belüftung und Abständen nicht gemeinsam sitzen dürfen, ist die Verhältnismäßigkeit wirklich zu hinterfragen. Von einer geschlossenen Gemeinschaft kann wegen der zwingend notwendigen Nutzung der überfüllten öffentlichen Verkehrsmittel auf dem Weg zur Schule auch keine Rede sein.

Gewährung der körperlichen Unversehrtheit zwingend notwendig

Die Gewährung der körperlichen Unversehrtheit muss unser Schulsystem leisten. Diese ist das mindeste. Sie darf nicht in Konstrukten verschwinden.

Zu überlegen bleibt, was die Gesellschaft den Kindern beibringen möchte? Dass man sich an Recht und Ordnung halten muss, vor allem an das Grundgesetz, gehört wohl dazu. Das Grundgesetz gilt auch für die Schule. Dass es eingehalten wird, dafür muss unser Schulsystem sorgen. Rechte und Pflichten sind keine eindimensionale Angelegenheit. Jetzt seht unser Schulsystem in der Pflicht.

Körperliche Unversehrtheit und die Schulpflicht

Da sich kein Mensch kränken oder einer tatsächlichen gesundheitlichen Gefahr aussetzen lassen muss, ist ernsthaft zu hinterfragen, ob die Schulpflicht, wenigsten die Präsenzpflicht, in der gegenwärtigen Situation noch Bestand hat. Das ist eine Sache der Gerichte.

Anders ausgedrückt: Wenn in der Schule die aktuellen gesundheitlichen Vorgaben nicht eingehalten werden und das Ansteckungsrisiko kein theoretisches, sondern ein tatsächliches ist, dann drängt sich die Frage auf, ob die öffentlichen Einrichtungen ihrer Verantwortung gerecht werden.

Den leistungswilligen jungen Erwachsenen vorzuwerfen, sie seien „Superspreader“, ist gesellschaftlich an Doppelmoral kaum noch zu überbieten.

Wir haben alle entsetzt nach Ischgl geschaut. Wiederholen wir es derzeit? Da erwarten wir kleinwenig Lernfähigkeit von unserem Schulsystem.

Körperliche Unversehrtheit gewährleisten – die Lösungen

Lösungen müssen her. Das Thema ist dringend, sehr sogar.

Als erstes müsste die Anwesenheitspflicht an den Schulen kurzfristig abgeschafft werden. Es wäre an der Zeit zu prüfen, ob diese in der gegenwärtigen Pandemiesituation gerichtlich noch Bestand hat.

Dann ist auch die Schule, wie alle anderen Organisationen, so zu managen, dass die geltenden AHA-Regelungen eingehalten werden. Ausnahmen sind fehl am Platz.

Als Gesellschaft müssen wir darauf achten, dass die Judikative und die Executive fein sauber getrennt bleiben. Dass auch in der Edukation Recht und Ordnung herrschen, und zwar fein voneinander getrennt.

Gesundheit ist ein sehr hohes Gut. Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Auch in der Schule. Die privatwirtschaftlichen Unternehmen bringen die größten Opfer auf. Die öffentliche Seite darf diese nicht verpluvern.

Aufarbeitung notwendig

Wie konnte es soweit kommen, dass in den Schulen die AHA-Regeln nicht beachtet werden müssen? Zumal Jugendliche und jungen Erwachsene bereits eigenständig lernen können. Was müssen die Schulen in Bezug auf körperliche Unversehrtheit mindestens leisten? Sorgen womöglich die Schulen dafür, dass die jungen Erwachsenen zu Superspreadern werden?

Hier ist eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Aufarbeitung notwendig.

Denn auch Kinder haben Rechte, nicht nur auf körperliche Unversehrtheit.

AHA!