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Kernkompetenzen Krise Organisationsentwicklung

Leidenschaft oder ewiges Leid- Sie haben die Wahl

Wie verhalten wir uns in Krisensituationen? Wir leiden. Wir haben Angst, große Angst sogar. Manchmal ergreift uns Panik oder Wut, möglicherweise beides zugleich. Oder wir haben Angst vor der Angst: wir schauen der Wahrheit nicht ins Gesicht, um uns selbst vor unserem eigenen Mindset zu schützen. Verhaltensmuster, die vor allem für eines sorgen: sie sichern unser Überleben. Das meinen wir zumindest. Jedoch wenn Sie mehr als das eigene Überleben anstreben, dann machen Sie einfach Leidenschaft zur Option Ihrer Wahl.

Ursachen identifizieren

Wenn wir leiden, bringen uns viele Verhaltensweisen nicht weiter. Weder die Handlungen im Panikmodus, noch das schnellere Laufen im Hamsterrad und bestimmt auch nicht die Schockstarre bringen uns dahin, wohin wir uns selbst schmachtend hin sehnen.

Nur wenn wir bereit sind, genauer hinzuschauen, lassen sich für das derzeitige Problem systemimmanente Ursachen identifizieren. Vielleicht schmerzt das, möglicherweise sehr sogar. Gleichzeitig ist es das wunderbarste, was uns passieren kann. Denn der Schmerz ist das beste Indiz für die eigene innere Präsenz. Schmerzen zeigen uns nicht nur, dass etwas nicht stimmt, sondern sie zeigen uns gleichzeitig, wo etwas nicht stimmt.

Lassen Sie sich nicht Ihr Gehirn mit freundlichen Worten, Aufmerksamkeit und kleinen Geschenken vernebeln. Sehen Sie hin, wenn etwas nicht stimmt. Lassen Sie den inneren Schmerz zu. Denn das Leid gehört zum Leben. Und warum sollte das in Organisationen anders sein?

Leidenschaft entwickeln

Doch Leid verursacht nicht nur Schmerzen.

Leid und Leidenschaft gehören unmittelbar zusammen. Wenn uns das Leid fast zerreißt, sind wir bereit, die Leidenschaft zu entwickeln, die wir brauchen, um die notwendigen Veränderungen anzustoßen. Die Not wendet. Wir müssen agil agieren. Veränderungen als Challenges annehmen.

  • Challenges, die wir persönlich brauchen.
  • Änderungen, nach denen die Organisation lechzt.
  • Herausforderungen, nach denen die Welt schmachtet.

Blueprint für Leidenschaft

Schockstarre lösen. Hamsterrad verlassen. Auch nicht in Panikattacken verfallen. Sondern die Probleme erkennen. Von der „Ich habe einen Plan-Mentalität“ kommend, zu der „Ich habe einen Traum-Mentalität“ wechseln.

Nordstern identifizieren. Erste Visionen schmieden. Noch so kleine Schritte beschreiten. An sich selbst glauben. Umsetzung voranbringen. Schneller werden. Stolpern und wieder aufstehen. Neu ausrichten. Rennen. Durch Niemanden und Garnichts aufhalten lassen. Schneller werden. Immer schneller werden. Abheben.

Über den Wolken von der Leidenschaft ergriffen die Freiheit genießen.

Auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und einfach weitermachen.

Leidenschaft – die Ambiguität

Wenn Sie schon immer schon immer leidenschaftlich durchs berufliche und private Leben schlenderten, dann ist besonders hervorhebenswert, dass auch die Welt der Leidenschaft ambiguitiv ist.

Wir müssen stets darauf achten, uns auch nicht von unserer Leidenschaft beherrschen zu lassen. Nicht der Sklave unserer eigenen Begierden zu werden.

Die richtige Dosis finden, heißt vielleicht unsere größte Challenge – als Person, wie auch als Organisation.

Den Schlüsselmoment zum olympischen Gold beschreibt Jan Frodeno in seinem Buch „Eine Frage der Leidenschaft“ auf Seite 59 folgendermaßen: „Ich wusste genau, wenn ich überderehe und in den roten Bereich komme, wird sich mein Puls … nie wieder erholen. Heute denke ich, dass das der Schlüsselmoment in meinem Rennen war, die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit.“

Dass Leidenschaft eng mit Leiden verbunden ist, lässt sich unschwer auf dem Cover erkennen.

Der Weg der Leiden

Der Weg der Leiden heißt vielleicht auch einfach eine neue Leidenschaft entwickeln. Eine die Sie, Ihre Organisation… Sie wissen schon.

Damit setzten Sie sich bewusst dem Leid aus. Stressen Sie sich. Leiden Sie. Regenerieren Sie sich dann. Lassen Sie sich die notwendige Zeit dafür. Und Sie werden wachsen. Genau wie unsere Muskeln, wächst auch unsere Kompetenz mit Leid umzugehen. Resilienz entsteht in stürmigen Zeiten. Ein Baum, der stets geschützt war und plötzlich den Gezeiten ausgesetzt wird, fällt schon beim kleinsten Windstoß um. Wünschen Sie sich daher nicht, eine Welt ohne Leid, Schmerz, Krise oder Katastrophe. Nein, entwickeln Sie die innere Stärke und den Mut diese Situationen zu händeln: Explore to cope with your issue.

Dabei bedienen wir uns der Superkompensation. Nach dem Leid, benötigen wir eine Erholungspause. Je nach der Intensität und Läge des Leids, sowie nach unserer Fähigkeit uns zu regenerieren, richtet sich der optimale Zeitpunkt, einen neuen Reiz zu setzen. Der entscheidende Faktor ist auch hier, im richtigen Augenblick den richtigen Reiz zu setzen. Die Erholungsphase muss lang genug sein, jedoch nicht zu lang. Auch der Reiz / das Leid / die Katastrophe sollte nicht stets derselben Art sein, sondern variieren. So verbreitern wir unseren Spielraum.

Kernkompetenz

Die Kompetenz Leiden in Leidenschaft zu verwandeln, sollte zu unseren Kernkompetenzen zählen. Und dann werden Sie Stories über sich selbst erzählen können, die Sie selbst kaum glauben vermögen. Diese werden dann wahr sein. Und Sie wissen nicht nur, dass der Weg das Ziel ist, sondern erkennen weise, dass der Weg der Leiden, der einzig gangbare ist.

Steve Jobs hatte auch eine Leidenschaft: „Meine Leidenschaft war es, ein Unternehmen von Bestand aufzubauen… Alles andere war nebensächlich,“ stellte er fest.

Elon Musk ist da nicht anders: nachdem er zum reichesten Menschen ausgerufen wurde, komentierte er diesen Beitrag schlicht: „Zurück an die Arbeit“.

Das richtige Mindset ist auch hierbei entscheidend. „What ever the hack, I will do it anyway.“ Sich den kleinen Problemen und den großen Katastrophen stellen. Nicht in den Sunk-costs versinken. Sondern Leuchtturm sein.

Dann sagen Sie Ihrem größten Feind: Danke.

Danke, für die Kraft die Welt verändern zu können.

You gave me the power to change the world.

Und dann zurück an die Arbeit.

…Hurra ich lebe noch. Mir gefällt jeder Augenblick. Ich liebe jede Stunde…

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Organisationsentwicklung

Gesunde Mitarbeiter sorgen für nobel gesunde Leistungs-Fontaine

Eine gesunde Organisation ist auf gesunde Mitarbeiter nicht nur angewiesen. Sie sind ihr größtes Kapital. Was bedeutet Gesundheit den neusten wissenschaftlichen Forschungen nach? Und was können wir im Organisationsalltag dafür tun? Dafür verknüpfen wir eine brandneue nobelpreiswürdige und eine nobelpreisgekrönte Strategie.

Grundlegende Kategorien

Professor Dr. David Sinclair der Harvard Medical School, Bosten, USA stellt in seinem Buch „Das Ende des Alterns“ (1. Aufl. 2019) die zentralen gesundheitlichen Aspekte aus dem wissenschaftlich fundierten epigenetischen Blickwinkel hervorragend heraus. In dem aktuellen Nature Artikel stellt er dar, wie er das Altern bei Mäusen bereits rückgängig machen konnte. Was bei Mäusen geht, sollte auch bei Menschen funktionieren, so seine profunde Meinung.

Für die Organisationsentwicklungstechnik können wir aus seinen Forschungsergebnissen daher ableiten, dass gesunde Mitarbeiter vor allem folgendes benötigen:

  1. Frische Luft zum Atmen
  2. Gesunde Getränke
  3. Regelmäßiges Fasten
  4. Gesunde Ernährung
  5. Bewegungsmöglichkeiten
  6. Psychische Balance
  7. Gute Erholungsmöglichkeiten
  8. Sonnenschutz
Gesundheitliche Aspekte im Organisationsalltag

Gesunde Luft

Atemluft ist überlebenswichtig. Wenn uns die Luft ausgeht, bleibt nicht mehr viel Zeit zum Handeln. Frische Luft ist daher das wichtigste Thema. Dabei ist gute Luft weit mehr als Räucherstäbchen. In Städten oder Fabriken muss die Luft möglichst schadstofffrei bleiben. Filteranlagen und Luftschächte müssen die Luft reinigen. Schimmelpilzsporen sind auch betriebsintern ein häufig vernachlässigtes Feld. Krankheitserreger durch die Luft wandern lassen, ist nicht seit Covid-19 ein besonders brisantes Thema.

Das Rauchen, welches mehr als nur eine Zigarettenpause ermöglicht, wird durch die zusätzlichen Raucherpausen sogar betrieblich gefördert. Für die Nichtraucher einen Ausgleich zu sorgen, liegt daher auch im betrieblichen Interesse. Manche Betriebe bieten den Nichtrauchern daher zusätzliche Urlaubstage. Das macht Sinn, denn Nichtraucher sind im Schnitt auch weniger krank. Allerdings muss hier auch das Persönlichkeitsrecht geachtet und nicht verletzt werden. Eine wichtige Komponente ist, dass sich dann die Raucher sanktioniert fühlen. Das gibt schlechte Stimmung. Plötzlich wird jeder zum Nichtraucher und es wird heimlich auf der Toilette geraucht. Das kann keiner wollen.

Dennoch tun auch Nichtrauchern kurze Pausen gut. Ermöglichen Sie daher diese Pausen auch den Nichtrauchern. Bieten Sie gesunde Alternativen (zum Beispiel Bewegungsangebote) an, um kurz abschalten zu können.

Gesunde Mitarbeiter brauchen gesunde Getränke

Ausreichend zu trinken ist wichtig. Wasser, Tee und Kaffee eingeschränkt, wenn ungesüßt, sind diese die erste Wahl. Daher sollten diese an jedem Arbeitsplatz in ausreichender Menge vorhanden sein.

Gesunde Mitarbeiter brauchen gesunde Mahlzeiten

Die Vorteile der guten alten Betriebskantine sind neben der Versorgung mit hochwertigen Nährstoffen auch der ungezwungene Austausch, der für die produktive Arbeit auf Dauer unerlässlich ist. Ebenso spielt die soziale Komponente für die psychische Hygiene eine wichtige Rolle.

Aus dem gesundheitlichen Blickwinkel sind die oft im Betrieb verfügbaren Kekse ein Dorn im Auge. Gut gemeint heißt nicht gut gemacht – das gilt auch für die Arbeitgeberseite. Die ständige Verlockung macht kurzzeitig vielleicht Sinn, langfristig sieht es ganz übel aus. Abgesehen von der ständigen Verleitung zum Futtern und somit die Verhinderung der epigenetischen Erneuerung der Zellen, ist der immanente Zucker im Blut auf die Dauer Gift für den Körper. Zucker beschleunigt im Turbo das Altern. Auch wenn Sie es gut meinen, verachten Sie auch nicht die möglichen rechtlichen Konsequenzen eines permanenten betrieblichen Zuckerschocks. Das ist eine gut gemeinte Warnung.

Bewegungsmöglichkeiten schaffen

Der alte Kickertisch reicht bestimmt nicht aus, um schnell zu entspannen. Bewegungspausen sollten die Regel und nicht die Ausnahme sein. Alles ist Übungssache. Manche Firmen haben einen Basketballplatz oder wenigstens eine Tischtennisplatte. Diese Möglichkeiten helfen jedoch nichts, wenn diese nicht regelmäßig genutzt werden. Sorgen Sie auch dafür, bitte. Gehen Sie einfach mit einem guten Beispiel voran.

Erholungspausen ermöglichen eine dauerhafte Leistungsfähigkeit

Um langfristig leistungsfähig zu sein, benötigt jeder Mensch genügend Schlaf, regelmäßige Ruhetage und im Jahresverlauf auch Ruhewochen. Sorgen Sie dafür, dass die Erholungszeit auch Erholung bringt und nicht mit Arbeit konterminiert wird. Das im Eigeninteresse, denn eine dauerhafte Leistungsfähigkeit lebt von gesunden Belastungshöhen und gesunden Entspannungstiefen. Die beste Leistung erbringen die gesunden Mitarbeiter, wenn die Taktung stimmt – wie alles im Leben.

Gesunde Mitarbeiter: zwischen uneingeschränktem Liefern und Nudges

Als Verantwortlicher in der Organisation müssen Sie frische, gesunde Atemluft uneingeschränkt liefern.

Die anderen Leistungen sollten als Nudges im Sinne der Wirtschafts-Nobelpreisträger 2017 Thaler und Sunstein angeboten werden. Das bedeutet, dass sie nur Anstöße zum richtigen Verhalten geben sollen. Keiner darf zur gesunden Ernährung gezwungen werden. Aber es ist ein erheblicher Unterschied, ob auf dem Besprechungstisch Gummitierchen oder Nüsse liegen und ob es in der Kantine Fleischbällchen oder Falafel gibt.

Indem Sie beide Alternativen anbieten und die gesündere Alternative strategisch besser platzieren, sind die Mitarbeiter nicht nur für einen Nudge empfänglich – möglicherweise sind sie Ihnen sogar dankbar (Thaler, R.H., Sunstein, C.R.: Nudge, Wie man kluge Entscheidungen anstößt, 10. Aufl. 2017, S. 153). Der direkte gesundheitliche Bezug ist im englischen Original schon im Titel hergestellt: Cass R. Sunstein & Richard H. Thaler, Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness (Yale Univ. Press 2008).

Kluge Verknüpfung sorgt für eine noble Leistungs-Fontaine

Sinclair hat in seiner nobelpreisverdächtigen Arbeit herausgestellt, dass der Alterungsprozess keine Einbahnstraße ist. Er lasse sich umdrehen.

Sunstein/Thaler haben die Entscheidungsbeeinflussung bezüglich einer gesunden Lebensweise nobelpreisgekrönt herausgearbeitet.

Wenn Sie diese beiden noblen Strategien klug verknüpfen und umsetzen, denkt nicht nur manch ein Mitarbeiter:

Thanks god it’s monday!

Zusätzlich können Sie 25 Jahre lang Mitarbeiter mit der Leistungsfähigkeit eines 20-jährigen und der Erfahrung eines 50-jährigen haben.

Eine wahrlich unschlagbare Kombination.

Worauf warten Sie eigentlich noch?

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Organisationsentwicklung

Outsourcing: der entscheidende Unterschied

Bei der Personalauswahl liegen wir nicht immer richtig. Entgegen anders lautender Versprechen: das kann keiner. Was jedoch die Spreu vom Weizen bei den Organisationen trennt, ist das Outsourcing. Die entscheidende Frage lautet: Wen behält eine Organisation und von wem ist es gut, sich rechtzeitig zu trennen?

Outsourcing ist sehr belastend

Outsourcing ist ein richtig unangenehmes Thema. Keiner ist stolz darauf, Menschen entlassen zu müssen. In meiner ganz frühen Anfangszeit wurde ich schon mit dem Feld direkt konfrontiert: Auch gestandene Personaler sind sehr belastet, langjährige Mitarbeiter freisetzen zu müssen. Das geht an keinem vorbei. Da hilft auch keine Elefantenhaut. Um das langfristige Überleben der Organisation zu sichern, ist jedoch ein kompetentes Outsourcing von enormer Bedeutung.

Dennoch werden fatale Fehler hierbei immer wieder begangen.

Fehler beim Outsourcing

Der entscheidende Unterschied zwischen den richtig erfolgreichen und minder erfolgreichen Organisationen, ist die Fähigkeit das Outsourcing aus dem Effeff zu beherrschen. Es gibt sehr viele Fehler, die sehr gravierend sind. Heute finden nur drei wichtige Fehlerquellen Erwähnung.

Verabschieden der Kompetenzen

Wenn wir langverdiente Mitarbeiter verabschieden (müssen), dann verabschieden wir uns auch von deren Fachkompetenzen. Organisationen haben das implizite Wissen nicht mehr zur Verfügung. Das fehlende Wissen fällt erst auf, wenn es nicht mehr da ist. Manchmal sind es nicht nur die fachlichen Qualifikationen. Vielfach fehlt der Esprit, der Humor und die Fähigkeit, das beste aus einer verfahrenen Situation zu machen – die weichen Faktoren machen den feinen, aber entscheidenden Unterschied.

Festhalten an Fehlentscheidungen

Keiner gibt gerne Fehler zu. Das müssen vor allem Firmengründer und frisch gebackene Erben der Unternehmen schmerzhaft lernen. Sich selbst und danach den anderen einzugestehen, dass das ein Fehlgriff bei der Einstellung war, kostet viel Mut und Kraft. Innere Stärke ist notwendig, um an der zuvor getroffenen Entscheidung nicht mehr festzuhalten. Die Chefs halten sehr gerne an ihren Zöglingen fest, manchmal unbewusst, nur um Recht behalten zu wollen. Aber auch das ist nur ein, wenn auch sehr schmerzhafter, Lernprozess. Beim zweiten Mal tut es nicht mehr so weh…

Falsche Beschuldigte freisetzen

Eine vertrauliche Information landet da, wo diese nicht hindarf: beim Konkurrenten. Wer hat diese preisgegeben? Schnell schaut man auf die Aufzeichnungen des Druckers und man hat den vermeintlichen Schuldigen ausfindig gemacht. Spätestens wenn derjenige entlassen ist und das Problem nicht damit behoben wurde, sollte man sich fragen, ob das Problem vielleicht nicht doch ein wenig komplizierter sei. Möglicherweise hat der zuvor falsch Beschuldigte nur einen Gefallen jemandem getan. Wenn ja, dann wem?

Falsche Beschuldigungen sind leider an der Tagesordnung: Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Wölfe zu tarnen wissen. Die Täter inszenieren sich selbst gern als Opfer. Aus jahrelanger Erprobung wissen die Wölfe die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Kollegen für sich zu nutzen. Für sich und leider nicht für die Organisation.

Fazit

Organisationen müssen sich vor internen und externen Angriffen schützen. Die Erlangung der Selbsttoleranz bildet hierbei die Kernkompetenz. Das Festhalten an Fehlbesetzungen hilft der Organisation nicht weiter. Fehlerkompetenz ist auch hier gefragt. Jedoch muss mit der Freisetzung der Mitarbeiter auch die Freisetzung der Fachkompetenzen sowie die soziale Dimension Berücksichtigung finden. Vor allem sollte das forschende Mindset auch hierbei eine hervorgehobene Beachtung genießen.

Outsourcing ist sehr unangenehm. Es gehört jedoch zu den überlebenswichtigen Aufgaben der Organisation.

Es sollte kompetent gemanagt werden.

Nicht mehr, jedoch auch nicht weniger.

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Allgemein Forschende Organisation Führung

Sportoffice führt auf der Überholspur zum Erfolg

Machen Sie mit dem Sportoffice Sport zu Ihrer liebsten Gewohnheit, gerade dann, wenn Sie von zu Hause Ihre Arbeit verrichten. Wenn wir nicht einmal einen Schritt vor die Türe setzen, um zur Arbeitsstätte zu gelangen, dann ist Bewegungsmangel vorprogrammiert. Nicht jeder hat bereits sein Home zum Sportoffice umfunktioniert. Bedenken Sie jedoch: Wer rastet, der rostet. Was können wir tun?

Bewegungsdrang abtrainiert

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Das stille Sitzen in der Schule ist nicht die beste Variante, um Wissen aufzunehmen und zu verarbeiten. Weder für den Körper noch für das Gehirn. Mittlerweile ist zum Glück auch in der Forschung bekannt, dass beide Teile unmittelbar verbunden sind. Beide können nicht unabhängig voneinander funktionieren. Leider hat sich das noch nicht weit genug rumgesprochen. Beziehungsweise agiert unser Schulsystem noch nicht entsprechend.

Warum mahlen die Mühlen so langsam?

Schade, denn beim richtigen Engagement des einzelnen Lehrers haben schon viele Sportlerkarrieren begonnen. Es wäre so einfach…

Vielen, vor allem leider den Mädchen, wird der Bewegungsdrang aberzogen. Noch im zarten Vorschulalter erkrankte ich heftig. Im langen Warteraum konnte ich dennoch nicht stillsitzen. Ich genoss den langen Flur, lief auf und ab und freute mich des Lebens. „Kein Arzt wird dir glauben, dass du krank bist“, wurde ich ermahnt und in meinem Drang unterbrochen. Nun wissen auch die Ärzte, dass Bewegung oftmals die beste Medizin ist. Und Bewegung ist in jedem Alter gut – nicht nur im Kindesalter.

Parks sind Mangelware – Sportoffice muss her

Naherholungsgebiete bieten eine wunderbare Möglichkeit, sportlich zu entspannen. Auch der Wald leistet beste Dienste. Das Haus zu verlassen, ist auch deshalb so wichtig, da sich unser Blick im wahrsten Sinne weitet. Die Hin- und Herbewegung der Augen lässt nicht nur die Augen, sondern das ganze Nervensystem regenerieren.

Bewegungsanregungen aus dem Netz sind ebenfalls hilfreich. Diese müssen jedoch regelmäßig ausgeführt werden. Auch hier gilt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. 30 Minuten nach dem richtigen Workout zu suchen und dann fünf Minuten mitmachen, ist allerdings eine schlechte Kombination.

Dennoch lohnt es sich die Tätigkeit mal stehend, mal in der Plank-Stellung auszuüben. Die Arbeitsroutine auch mit Sit-ups oder mit Crunches zu unterbrechen. Zur Not helfen auch Fenster putzen, saugen und wischen. Diese Tätigkeiten als Work-out zu interpretieren, motiviert ungemein.

Und natürlich die eigentliche Arbeit nicht vergessen. Die Produktivitätssteigerung durch regelmäßige Bewegung ist nach wenigen Tagen spürbar. Es muss nicht gleich die Goldmedaille sein. Gesunde Bewegung ist in allen Facetten angesagt.

Führungskraft als Fitnesskraft

Immanuel Kant, Max Planck und Albert Einstein haben von ihren regelmäßigen langen Spaziergängen geschwärmt. So falsch können sie nicht gelegen haben. Wichtige Impulse kommen, wenn man richtig entspannt. Spannung und Entspannung im Wechsel, geistig sowie körperlich, lautet daher die erfolgsversprechende Devise für die Forschende Organisation.

Gehen Sie mit einem gesunden Beispiel voran. Die psychische und physische Leistungsfähigkeit bedingen einander. Wer da noch zweifelt, sollte es einfach selbst ausprobieren. Vom Bett über die Küche zum Bürostuhl, dann zum Sofa und anschließend zum Ausgangsort zurück, ist eindeutig viel zu wenig. Da brauchen wir weder einen Schrittzähler noch einen ärztlichen Rat.

Der Neurowissenschaftler Huberman bringt es auf den Punkt, wenn er herausstellt, dass die Fähigkeit, sich lange konzentriert anzuspannen verbunden mit der Fähigkeit, danach zu entspannen, die Schlüsselkompetenzen des kommenden Jahrzehnts sein werden.

Sportoffice und Leadership

Als Führungskraft kommunizieren Sie, dass kurze Bewegungspausen nicht nur erlaubt, sondern auch willkommen sind. Die Nine-to-Five-Arbeitsmentalität hat schon lange ausgedient. Sportpausen bringen die Abwechslung, die zum Erfolg auf der Überholspur führt. Dabei sollte das Work-out zur täglichen Routine werden und Spaß bereiten. Oder mit Hubermans Worten: „Have Fun“.

Eine Betriebs-Sport-Challenge, die in heutigen Tagen zur Homeoffice-Sport-Challenge wird, richtig durchgeführt, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Diese wichtige soziale Komponente darf nicht unter den Homeoffice-Tisch fallen.

Prestigeobjekt Sportoffice

Das eigene Sportoffice wird zum neuen Prestigeobjekt.
Soviel Antizipationsfähigkeit darf schon sein. Denn:

Sportlich gesunde und fitte Mitarbeiter bringen Sie und Ihr Unternehmen am besten voran, wer sonst?

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Allgemein Forschende Organisation Organisationsentwicklung

Genialität mit genialer Empfehlung – Tun Sie was…

Genialität entstehen lassen, wie soll das gehen? Welche Bedingungen müssen vorliegen, damit geniale Personlichkeiten erkannt, anzogen und entwickelt werden können? Hier merken Sie vielleicht schon: Geniale Persönlichkeiten werden nicht entwickelt. Sie benötigen nur den nötigen Freiraum, sich selbst entwickeln zu können. Schauen wir jedoch uns zuvor die wichtigen Weichen im Leben eines Genies an. Davor fragen wir uns was Genialität überhaupt ist.

Genialität – was kann das sein?

Unter Genialität verstehen wir eine überdurchschnittliche Intelligenz, Neugier, Phantasie, Inspirationsfähikeit, Kreativität verbunden mit einer ausgeprägten Beharrlichkeit, die zu einer außergewöhnlichen Produktivität führt.

Geniale Persönlichkeiten gibt und gab es viele. Von Einstein über Mozart über Dalí bis hin zu… Jeder hat seine Genies, die er bewundert. Die einen selbst inspirieren.

Geniale Ideen sind solche Ideen, die zuvor keiner hatte. Daher stoßen diese Ideen nicht sofort auf Zustimmung. „Das haben wir noch nie so gemacht“, „das geht nicht“, „das ist unmöglich“, hier wird schnell ersichtlich, warum Beharrlichkeit und Audauer so zwingend notwendig sind. Genies werden nicht verstanden – das müssen Genies verstehen.

Die Kunst sein eigenes Ding zu machen, bedeutet auch dranbleiben, sich nicht ablenken lassen und seinen Überzeugungen treu bleiben. In Anlehnung an Gandhi formuliert: „Zuerst ignorieren sie dich, dann bekämpfen…“ am Ende siegt die geniale Idee. Hoffentlich.

Geniale Erziehung

Lassen wir das Genie unter den Genies, Albert Einstein, persönlich zu Wort kommen:

Mein lieber Albert,

[…] Ich bin sehr glücklich darüber, dass Du Freude an dem Klavier findest. Das und Tischlerarbeiten sind meiner Meinung nach die besten Beschäftigungen in deinem Alter, sogar besser als Schule. Denn dies sind die Dinge, die zu einem jungen Menschen wie Dir sehr gut passen. Spiele hauptsächlich die Stücke auf dem Klavier, die Dir gefallen, auch wenn der Lehrer sie Dir nicht aufträgt. Auf diese Weise wirst Du am meisten lernen — wenn Du etwas mit so viel Freude tust, dass Du nicht bemerkst, wie die Zeit vergeht. Ich bin manchmal so in meine Arbeit vertieft, dass ich das Mittagessen vergesse. […], Albert Einstein an seinen 11.jährigen Sohn, zitiert vom Businss Insider.

Keinen, auch Auszubildende nicht, zu Objekten degradieren, sondern als Subjekte anerkennen und fördern, das fordern Neurowissenschaftler wie beispielsweise Gerald Hüther.

Wir kennen den Pawlowschen Hund, der abgerichtet ist, um den Zielen seines Herrchens zu entsprechen. Wenn wir das Bildungssystem, einschließlich des betrieblichen, nach diesem Abbild gestalten, dann können wir kaum mehr als Pawlowsche Verhaltensweisen generieren. Das reicht nicht mehr. Und es wird sicherlich in der Zukunft noch weniger genügen. Dazu bedarf es keiner großen Antizipationsfähigkeit. Das Scheitern ist vorprogrammiert. Das Unglück auch.

Entfalten und sich entfalten lassen, lautet daher die wichtige Maxime. Bewusstheit üben. Bewusstheit bedeutet, sich seiner eigenen Würde bewusst werden. Liebevoll mit sich selbst und anderen umgehen. Sich in die Vielfalt des Lebendigen verlieben. Offen und neugierig für Inspiration sein. Intuition kultivieren. Sich Zeit nehmen für die eigenen Interessen, Begabungen und Talente. Der Phantasie freien Lauf lassen.

Möglicherweise ist das Geniale des Menschen ihr wahres Wesen. Sie sind versucherisch, experimentell und erforschend. Von Anfang an.

Im Erschaffungsmodus können wir das beste aller möglichen Ich´s werden.

Produktivität der Genies

Die Produktivität der Genies ist nicht normal verteilt, sondern weit rechtsverschoben in der Gaus´schen Normalverteilung. Genies leisten mehr, weil sie einfach Spaß an ihrer eigenen Leistung haben.

Denken wir da einfach mal an Pablo Picasso mit seinen unzähligen Werken, einschließlich der kreativ unterschriebenen Checks, die deshalb nie eingelöst wurden. Oder an Leonardo da Vinci mit all seinen Leidenschaften und Erfindungen.

Derzeit werden wir mit wissenschaftlichen Publikationen fast erschlagen. Zum Teil liegt das daran, dass Wissenschaft quantitativ und nicht qualitativ viel zu oft gemessen wird. Was wir nicht verstehen, entzieht sich unserer Urteilskraft. Einstein brauchte unheimlich lange für seine Allgemeine Realitivitätstheorie (ART). Verstehen und beurteilen konnten die anderen Wissenschaftler die ART lange nicht.

Forschende Organisation versus Lernende Organisation

„Darin ist jedermann einig, daß Genie dem Nachahmungsgeiste gänzlich entgegen zu setzen sei. Da nun Lernen nichts als Nachahmen ist, so kann die größte Fähikeit, Gelehrigkeit (Kapazität), als Gelehrigkeit, doch nicht für Genie gelten“, stellte Immanuel Kant in der „Kritik der Urteilskraft“, A 181/ B 183 bereits heraus.

Hier wird der Kern des Unterschiedes von der Lernenden und Forschenden Organisation fundamental deutlich.

Ein gutes Gedächnis offenbart noch kein Genialität. Ein Wörterbuch ist auch keine Literatur. Heutzutage, dank Inter- und Intranet benötigen wir das Gedächnis noch erheblich weniger. Die Kraft, die Neues schafft, ist gefragter denn je.

Genialität kultivieren

Seien wir mal ehrlich: Auf welches Profil in ihrem Unternehmen würde Einstein passen? Würden Sie Dalí die Gestaltung Ihrer Internetpräsenz anvertrauen? Zeitlich gesehen ist beides unmöglich. Jedoch erkennen wir hieran, zu welchen Gedankenkostrukten Menschen fähig sind. Und wir propagieren: Bitte nicht nur zu Gedankenkonstrukten!

Wenn wir jedoch vorab in unserem Mindset zu eng festgelegt sind, dann bleiben uns die wahren Schätze der (zukünftigen) Mitarbeiter verborgen.

Die zentrale Frage lautet daher: Was brauchten Menschen, damit es ihnen so gut geht, dass Sie ihrer Neugier freien Lauf lassen können? In den Flow kommen. Dass sie erschaffen.

Forschende Organisationen brauchen Menschen, die nicht nur rechnen können, sondern auch die dazugehörigen Programme schreiben können, die rechnen können…
Diese Unternehmen benötigen nicht nur Menschen, die schreiben können. Ferner benötigen sie Programme, die den Prozess so gestalten, dass kein Unsinn dabei herauskommt.
Auch am Anfang des kreativen Prozesses in den Zeichentrickanimation stehen Menschen, die mit ihren Händen etwas besonderes zeichnen. Diese Zeichnungen werden dann digital weiterverarbeitet. Kreativität wird deshalb immer Mangelware bleiben.

„Das geht nicht“, gibt es nicht. Es gibt schon viel mehr, als wir zu akzeptieren bereit sind. Es gibt all diese Programme und die Menschen mit diesen Skills. Sie müssen sie nur wollen. Dann werden Sie diese auch finden.

Die Pull-Technik ist jedoch viel besser. Gestalten Sie Ihre Organisation so, dass Menschen mit einem forschend agilen Mindset am liebsten in Ihrer Organisation arbeiten wollen.

„Vielleicht versteht nur der Genius den Genius ganz“, stellte Robert Schumann heraus.

Möglicherweise müssen wir nur verstehen, dass wir nicht verstehen.

Wissen, dass wir nicht wissen.

Danach zuhören, überlegen und feststellen:

da könnte was dran sein…

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Organisationsentwicklung

Nichtstun – die am meisten unterschätzte Maßnahme?

Was passiert eigentlich wenn die relativ frisch gekrönte CEO schwanger wird? Als Unternehmensinhaberin zieht sie sich für etwa 12 Monate aus dem strategischen und operativen Geschäft zurück. Nichtstun ist angesagt. Zuvor belegt sie die wichtigsten Positionen mit erfahrenen, klugen und dennoch hungrigen Leuten. Und nun?

Bevor wir auf diese Thematik eingehen, schauen wir uns zuvor die Basics, das heißt die wichtigsten Aufgaben der Unternehmensführung an.

Wandlungsfähigkeit ausbauen

Unternehmen unterliegen einem ständigen Wandel. Daher gibt es keinen erstrebenswerten Endzustand. Jede Bestandsaufnahme ist deshalb stets eine Momentaufnahme.

Selbst Krisen gehören dazu. Diese sind zwar lästig. Jedoch treiben Krisen notwendige Veränderungen voran. Darum sollten wir den Wert der Krisen für die Entwicklung nicht unterschätzen. Krisen sind zum Wachsen da. Sie bieten die Chance auf einen Neuanfang.

Eintönigkeit ist der Entwicklung ganz wenig förderlich. Und das ist sehr milde formuliert. Vielfalt lässt nicht nur Ideen sprießen. Sie lässt diese gedeihen und räumt diverse Stolpersteine aus dem Weg.

Vielfalt entsteht nicht nur durch erfahrene Manager, sondern durch das eng verzahnte Miteinander verschiedenster Gruppen: unterschiedliche Organisationen, Unternehmensteile, Hierarchiestufen, Geschlechter, Alter, Kulturen, Überzeugungen…

Im Wald gehört sogar Totholz dazu.

Organisationen sind unterschiedlich

Nicht nur die Eigentumsverhältinisse und damit die zentralen Entscheidungsbefugnisse unterscheiden sich enorm. Auch die Zielfunktionen sind divergent. Sie klingen jedoch oft konträrer als sie sind: Sowohl Profit- als auch Nonprofit-Organisationen benötigen Kapital. Dennoch ist ihre Ausrichtung sehr divers. Das darf nicht unterschätzt werden. Gleichwohl gibt es Organisationsentwicklungstechniken, die von allen beachtet werden sollten. Jede auf ihre eigene Art.

Aufräumarbeiten verursachen immer auch Schäden. Strukturen gehen verloren. Verletzungen müssen geheilt werden. Wichtige Teile, die unersetzbar waren, müssen ersetzt werden.

Widerstandsfähigkeit entsteht durch Selbstorganisation. Einfach mal machen lassen. Vielfältige Systeme, die selbstorganisiet arbeiten, sind besonders stabile Systeme. Sie reagieren sehr schnell auf veränderte Bedingungen. Sie können auf diese Art Krisen am besten meistern.

Produktives Nichtstun

Einfach mal eine Zeit lang nichts tun – das ist die am meisten unterschätzte Maßnahme.

Dabei

zuschauen,

zuhören,

reflektieren und

Vielfalt fördern.

Ich weiß, dieses klingt einfacher als es ist. Und garantiert werden die falschen Personen diese Empfehlung beherzigen. So ist das nun mal.

Sollten Sie jedoch eine immense Angst vor dem Nichtstun verspüren, dann führt Ihr Weg nur durch diese Angst hindurch.

Übrigens hat die CEO in der Zeit des „Nichtstuns“ vielleicht das Produktivste für das Familienunternehmen überhaupt geschaffen. Sie hat die potentiell zukünftige Unternehmensnachfolgerin zur Welt gebracht und sie in ihren ersten Atemzügen begleitet. Aber das ist eine andere wundervolle Geschichte und darf keinesfalls auf die bloße Reproduktion reduziert werden.

Und so schließen wir mit Goethes Worten:

„Zeit, die wir uns nehmen, ist die Zeit, die uns etwas gibt.“

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Allgemein Organisationsentwicklung

50 Shades of Grey-Blue – the Art of Oraganization

Die oben angedeutet zitierte Story hätte auch ganz anders verlaufen können. Unsere Versinon ist kurz und knapp erzählt:

Er: „Ich bin ein Sadist.“ Sie: „Nein, danke.“ Ende.

Das wäre jedoch kein Bestseller und erst recht kein Kinofilm geworden. Zurück bleiben wir mit der Gewissheit, dass eine finanzielle Absicherung verbunden mit einer Traumhochzeit kein „Happy End“ darstellen. Unsere Lebenserfahrung flüstert uns zu: für beide Protagonisten nicht. Kurzfristige Glückserlebnisse verheißen keinen Lebenssinn, verdrehen jedoch vielen den Kopf.

Lange Abende verführen manchmal zum Glotzen. Machen wir das beste draus und reflektieren ein wenig. Der Name „Grey“ ist gut gewählt. Die Welt des reichen Herren ist grau. Erinnert fühlen wir uns an die „grauen Herren“ aus Michael Endes Roman „Momo“, 1973. Michael Ende beschreibt darin die Wirkung der grauen Eminenz vorzüglich. Deren Konsequenzen führt uns Michael Ende bestmöglich vor die Augen: die grauen Herren sind die Diebe unserer Zeit. Wenn wir Zeit als Lebenszeit interpretieren, dann berauben die grauen Herren uns unserer Lebendigkeit. Eine graue Welt bleibt grau, auch wenn sie in fünfzig Facetten beleuchtet wird.

Schwarz-Weiß-Erfolgshype

Auch ein binäres Denken – gut oder schlecht – macht es nicht besser. Da sind wir nur die schlechteren Maschinen. Schwarz-weiß-Malerei verkennt die bunte Schönheit des Lebens. Wenn ich mich nur auf einen Aspekt fokussiere, komme ich vielleicht ganz gut ans Ziel. Gleichzeitig vernachlässige ich die anderen Facetten. Das rächt sich, früher oder später. In Krisen gerne früher.

Kunstwerk besteht aus einer bunten Vielfalt

Das Leben ist bunt. In der Betriebswissenschaft hat es bereits etabliert. Es gehört nun auch in der Wirtschaft zum guten Ton. Sich nicht ausschließlich an Shareholder-Value zu orientieren, sondern auch die Stakeholder-Value mit einzubeziehen. Auf die ganz lange Sicht verbinden sich die Ökonomie mit der Ökologie sogar. Das gemeinsame Wortbestandteil „Öko“ lässt es erahnen. Im vergangenen Jahrtausend waren beide Begriffe jedoch so weit voneinander entfernt wie Astronomie von der Astrologie es heute noch sind. Ökonomie und Ökologie gehören jedoch untrennbar zusammen. Astronomie und Astrologie haben jecoch vernachlässigbar wenig miteinander zu tun.

Egoismus und Hedonismus als zu ergänzende Wirtschaftsleitlinien

Der früher herrschende Fortschrittsglaube, dass Reichtum und Komfort schrankenlos glücklich mache, wurde ganz gut von Erich Fromm in seinem späten Werk „Haben und Sein“ auseinandergepflückt. Schauen wir uns es etwas genauer an. Fromm nimmt sich die systemimmanente ökonomische Wiedersprüche vor. Er stellt heraus, dass „Vergnügen im Sinne der Begierden nicht das Ziel des Lebens sein kann. Denn auf solche Lust folgt zwangsläufig die Unlust“(Seite 16).

Fromms Forderungen

Einen „fundamentalen Wandel der menschlichen Grundwerte, Einstellungen und Charakterorientierung im Sinne einer neuen Ethik, verbunden mit einer anderen Einstellung zur Natur“ fordert daher Fromm (S.22).

Erfolg bedeutet für Fromm seinem Leben Sinn zu geben und dabei Seelenruhe zu finden. Auch wenn wir das Wort Seele aus unserem Sprachschatz verbannt haben, so suchen wir mehr denn je psychische Balance, Ausgeglichenheit oder Work-Life-Balance.

„Unsere Aufgabe ist es, eine gesunde Wirtschaft für gesunde Menschen zu schaffen“, stellt Fromm abschließend heraus (S.215). Das stellt sich Fromm unter anderem derart vor:

  • Ausrichtung der Produktion auf einen gesunden und vernünftigen Konsum. (S.215)
  • humanistisches Management (S.226)
  • Schließung der Kluft zwischen armen und reichen Nationen (S.230)
  • Garantie eines jährlichen Mindesteinkommens (S. 231)
  • Gleichstellung der Frau (S. 233)

Zur Gleichstellung führt Fromm (S.233f) aus:

„Der Krieg zwischen den Geschlechtern ist .. alt …, aber er hat komplizierte Formen angenommen, da Männer die Frauen nicht nur als Arbeitstiere brauchten, sondern als Mütter, Geliebte und Trostspenderinnen. Oft tritt der Geschlechterkampf offen und brutal zutage, häufiger wird er im Verborgenen ausgetragen. Die Frauen mussten sich der Macht der Männer beugen, aber sie haben mit ihren eigenen Waffen zurückgeschlagen; ihre schärfste Waffe war, die Männer lächerlich zu machen. Die Unterjochung der einen Hälfte der Menschheit durch die andere hat beiden Geschlechtern immensen Schaden zugefügt und tut dies weiterhin“.

Kunstwerk: Organisationsentwicklung

Fromms Forderungen aus dem Jahr 1976 geben Denkimpulse, die aktueller denn je sind.

Gleichbehandlung, weiter betrachtet als ausschließlich auf der monetären Ebene, bringt die Gesellschaft und die Organisationen wirklich voran. Frauen in der Unternehmensführung bringen viele Aspekte auf den Tisch, für die die Unternehmen zuvor blind waren.

Erfolg muss wesentlich facettenreicher betrachtet werden, sonst droht der Sinn abhanden zu kommen.

Die Lektüre könnte dabei helfen. Erich Fromms „Haben und Sein“ können wir uneingeschränkt empfehlen. Persönlich habe ich es mehrmals gelesen. Dabei meine ich mit lesen, auch das kritische Auseinandersetzen mit den Gedankengängen, die ich nicht alle unterschreiben würde.

Kunstwerk Lesen

Das Lesen als Skill sollten wir uns ohnehin nicht abtrainieren, sondern verfeinern.

„Wann haben Sie sich das letzte Mal Gedanken darüber gemacht, wie Sie ein Buch besser lesen können? Wie sie regelmäßiger lesen, das Wissen besser behalten und vor allem, wie Sie Dinge aus einem Buch umsetzen können?“, fragt Dennis Fischer in der Handelsblattkolumne: Auf ein Buch „Warum man oft noch wie ein siebenjähriges Kind liest.“

Reflektiertes Lesen ist eine Kernkompetenz. Oft wird diese nie erworben oder geht im Stress des Alltags verloren. Doch ohne die innere Stille und Zurückgezogenheit, mit oder ohne einem Buch, geht der Sinn verloren, wenn dieser überhaupt jemals zuvor gefunden worden war. Nur das reflektierte Lesen lässt in unserem Kopf ein Kunstwerk entstehen.

Aus jahrelanger Erfahrung als Unternehmensberater beklagt Dieter Lange , dass der Sinn des Unternehmens selbst den Verantwortlichen oft nicht klar ist. Der Kontext, der übergreifende Handlungsrahmen, der Overarching Purpose fehle in fast allen Unternehmen.

Schaffen Sie Mehrwert, indem Sie im Unternehmen Dinge und Leistungen erschaffen, die mehr Wert sind. Wenn Sie dieses tun, leuchten Sie. Da, wo Licht brennt, versammeln sich Menschen. Rahmen Sie dann Ihr Tun ein und es ist ein Kunstwerk – Ihr Kunstwerk.

The Art of Organisation

Unternehmen zu führen, organisieren, andere verzaubern oder einfach nur machen, kann auch als arbeiten an einem Kunstwerk verstanden werden. Schöpfen Sie Ihre Kunstwerke selbst.

Der erste Schritt ist, den Sinn zu suchen und zu finden. – Wofür soll das Kunstwerk stehen?

Dann die Farbnuancen des Kunstwerks bestimmen. Dabei sind nicht ausschließlich gelb, rot, grün oder blau gemeint. Grau-blau ist eine mögliche Farbkombination. Vielleicht gefällt Ihnen jedoch rot-silber-gold besser. Sie bestimmern die Farben Ihrer Kunstwerke selbst.

Wie soll sich Ihr Kunstwerk in der Umgebung einfügen? Edel strahlen oder mimosenhaft unerkannt ihr Dasein fristen?

Setzen Sie Ihre Krativiät in verschiedenen Genren ein. Gestalten, schreiben, malen, sportlich ein Kunstwerk vollbringen oder gar einen Film drehen, vielleicht nur in Ihrem Kopf…

…und schon bald lässt sich Ihre Version der Shades-Story erzählen.

Für Ihr Kopfkino heißt es nun:

Film ab!

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Allgemein Forschende Organisation Organisationsentwicklung

Forschungsweltmeister werden – uneinholbar erfolgreich

Forschungsweltmeister sind derzeit Amazon und Alphabet, berechnet nicht nach ihren absoluten, sondern nach ihren anteiligen Forschungsausgaben. Diese Unternehmen machen es uns vor. Mit der unabdingbaren Forschungsausrichtung ihres Unternehmens werden Sie scheinbar uneinholbar erfolgreich. Nicht nur monetär auch kognitiv.

Forschungsanstrengungen unternehmen

Forschungstätigkeit ist weder ausschließlich den Universitäten noch den großen global Playern vorbehalten. Um langfristig am Markt bestehen zu können, sind solide Forschungsanstrengungen notwendig.

Forschungsweltmeister sehen Forschung als Kernaufgabe

Forschung als Kernaufgabe sehen daher mehr als ein Dutzend Tochterunternehmen von Alphabet. Diese werden laut Handelsblatt mit den Gewinnen von Google finanziert. Geheimnisumwittert ist hierbei die Abteilung X. Medizin, Künstiliche Intelligenz, Verkehrstechnik sowie Drohnen stellen die wichtigsten zukünftigen Standbeine dar.

Forschungsweltmeister zu sein bedeutet vor alllem Erfindergeist aufzubringen. Dieser spiegelt sich auch in der KI wieder. Hierfür haben sich China und USA die Mehrzahl der Patente gesichert. Die ultimaltive Frage lautet deshalb: Wo wollen wir uns langfristig positionieren? Als Europa, als deutschsprachiger Raum, als einzelne Organisation?

Forschungsweltmeister leben von ihrem Mindset

Die anteilmäßigen Ausgaben so zu erhöhen, dass unser Unternehmen Weltmeister wird – das können wir uns nicht leisten – ahnen wir da viele denken.

Können Sie sich leisten nicht in die Forschung zu investieren? Wohl kaum.

Vielmehr leben Forschende Organisationen von und mit Innovationen. Kreative Ideen umzusetzen hat noch keinem geschadet. Kreativität zu leben macht echten Spaß. Kindliche Neugier lässt uns nicht nur jünger wiken, sondern auch attraktiver. Als Mensch und als Unternehmen. Es kommt vornehmlich auf das forschende Mindset an.

Nun werden Sie nicht gleich Weltmeister. Jedoch lohnt es sich, sich auf den Weg zu machen. Loslegen. Einfach sich zu fragen, was könnten wir besser als alle anderen vollbringen? Womit könnten wir glänzen? Worauf wartet die Welt? Welche Idee ist noch nicht umgesezt?

Geistesblitze, die die Welt verädern, sind stets gefragt. Und diese sind stets Mangelware. Es gibt nie genug.

Schaffen Sie daher die Bedingungen, die Ihre Organisation weltmeisterlich werden lassen. Dabei zählt nicht nur die Quantität. Sondern auch die Qualität. Qualität hat einen noch viel höheren Wert.

Paradigmenwechsel

Es ist an der Zeit einen Paradigmenwechsel zur Forschenden Organisation zu vollziehen.
Es lohnt sich.

Sie müssen ja nicht gleich Weltmeister werden. Auf die langfristige Perspektive kommt es an…

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Allgemein Führung Organisationsentwicklung

Altruismus und Eigeninteresse – beide richtig wichtig

Selbstlos anderen zu helfen, bezeichnen wir als Altruismus. Das Eigeninteresse selbst hinten anzustellen, um anderen zu helfen, hört sich heroisch an. Sind Altruisumus und Eigeninteresse nur scheinbar gegensätzliche Interessen? Und warum sollten wir Altruismus kultivieren?

Eigeninteresse als Hirnfunktion

Das menschliche Gehirn ist darauf ausgerichtet, die Chancen für das eigene Überleben zu maximieren. Dieses bedeutet vor allem: essen, sich fortpflanzen, Macht ausüben, Energie sparen, Informationen gewinnen.

Diese Mechanismen sind einfach und robust. Sie haben sich über Millionen Jahre bewährt. Diese kurzfristige Lustmaximierung treibt das Eigeninteresse und damit den Konsum an. Im Striatum des Großhirns liegen Neurone, die bei jedem dieser überlebensdienlichen Verhaltensmuster Dopamin ausschütten. Und somit generieren sie Lust und Wohlbefinden.

Das Striatum kann sich selbst nicht begrenzen. Deshalb fällt es den Menschen schwer, sich selbst zu zügeln: Sex, Güter, Nachrichten, Essen und Trinken sind in unserer Gesellschaft im Überfluss vorhanden und können mit wenig Energieaufwand konsumiert werden.

Dass wir diesem Überfluss so hilflos als Konsumenten gegenüberstehen, liegt daran, dass wir evolutionär nie dieser Situation ausgesetzt waren. Wir sind daher auch nicht darauf vorbereitet.

Neurowissenschaftliche Zukunftsblindheit

Überlebensvorteil lag Jahrtausende lang daher auch im schnellen Konsum. So wurden die „Fressgene“ und die anderen kurzfristigen Lustbeschaffer zu unseren größten Feinden. Fettleibigkeit, übermäßiger Medien- und Sexkonsum sorgen jedoch derzeit für mehr Frust als Lust. Auch hier wird deutlich: eine positive Eigenschaft / Verhaltensweise verkehrt sich ins Gegenteil, wenn sie überperfektioniert wurde.

Die Dopaminausschüttung ist umso stärker, je schneller die Belohnung folgt, so die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse der Cambrige Universität. Deshalb fällt es uns so schwer eine langfristige Perspektive einzunehmen. Daher sind wir blind für die längerfristige Zukunft. Dieses gilt auf dem Aktienparkett genau so wie für die globale Entwicklung. Dem Striatum sei dank.

„Die riesige Großhirnrinde des Homo sapiens, die ihm immer mehr Möglichkeiten verschaffte, hat sich in den Dienst eines Zwerges gestellt, der sich nur zu gern an Macht, Sex, Essen, Faulheit und seinem Ego berauscht“, stellt Sébastien Bohler heraus.

Altruismus und andere Strategien

Istinktiv wissen wir, dass wir diesem Mechanismus entkommen können. Denn nicht alle Menschen sind süchtig. Und wenn Menschen süchtig sind, dann zumeist nicht nach allen gennanten Faktoren.

Rosinen picken

Die ultimantive Frage lautet nun, wie können wir uns im Erwachsenenalter eine neue langfristigere Sicht aneignen?

Hierfür sind ein paar Rosinen gut geeignet.

Bei dieser Rosinenübung greifen Sie nach einer einzigen Beere. Betrachten Sie diese genau: Größe, Konturen, Falten, Farbnuancen… Riechen Sie den Duft, den eine einzelne Rosine versprüht? Nun stecken Sie sie in den Mund – jedoch ohne zunächst zu kauen, nur an der Rosine lecken. Dann weicht diese durch Ihren Speichel auf. Ihr süßer Geschmack überwältigt Sie – eine einzige Rosine. Dafür benötigen Sie etwa 10 Minuten Zeit.

„Zeit, die wir uns nehmen – gibt uns etwas zurück“, wusste schon Goethe.

Diese Rosinenübung geht auch mit dunkler Schokolade, Aprikosen und ist nicht nur auf das Essen beschränkt.

Mit Bewusstheit erweitern wir unseren Resonanzraum und können uns von unseren Süchten befreien. Weniger ist mehr. In der Zukunft noch viel mehr als heute.

In der Bewusstheit lassen wir uns nicht mehr so leicht von kurzfristigen Impulsen steuern. Ferner widerstehen wir eher dem Lockruf der schnellen Belohnung. Wir lernen uns auch frei und bewusst zu entscheiden. Des Weiteren handeln wir aus einer langfristig altruistischen Perspektive.

Gender-reated-facts aus der Neurowissenschaft

Altrustisches Verhalten ist bei Frauen häufiger ausgeprägt als bei Männern, so eine bedeutsame Erkenntnis des funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) Verfahrens der veranschaulichen Hirnforschung.

In diesem Versuch ging es um Geld. Bei weiblichen Versuchspersonen wurde das Striatum auch beim Teilen des Geldes aktiv. Keinesfalls war das so bei den männlichen Probanten. Männer behielten das Geld für sich. Sie aktivierten auf diesem Wege ihr Striatum. Hier finden wir eine Begründung für den Gender-Pay-Gap: Frauen können teilen, Männer nicht.

Altruismus und die aktuelle gesellschaftliche Perspektive

Eine Gesellschaft ist auf altruistisches Verhalten angewiesen. Helfen ohne einen adäquaten Gegenwert ist gesellschaftlich überlebensnotwendig. Wir sind auch dazu gesetzlich verpflichtet – etwa bei Lebensgefahr.

„Eigeninteresse und Altruismus sind dann ein und dieselbe Sache“, stellt Bill Gates konkludierend in Bezug auf die Impfdosen aus der gesellschaftlichen Perspektive heraus.

Und wie sieht es aus der organisatorischen Perspektive aus?

Altruismus aus der oganisatorischen Perspektive

„Altruismus ist das wahre Wunder, aus dem alle Wunder entstehen“, erkannte schon Ernesto Walter Emerson.

Mehr möchten wir dem nicht hinzufügen.

Vielmehr Sie auffordern selbst Wunder zu vollbringen und Bedingungen zu schaffen, Wunder entstehen zu lassen.

Hoffentlich haben Sie nun eine paar neue Impulse. Sowie neue Ideen wie Sie das umsetzen können.

Viel Erfolg!

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Allgemein Forschende Organisation Organisationsentwicklung Wohlbefinden

Mensa – Perspektivwechsel bei der Kantine

Mensa, die gute alte Kantine, ist als sozialer Ort schwer zu ersetzen. Informeller Austausch bei einer warmen Mahlzeit dient als sozialer Kitt. Jedoch auch als Ort des Austausches von Ideen und Geistesblitzen quer über die internen Grenzen hinweg. Funktionen der guten alten Mensa, die oft vernachlässigt, gar missachtet werden.

Mensa ist out – Wegfall der betrieblichen Kantine

Nicht nur in Zeiten des Home-Office fehlt der soziale Austausch an unverbindlichen Orten wie der Kaffeeküche oder der Kantine. Bereits zuvor sind schon Kantinen wegrationalisiert worden. Einsparungen, die schnell verbucht wurden.

Unternehmen können jedoch die daraus resultierenden negativen Folgekosten nicht beziffern. Die Rechnung, was die Kosten- und Leistungsrechnung nicht messen kann, existiert nicht, greift zu kurz.

Wenn anstatt einer gesunden und schmackhaften Ernährung, der Mac Doof um die Ecke mangels Alternativen als Grundversorgung dient, dann darf sich keiner über ebensolche Ergebnisse wundern.

Wenn Ideen nicht geboren, nicht verfeinert und nicht umgesetzt werden, ist das nicht quanitfizierbar.

Dennoch richten die nicht um die Büroecke gedachten und damit unverwirklichten Ideen den größten Schaden an.

Kalter Kaffee

In einem Versuch ist nachgewiesen worden, dass wir fremde Menschen, je nach der Temperatur des zuvor gereichten Kaffees, anders beurteilen. Bei einem warmen Getränk wird auch der Person sprichwörtlich warm ums Herz.

Warme Mahlzeiten anzubieten – darauf sind sogar die Tafeln gekommen. Wohl wissend, wie existentiell diese für das persönliche Wohlbefinden sind. Wohlbefinden – da war doch was.

Die Kantinen sind in vielen Betrieben weg. Mancherorts wurden sie später durch kaltes Obst oder – noch schlimmer durch eine Süßigkeitenflatrate – ersetzt. Die Folgen einer solchen Flatrate kann sich jeder selbst ausmalen. Wie kurzfristig muss das Denken eines solches Unternehmens gestrickt sein? Geht es schlimmer?

Schlimmer geht immer. Wenn die Niederlassungsleitung sich selbst das Geld für die nicht angebotenen Früchte und Getränke einsteckt. Unangekündigte Besuche lassen die Zentrale vielleicht aufschrecken, öffnen jedoch die Augen für die wahren Probleme des Betriebs-Alltags.

Mensa als Forschungsort

Wie wäre es mit einer gesunden warmen Mahlzeit, die je nach Betriebsgröße nicht zwangsläufig täglich, jedoch regelmäßig frei angeboten werden würde?

Gleichzeitig schaffen Sie damit Anreize das bequeme Home-Office freiwillig zu verlassen.

Ungezwungener Austausch in einer warmen Atmosphäre lässt früher oder später eine neue Idee sprießen. Diese wird wohlwollend grenzenüberwindend ausgeklügelt. Echter Fortschritt lässt sich so leicht generieren.

Die Frage lautet nur: Welche Kultur hätten Sie gerne?

Nicht umsonst haben die Hochbegabten ihren ältesten Club ebenso genannt: Mensa.