Technik der Organisationsentwicklung

Mit Technik geht es uns nicht nur um Ziele an sich, sondern die Art, wie diese zu setzen, zu verfolgen und zu reflektieren sind. Es kommt dabei nicht nur primär auf das Ziel selbst, sondern auf die Technik an. Dabei meinen wir nicht bloß die Technik diese Ziele richtig zu setzen, dass die Ziele konkret, messbar und zeitlich bestimmt sein sollten. Denn viele habe das gleiche Ziel, oder gar eine gleiche Vision. Jedoch kann es oftmals nur eine Siegerin geben. Diejenigen, die die Aufträge bekommen und die, die nicht. Was unterscheidet die langfristig erfolgreichen Marktperformer, von denen durch das Organisations-Leben überforderten?

Facetten der Organisationsentwicklungstechnik

Mit der Organisationsentwicklungstechnik erfassen wir Technik in diversen Sinnzusammenhängen, wie zum Beispiel:

  1. Art of Organisation – Die Kunst des Organisierens
  2. Know-how und Wissenmanagement – Forschende Organisation
  3. Gestaltungsprinzipien und kluge Schachzüge
  4. Konstruktivismus
  5. Methoden, Vorgehensweisen und Rüstzeug der Unternehmensführung
  6. Forschung und lnagfristige Unternehmensentwicklung
  7. Gesellschaftliche und unternehmerische Führung sowie Führungskompetenzen des eigenen Selbst
  8. Technologie, Hightech, Digitalisierung, Arbeit 4.0 und folgende

Es ist sicherlich die Technikaffinität im engeren Sinne, die das Marktgeschehen in erfolgreich und weniger erfolgreich spaltet. Dieses lässt sich an der Börsenentwicklung der High-Tech-Unternehmen leicht nachvollziehen. Auch die unternehmerische Bereitschaft in eigene Forschungsaktivitäten zu investieren, unterscheidet die High-Performer von den anderen Marktteilnehmern.

Wie kann man des weiteren organisatorische Techniken implementieren, die langfristig erfolgsversprechend sind?

  • Ein CEO möchte ein millionenschweres Geschäft aufbauen. Mit bestimmter Technik (Machart) werden Produktideen getestet, Mitarbeiter für dieses Vorhaben ausgewählt und Marketingkampagnen durchgeführt.
  • Eine Führungskraft verfolgt das Ziel der Marktgewinnung. Die Technik ist dann die Art und Weise, wie sie das Vorhaben leitet: wie sie ihre Mitarbeiter rekrutiert; Wie sie den Überblick behält und dennoch detailverliebt agiert. Auf welche Art und Weise sie wichtige Entscheidungen trifft. Wie sie die Unternehmensleitung überzeugt.
  • Ein Programmierer lernt eine neue Programmiersprache. Seine Lern-Technik besteht nicht nur in der Anzahl der Stunden des Lernens, sondern auch der Herangehensweise an schwierige Themen und der Bereitschaft sich Hilfe und Unterstützung beim Vorhaben zu holen. Auch das Dranbleiben bei Problemen und Nicht-aufgeben sind wichtige Lern-Techniken, die eingeübt und kultiviert werden können.

Lässt sich eine Technik hinter der Technik erkennen?

Kunst des Organisierens

Die Kunst des Organisierens besteht nicht nur darin, jeweils in der bestehenden Situation die richtige Entscheidung zu treffen, sondern eine Kultur und Umgebung zu schaffen, so dass Entscheidungen und Umsetzung derer so geschmeidig laufen, so dass sich die Erfolge wie von selbst einstellen. Nur dass es wie von selbst läuft, bedarf im Vorfeld harter Arbeit und Investitionen. Daher sind zu hohe Gewinne, wenn sie ausgeschüttet werden, Gift für den langfristigen Erfolg. Wenn ich das Geld dem Unternehmen entziehe, habe ich es nicht mehr für langfristige Investitionen zur Verfügung.

Karge Löhne können demoralisierend wirken, getreu dem Motto: „Wir arbeiten nur für den Privatjet des Chefs.“

Problemfelder der ausschließlichen Zielfokussierung

Doch schauen wir uns die Problematik der ausschließlichen Zielorientierung , meist auf der Shareholderebene, genauer an.

Problemfeld 1: Gewinner und Verlierer haben oftmals das gleiche Ziel

Wenn wir uns den Herren-Fußball exemplarisch anschauen, wird uns ganz deutlich vor die Augen geführt, wie sehr sich erfolgreiches Management und weniger erfolgreiches unterscheiden. HSV beispielsweise hatte einst die Champions Ligue gewonnen, als diese noch den Namen „Europapokal der Landesmeister“ trug; das war 1983. Das Lied vom Missmanagement hat hier sehr viele Strophen und jede neue Trainerverpflichtung macht(e) es nicht besser, sondern lächerlicher.

Problemfeld 2: Das Erreichen des Ziels kann nur ein vorübergehender Zustand sein

Stellen Sie sich einen unordentlichen Schreibtisch vor. Wenn wir die nötige Energie aufbringen, um den aufzuräumen ist das Problem gelöst. Leider lediglich vorübergehend, bis es wieder in Chaos versinkt. Um eine langfristige Lösung herbeizuführen, ist das Verhalten der Person, die an diesem sitzt, entscheidend. Unordnung kommt immer wieder auf und es bedarf einer riesigen Kraftanstrengung, diesen Schreibtisch aufzuräumen. Es kommt nicht auf das Ergebnis, also aufgeräumter Schreibtisch, sondern auf die Arbeitstechnik – Ablagesysteme, Arbeitsorganisation, routinemäßiges Aufräumen – an, dass das Problem langfristig gelöst wird oder gar nicht entsteht. Das Problem dahinter muss gelöst werden: jeder muss das Chaos, das er verursacht, auch selbst beherrschen.

Problemfeld 3: Ausschließliche Zielfokussierung beeinträchtigt die Zufriedenheit

Jedes Ziel impliziert uns: „Erst wenn dieses Ziel erreicht wird, sind wir glücklich.“ Das Glücksempfinden wird von Meilensteinen beeinträchtigt, die wir vielleicht nicht beeinflussen können. Nackte Zahlen machen uns auch blind.

Durch Zielvorgaben entstehen Entweder-oder-Konflikte. Entweder diese werden erreicht oder auch nicht. Vielleicht stimmt aber nur das Timing nicht. Eventuell ist das Umfeld, das wir nicht beeinflussen können, schuld an der Situation. Wir sollten uns deshalb auf von uns bestimmbare Größen fokussieren. Am besten auf uns selbst.

Problemfeld 4: Ziele haben eine zu enge Sichtweise und passen nicht zu langfristigen Fortschritten

Mit Zielvorgaben steckt man sich selbst sehr enge Grenzen. Wenn man die 1 (10 oder 100) Millionen Marke setzt und diese erreicht, was dann? Ist man mit der ersten Million zufrieden, satt und müde?

Das ist genauso wie beim Schwimmen. Jahrelang ist man mit dem geschwommenen Kilometer zufrieden, anstatt mit den 200-Meter-Schritten bis zur 4-Kilometer-Marke und noch weiter zu kommen. Es geht noch viel weiter, als unser Denken uns eingrenzt.

Systeme des Erfolges schaffen

Ziele setzt man sich, um ein Spiel, eine Meisterschaft zu gewinnen oder einen Markt zu erobern. Mit der richtigen Technik, baut man ein System des Gewinnens auf. Auf die eingespielte Routine kommt es an. Mit der richtigen Vorbereitung fängt es an.

Als fitte Handballspielerinnen waren wir immer rechtzeitig vor dem Spiel da, haben uns in Ruhe umgezogen, Besprechung, Warmmachen, kurze Motivation vor dem Spiel… Bei einer unserer Gegnerinnen, war eine halbe Stunde vor Spielbeginn die Halle nicht einmal aufgeschlossen. Es ist müßig zu erwähnen, dass unsere Gegnerinnen an diesem Tage Tabellenletzte waren.

In der besagten Saison sind wir als altersgemischte Jugendmannschaft (zwei Jahrgänge) am weitesten bei dem Ausspielen der deutschen Meisterschaft in Norddeutschland gekommen. Auch weil wir bereit waren, regelmäßig, auch freitags abends zu trainieren und es keine Entschuldigung, außer Krankheit, gab, das Training zu versäumen. Mit der richtigen Einstellung und den routinemäßigen Gewohnheiten sowie Teamspirit erreichen wir unsere Ziele, wie von selbst. Was noch wichtiger ist: mit einem Heidenspaß.

Wenn wir dafür sorgen, dass unsere unbewussten Routinen unseren Zielen langfristig dienlich sind, erreichen wir die Ziele, die wir uns noch nicht zu setzen wagen. Wir gewinnen fast jedes Spiel. Nur wir selbst, durch unsere Überheblichkeit oder gar Arroganz, können uns dann noch selbst schlagen.

So wie unsere Mannschaft in der oben beschriebenen Situation. Gekommen als bereits feststehender Meister der Bezirksliga und damit für das weitere Ausspielen der deutschen Meisterschaft qualifiziert, haben wir an diesem Tage gegen den bereits feststehenden Absteiger verloren. Das einzige verlorene Spiel in dieser Saison und auch das einzige Spiel, welches ich wohl nie vergessen werde. Gelernt habe ich jedoch, dass nichts vorab feststeht. Jedes Spiel hat seine eigenen Regeln. Und es muss gespielt werden, bevor das Ergebnis feststeht.

Technik der Forschenden Organisation

Für uns heißt das, dass mit der richtigen Technik ein Umfeld aufgebaut wird, in dem sich der Erfolg quasi unsichtbar von selbst einstellt. Dieses Umfeld wird mit der richtigen Mentalität verknüpft. Jedoch muss ein jeder Schritt gegangen und separat mit den jeweiligen Schwierigkeiten bewältigt werden. Den Herausforderungen muss man sich jeden Tag aufs Neue stellen.

Nichts ist vorab entschieden, das macht es so spannend.

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