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Aspiration – Wie Sie eine Explosion entfachen

Aspiration, verstanden als ein ehrgeiziges Anspruchsniveau, wirkt Wunder. Gleichzeitig steht Aspiration für das lebensnotwendige Ansaugen der Luft. Unsere Organisationen benötigen anspruchsvolle Pläne wie wir die Luft zum Atmen. In einer Krisensituation wird die Luft dünn. Neue kreative Lösungen sind nicht nur gefragt, sondern oftmals überlebenswichtig. Doch wie können diese systematisch generiert werden? Und welche Organisationsentwicklungstechniken erzeugen gar eine Apirationsexplosion?

Immer wieder Maß nehmen

Es nützt der beste Maßanzug, das schönste Kleid nichts, wenn es nicht mehr passt. „Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft. Während alle anderen die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch“ stellte G.B. Shaw eine alte Wahrheit heraus. In Zeiten der Mode von der Stange, treffen wir diese weisen Schneider kaum mehr. Wir kennen Masse statt Klasse. Auch wenn viele von Qualität reden, leidet diese an Standardlösungen.

In Krisensituationen ändern sich die Bedingungen wensentlich schneller und weitreichender, als in ruhigeren Zeiten. Auch wenn Sie regelmäßig Maß genommen haben, dann haben Sie sicherlich festgestellt, dass es nun viel öfter erforderlich ist, die Situation neu zu justieren. Das heißt, zu schauen, welche Bedingungen aktuell gelten. Was hat sich noch geändert? Wie könnte das für uns relevant sein? Wie steht es um die unternehmerische Aspiration?

Infodemie

Nun sind wir es nicht nur gewohnt nach aktuellen Entwicklungen Ausschau zu halten. Viele sind es müde. Was gilt wo? Die Grenzziehung zwischen den Bundesländern, mag sinnvoll erscheinen, überfordert viele. Liegt Cottbus in Brandenburg oder in Sachsen?

Manche Zahlen verwirren auch mehr als sie etwas aussagen: Der Rhein-Sieg-Kreis ist an Bonn zum großen Teil viel näher dran, als innerhalb des Kreises viele Ortschaften es sind. Mit den Kennzahlen werden nicht nur in diesem Zusammenhang unsinnige Zusammenfassungen getätigt und Grenzen gezogen, wo tiefgehende Verbindungen bestehen, sodass sich Vergleiche dieser relativen Zahlen verbieten.

In den Medien werden gern absolute Zahlen referiert, auch wenn es evident ist, dass die absoluten Zahlen relativ zu der Bevölkerungszahl genommen werden müssen, um vergleichbar zu sein. Die USA hat zahlenmäßig vieles mehr als Belgien – das könnte an der absoluten Größe liegen. Wir lassen uns gern von der Größe blenden, auch im Negativen.

Grundlegend ist deshalb nicht nur die aktuellen relevanten Zahlen, Verordunungen und Gesetze zu kennen. Ebenso wichtig ist es, diese richtig einzuordnen. Nun gilt es, sich selbst und die Organisation einzunorden. Mit den Lockerungen entstehen Verlockungen. Endlich wieder… Vergessen wir nicht, dass es immer noch ein Tanz auf dem Vulkan ist.

Denken Sie auch für Ihr Unternehmen an eine langfristig tragbare Lösung. Sorgen Sie dafür, dass die internen Lösungen, trotz Infodemie, gewissenhaft nachverfolgt und umgesetzt werden. Auch hier dürfen Sie kreativ werden und nicht nur auf den nun müden Nachrichtenempfänger schimpfen.

Fehlende Aspiration – I can´t breeze

Black lifes matter. – Die Krise hat unseren Blick auf das Existenzielle geschärft.

Herrscht in Ihrem Unternehmen ein Klima der Aspirationslosigkeit vor? Bleibt einigen die Luft weg?

Meine sehr hoch geschätzte, leider viel zu früh verstorbene, Lehrmeisterin der Organisationsentwicklung Prof. Hendrich-Schneider stellte fest: „Ein enges Kostenschneiden beseitigt nämlich nicht nur schlechtes Fett, sondern auch sinnvolle Depots, aus denen im Ausnahmezustand geschöpft werden kann und in denen die Lösungen für die Herausforderungen von morgen heranreifen. „

Wenn mittelmäßige Führungskräfte sich von kreativen Geistern bedroht fühlen, dann fehlt bald im Unternehmen die frische Luft zum Atmen. Die frische Brise, die notwendig ist, um Innovationen voranzutreiben. Die Aspiration, die das unternehmerische Überleben sichert. Das forschende Agieren, dass gern Neuland entdeckt, ist es auf der Strecke geblieben?

Von der fehlenden Aspiration zur Aspirationsexplosion

Wenn es Ihnen gelingt, intensiven Kontakt zu Ihren Mitarbeitern zu pflegen, diese in die Entscheidungsfindung aktiv mit einzubeziehen und sie am Ergebnis teilhaben zu lassen, erhalten sie nicht nur Loyalität, sondern auch Ideenreichtum im Gegenzug. Das lebendige kreative Schneidern, immer auf die aktuelle Situation angepasst. Ihnen ist doch klar, dass stets Ihre Mitarbeiter diejenigen sind, die täglich Maß nehmen. (Wenn Sie es nicht noch selber tun müssen, dann wäre die Überlegung vielleicht angebracht, warum eigentlich?)

Wenn Sie dann die nötige Luft Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, können Sie sich einer Aspirationsexplosion sicher sein.

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Die Angstperlen der Finanzen pfücken – the Art of Finance

Finanzen sind und bleiben die Basics, die in der Unternehmensführung aus dem FF beherrscht werden müssen. Da geht kein Weg daran vorbei. Die Angstperlen der Finanzen halten viele Startups davon ab, sich damit eingehend zu beschäftigen. Mit fatalen, manchmal mit existenziellen Folgen für das Unternehmen. Schauen Sie sich die finanzielle Situation mit einem Blick auf die zukünftige Lage des Unternehmens prüfend an. Bevor es zu spät ist.

Grundrechenarten und Überschlagskalkulationen beherrschen

Um Entscheidungen sicher treffen zu können, muss man die Welt der Zahlen sicher beherrschen. Dabei ist sicherlich nicht das Eintippen der Zahlen nach bestimmten Formeln gemeint. Nein, die Angstperlen der Finanzen sind schnelle Überschlagsrechnungen im Kopf mit einer wagen Risikokalkulation. Vom entschdeinden Vorteil ist es, die Rechnungen anderer schnell nachvollziehen zu können, um etwaige Fehler zu identifizieren und eigene Zahlen zu begründen.

Seriös Unternehmen in der Verhandlungsführung zu beraten, ist unmöglich, wenn eine simple Bruchrechnung mit 17 beziehungsweise 18 Kamelen falsch vorgerechnet wird. Da hilft der Professorentitel nur um zu blenden, mehr auch nicht. Das müssen Sie erkennen und so viel Geld sparen.

Ich weiß, dass nun viele Schweißausbrüche bekommen. Sollte das Rechnen nicht zu Ihren Kernkompetenzen gehören, dann machen Sie es dazu. Die Schweißperlen zahlen sich aus.

Die Angstperlen der Finanzen

Finanzierung-Vorlesungen und Seminare der Betriebswirtschaft sind stets auch von freiwillig paukenden Juristen und Medizinern gut besucht. Von denen, deren Studium kein reines Schein-Studium ist, sondern dem Aufbau eigener Kompetenzen diehnt. Auch ich besuchte eifrig und zusätzlich die Angebote aus dem Hauptsemirar, obwohl für mich klar war, dass meine Liebe der Organisation gilt. Die weiseste Unterweisung erhielt ich nicht in einer Vorlesung, sondern von André Kostolany himself, als er unangekündigt in meinem Büro aufschlug. Diese Story wird jedoch nur persönlich preisgegeben… Alles hat seinen Preis.

Deckungsbeitrag, Return of Investment, Kosten- und Leistungsrechnung und vieles anderes mehr sollte Ihnen mehr Freude als Angst bereiten. Je schwerer es Ihnen fällt, desto dringender sollten Sie sich damit beschäftigen.

The Art of Finance

Zurück zu unserem verstorbenen Altmeister des Geldes. Welche Tipps hatte er auf Lager?

Kostolanys Verbot Nummer eins lautetete:

Tipps nachzulaufen, um Geheiminformationen ablauschen zu wollen.

Auch wenn es jetzt altklug klingt: Welcher Investor hatte mit Wirecard wirklich Erfahrung, auf die er gesetzt hatte?

Egal worin Sie investieren: es muss eine Zukunft haben. Sie sollten nur investieren, wenn Sie eine große Phantasie darin sehen. Sie wissen schon: Phantasie ist wichtiger als Daten.

Konkret empfahl Kostolany in seiner Veranstaltung, die sich mit dem asiatischem Markt beschäftigte, am Ende des letzten Jahrtausends, in bekannte Werte zu investieren, namentlich in Coca Cola, die auch den asiatischen Markt erobern werden. Ich empfand damals Kostolanys Tipp zu fade und fand reflektierend meine eigene Einschätzung bestärkt, dass in Google mehr Musik drin sei. Dies empfahl ich auch meinen Studenten und polarisierte damit die ganze Fakultät erdbebenartig.

Später, im Jahr 2000 nutzte ich das Google-Geld, um ein Eigenheim teilweise zu finanzieren. Der Bankberater empfahl damals, bei dieser Performance, doch lieber das Geld an der Börse zu lassen und das Kreditvolumen zu erhöhen. Dann kam der Crash. Knapp 20 Jahre lang habe ich anhand des Beispiels verdeutlicht, dass die Banktberater ihre eigenen Interessen verfolgen und ihre Produkte (Kredite) vermarkten wollen. Aber nach rund 20 Jahren ist mir bewusst, langfristig wäre es monetär eine win-win-Situation geworden.

Glücklicherweise sind mir einige Wassereimer Angstperlen erspart geblieben und ich mache das, was ich liebe: Organisationsentwicklungstechnik mit einem scharfen Blick auf die finanzielle Situation.