Nichtstun – die am meisten unterschätzte Maßnahme?

Sonnenhut ist eine Heilpflanze.

Was passiert eigentlich wenn die relativ frisch gekrönte CEO schwanger wird? Als Unternehmensinhaberin zieht sie sich für etwa 12 Monate aus dem strategischen und operativen Geschäft zurück. Nichtstun ist angesagt. Zuvor belegt sie die wichtigsten Positionen mit erfahrenen, klugen und dennoch hungrigen Leuten. Und nun?

Bevor wir auf diese Thematik eingehen, schauen wir uns zuvor die Basics, das heißt die wichtigsten Aufgaben der Unternehmensführung an.

Wandlungsfähigkeit ausbauen

Unternehmen unterliegen einem ständigen Wandel. Daher gibt es keinen erstrebenswerten Endzustand. Jede Bestandsaufnahme ist deshalb stets eine Momentaufnahme.

Selbst Krisen gehören dazu. Diese sind zwar lästig. Jedoch treiben Krisen notwendige Veränderungen voran. Darum sollten wir den Wert der Krisen für die Entwicklung nicht unterschätzen. Krisen sind zum Wachsen da. Sie bieten die Chance auf einen Neuanfang.

Eintönigkeit ist der Entwicklung ganz wenig förderlich. Und das ist sehr milde formuliert. Vielfalt lässt nicht nur Ideen sprießen. Sie lässt diese gedeihen und räumt diverse Stolpersteine aus dem Weg.

Vielfalt entsteht nicht nur durch erfahrene Manager, sondern durch das eng verzahnte Miteinander verschiedenster Gruppen: unterschiedliche Organisationen, Unternehmensteile, Hierarchiestufen, Geschlechter, Alter, Kulturen, Überzeugungen…

Im Wald gehört sogar Totholz dazu.

Organisationen sind unterschiedlich

Nicht nur die Eigentumsverhältinisse und damit die zentralen Entscheidungsbefugnisse unterscheiden sich enorm. Auch die Zielfunktionen sind divergent. Sie klingen jedoch oft konträrer als sie sind: Sowohl Profit- als auch Nonprofit-Organisationen benötigen Kapital. Dennoch ist ihre Ausrichtung sehr divers. Das darf nicht unterschätzt werden. Gleichwohl gibt es Organisationsentwicklungstechniken, die von allen beachtet werden sollten. Jede auf ihre eigene Art.

Aufräumarbeiten verursachen immer auch Schäden. Strukturen gehen verloren. Verletzungen müssen geheilt werden. Wichtige Teile, die unersetzbar waren, müssen ersetzt werden.

Widerstandsfähigkeit entsteht durch Selbstorganisation. Einfach mal machen lassen. Vielfältige Systeme, die selbstorganisiet arbeiten, sind besonders stabile Systeme. Sie reagieren sehr schnell auf veränderte Bedingungen. Sie können auf diese Art Krisen am besten meistern.

Produktives Nichtstun

Einfach mal eine Zeit lang nichts tun – das ist die am meisten unterschätzte Maßnahme.

Dabei

zuschauen,

zuhören,

reflektieren und

Vielfalt fördern.

Ich weiß, dieses klingt einfacher als es ist. Und garantiert werden die falschen Personen diese Empfehlung beherzigen. So ist das nun mal.

Sollten Sie jedoch eine immense Angst vor dem Nichtstun verspüren, dann führt Ihr Weg nur durch diese Angst hindurch.

Übrigens hat die CEO in der Zeit des „Nichtstuns“ vielleicht das Produktivste für das Familienunternehmen überhaupt geschaffen. Sie hat die potentiell zukünftige Unternehmensnachfolgerin zur Welt gebracht und sie in ihren ersten Atemzügen begleitet. Aber das ist eine andere wundervolle Geschichte und darf keinesfalls auf die bloße Reproduktion reduziert werden.

Und so schließen wir mit Goethes Worten:

„Zeit, die wir uns nehmen, ist die Zeit, die uns etwas gibt.“

50 Shades of Grey-Blue – the Art of Oraganization

Kunstwerk bestehend aus 7 Bildern

Die oben angedeutet zitierte Story hätte auch ganz anders verlaufen können. Unsere Versinon ist kurz und knapp erzählt:

Er: „Ich bin ein Sadist.“ Sie: „Nein, danke.“ Ende.

Das wäre jedoch kein Bestseller und erst recht kein Kinofilm geworden. Zurück bleiben wir mit der Gewissheit, dass eine finanzielle Absicherung verbunden mit einer Traumhochzeit kein „Happy End“ darstellen. Unsere Lebenserfahrung flüstert uns zu: für beide Protagonisten nicht. Kurzfristige Glückserlebnisse verheißen keinen Lebenssinn, verdrehen jedoch vielen den Kopf.

Lange Abende verführen manchmal zum Glotzen. Machen wir das beste draus und reflektieren ein wenig. Der Name „Grey“ ist gut gewählt. Die Welt des reichen Herren ist grau. Erinnert fühlen wir uns an die „grauen Herren“ aus Michael Endes Roman „Momo“, 1973. Michael Ende beschreibt darin die Wirkung der grauen Eminenz vorzüglich. Deren Konsequenzen führt uns Michael Ende bestmöglich vor die Augen: die grauen Herren sind die Diebe unserer Zeit. Wenn wir Zeit als Lebenszeit interpretieren, dann berauben die grauen Herren uns unserer Lebendigkeit. Eine graue Welt bleibt grau, auch wenn sie in fünfzig Facetten beleuchtet wird.

Schwarz-Weiß-Erfolgshype

Auch ein binäres Denken – gut oder schlecht – macht es nicht besser. Da sind wir nur die schlechteren Maschinen. Schwarz-weiß-Malerei verkennt die bunte Schönheit des Lebens. Wenn ich mich nur auf einen Aspekt fokussiere, komme ich vielleicht ganz gut ans Ziel. Gleichzeitig vernachlässige ich die anderen Facetten. Das rächt sich, früher oder später. In Krisen gerne früher.

Kunstwerk besteht aus einer bunten Vielfalt

Das Leben ist bunt. In der Betriebswissenschaft hat es bereits etabliert. Es gehört nun auch in der Wirtschaft zum guten Ton. Sich nicht ausschließlich an Shareholder-Value zu orientieren, sondern auch die Stakeholder-Value mit einzubeziehen. Auf die ganz lange Sicht verbinden sich die Ökonomie mit der Ökologie sogar. Das gemeinsame Wortbestandteil „Öko“ lässt es erahnen. Im vergangenen Jahrtausend waren beide Begriffe jedoch so weit voneinander entfernt wie Astronomie von der Astrologie es heute noch sind. Ökonomie und Ökologie gehören jedoch untrennbar zusammen. Astronomie und Astrologie haben jecoch vernachlässigbar wenig miteinander zu tun.

Egoismus und Hedonismus als zu ergänzende Wirtschaftsleitlinien

Der früher herrschende Fortschrittsglaube, dass Reichtum und Komfort schrankenlos glücklich mache, wurde ganz gut von Erich Fromm in seinem späten Werk „Haben und Sein“ auseinandergepflückt. Schauen wir uns es etwas genauer an. Fromm nimmt sich die systemimmanente ökonomische Wiedersprüche vor. Er stellt heraus, dass „Vergnügen im Sinne der Begierden nicht das Ziel des Lebens sein kann. Denn auf solche Lust folgt zwangsläufig die Unlust“(Seite 16).

Fromms Forderungen

Einen „fundamentalen Wandel der menschlichen Grundwerte, Einstellungen und Charakterorientierung im Sinne einer neuen Ethik, verbunden mit einer anderen Einstellung zur Natur“ fordert daher Fromm (S.22).

Erfolg bedeutet für Fromm seinem Leben Sinn zu geben und dabei Seelenruhe zu finden. Auch wenn wir das Wort Seele aus unserem Sprachschatz verbannt haben, so suchen wir mehr denn je psychische Balance, Ausgeglichenheit oder Work-Life-Balance.

„Unsere Aufgabe ist es, eine gesunde Wirtschaft für gesunde Menschen zu schaffen“, stellt Fromm abschließend heraus (S.215). Das stellt sich Fromm unter anderem derart vor:

  • Ausrichtung der Produktion auf einen gesunden und vernünftigen Konsum. (S.215)
  • humanistisches Management (S.226)
  • Schließung der Kluft zwischen armen und reichen Nationen (S.230)
  • Garantie eines jährlichen Mindesteinkommens (S. 231)
  • Gleichstellung der Frau (S. 233)

Zur Gleichstellung führt Fromm (S.233f) aus:

„Der Krieg zwischen den Geschlechtern ist .. alt …, aber er hat komplizierte Formen angenommen, da Männer die Frauen nicht nur als Arbeitstiere brauchten, sondern als Mütter, Geliebte und Trostspenderinnen. Oft tritt der Geschlechterkampf offen und brutal zutage, häufiger wird er im Verborgenen ausgetragen. Die Frauen mussten sich der Macht der Männer beugen, aber sie haben mit ihren eigenen Waffen zurückgeschlagen; ihre schärfste Waffe war, die Männer lächerlich zu machen. Die Unterjochung der einen Hälfte der Menschheit durch die andere hat beiden Geschlechtern immensen Schaden zugefügt und tut dies weiterhin“.

Kunstwerk: Organisationsentwicklung

Fromms Forderungen aus dem Jahr 1976 geben Denkimpulse, die aktueller denn je sind.

Gleichbehandlung, weiter betrachtet als ausschließlich auf der monetären Ebene, bringt die Gesellschaft und die Organisationen wirklich voran. Frauen in der Unternehmensführung bringen viele Aspekte auf den Tisch, für die die Unternehmen zuvor blind waren.

Erfolg muss wesentlich facettenreicher betrachtet werden, sonst droht der Sinn abhanden zu kommen.

Die Lektüre könnte dabei helfen. Erich Fromms „Haben und Sein“ können wir uneingeschränkt empfehlen. Persönlich habe ich es mehrmals gelesen. Dabei meine ich mit lesen, auch das kritische Auseinandersetzen mit den Gedankengängen, die ich nicht alle unterschreiben würde.

Kunstwerk Lesen

Das Lesen als Skill sollten wir uns ohnehin nicht abtrainieren, sondern verfeinern.

„Wann haben Sie sich das letzte Mal Gedanken darüber gemacht, wie Sie ein Buch besser lesen können? Wie sie regelmäßiger lesen, das Wissen besser behalten und vor allem, wie Sie Dinge aus einem Buch umsetzen können?“, fragt Dennis Fischer in der Handelsblattkolumne: Auf ein Buch „Warum man oft noch wie ein siebenjähriges Kind liest.“

Reflektiertes Lesen ist eine Kernkompetenz. Oft wird diese nie erworben oder geht im Stress des Alltags verloren. Doch ohne die innere Stille und Zurückgezogenheit, mit oder ohne einem Buch, geht der Sinn verloren, wenn dieser überhaupt jemals zuvor gefunden worden war. Nur das reflektierte Lesen lässt in unserem Kopf ein Kunstwerk entstehen.

Aus jahrelanger Erfahrung als Unternehmensberater beklagt Dieter Lange , dass der Sinn des Unternehmens selbst den Verantwortlichen oft nicht klar ist. Der Kontext, der übergreifende Handlungsrahmen, der Overarching Purpose fehle in fast allen Unternehmen.

Schaffen Sie Mehrwert, indem Sie im Unternehmen Dinge und Leistungen erschaffen, die mehr Wert sind. Wenn Sie dieses tun, leuchten Sie. Da, wo Licht brennt, versammeln sich Menschen. Rahmen Sie dann Ihr Tun ein und es ist ein Kunstwerk – Ihr Kunstwerk.

The Art of Organisation

Unternehmen zu führen, organisieren, andere verzaubern oder einfach nur machen, kann auch als arbeiten an einem Kunstwerk verstanden werden. Schöpfen Sie Ihre Kunstwerke selbst.

Der erste Schritt ist, den Sinn zu suchen und zu finden. – Wofür soll das Kunstwerk stehen?

Dann die Farbnuancen des Kunstwerks bestimmen. Dabei sind nicht ausschließlich gelb, rot, grün oder blau gemeint. Grau-blau ist eine mögliche Farbkombination. Vielleicht gefällt Ihnen jedoch rot-silber-gold besser. Sie bestimmern die Farben Ihrer Kunstwerke selbst.

Wie soll sich Ihr Kunstwerk in der Umgebung einfügen? Edel strahlen oder mimosenhaft unerkannt ihr Dasein fristen?

Setzen Sie Ihre Krativiät in verschiedenen Genren ein. Gestalten, schreiben, malen, sportlich ein Kunstwerk vollbringen oder gar einen Film drehen, vielleicht nur in Ihrem Kopf…

…und schon bald lässt sich Ihre Version der Shades-Story erzählen.

Für Ihr Kopfkino heißt es nun:

Film ab!

Forschungsweltmeister werden – uneinholbar erfolgreich

Forschungsweltmeister sind derzeit Amazon und Alphabet, berechnet nicht nach ihren absoluten, sondern nach ihren anteiligen Forschungsausgaben. Diese Unternehmen machen es uns vor. Mit der unabdingbaren Forschungsausrichtung ihres Unternehmens werden Sie scheinbar uneinholbar erfolgreich. Nicht nur monetär auch kognitiv.

Forschungsanstrengungen unternehmen

Forschungstätigkeit ist weder ausschließlich den Universitäten noch den großen global Playern vorbehalten. Um langfristig am Markt bestehen zu können, sind solide Forschungsanstrengungen notwendig.

Forschungsweltmeister sehen Forschung als Kernaufgabe

Forschung als Kernaufgabe sehen daher mehr als ein Dutzend Tochterunternehmen von Alphabet. Diese werden laut Handelsblatt mit den Gewinnen von Google finanziert. Geheimnisumwittert ist hierbei die Abteilung X. Medizin, Künstiliche Intelligenz, Verkehrstechnik sowie Drohnen stellen die wichtigsten zukünftigen Standbeine dar.

Forschungsweltmeister zu sein bedeutet vor alllem Erfindergeist aufzubringen. Dieser spiegelt sich auch in der KI wieder. Hierfür haben sich China und USA die Mehrzahl der Patente gesichert. Die ultimaltive Frage lautet deshalb: Wo wollen wir uns langfristig positionieren? Als Europa, als deutschsprachiger Raum, als einzelne Organisation?

Forschungsweltmeister leben von ihrem Mindset

Die anteilmäßigen Ausgaben so zu erhöhen, dass unser Unternehmen Weltmeister wird – das können wir uns nicht leisten – ahnen wir da viele denken.

Können Sie sich leisten nicht in die Forschung zu investieren? Wohl kaum.

Vielmehr leben Forschende Organisationen von und mit Innovationen. Kreative Ideen umzusetzen hat noch keinem geschadet. Kreativität zu leben macht echten Spaß. Kindliche Neugier lässt uns nicht nur jünger wiken, sondern auch attraktiver. Als Mensch und als Unternehmen. Es kommt vornehmlich auf das forschende Mindset an.

Nun werden Sie nicht gleich Weltmeister. Jedoch lohnt es sich, sich auf den Weg zu machen. Loslegen. Einfach sich zu fragen, was könnten wir besser als alle anderen vollbringen? Womit könnten wir glänzen? Worauf wartet die Welt? Welche Idee ist noch nicht umgesezt?

Geistesblitze, die die Welt verädern, sind stets gefragt. Und diese sind stets Mangelware. Es gibt nie genug.

Schaffen Sie daher die Bedingungen, die Ihre Organisation weltmeisterlich werden lassen. Dabei zählt nicht nur die Quantität. Sondern auch die Qualität. Qualität hat einen noch viel höheren Wert.

Paradigmenwechsel

Es ist an der Zeit einen Paradigmenwechsel zur Forschenden Organisation zu vollziehen.
Es lohnt sich.

Sie müssen ja nicht gleich Weltmeister werden. Auf die langfristige Perspektive kommt es an…

Altruismus und Eigeninteresse – beide richtig wichtig

Selbstlos anderen zu helfen, bezeichnen wir als Altruismus. Das Eigeninteresse selbst hinten anzustellen, um anderen zu helfen, hört sich heroisch an. Sind Altruisumus und Eigeninteresse nur scheinbar gegensätzliche Interessen? Und warum sollten wir Altruismus kultivieren?

Eigeninteresse als Hirnfunktion

Das menschliche Gehirn ist darauf ausgerichtet, die Chancen für das eigene Überleben zu maximieren. Dieses bedeutet vor allem: essen, sich fortpflanzen, Macht ausüben, Energie sparen, Informationen gewinnen.

Diese Mechanismen sind einfach und robust. Sie haben sich über Millionen Jahre bewährt. Diese kurzfristige Lustmaximierung treibt das Eigeninteresse und damit den Konsum an. Im Striatum des Großhirns liegen Neurone, die bei jedem dieser überlebensdienlichen Verhaltensmuster Dopamin ausschütten. Und somit generieren sie Lust und Wohlbefinden.

Das Striatum kann sich selbst nicht begrenzen. Deshalb fällt es den Menschen schwer, sich selbst zu zügeln: Sex, Güter, Nachrichten, Essen und Trinken sind in unserer Gesellschaft im Überfluss vorhanden und können mit wenig Energieaufwand konsumiert werden.

Dass wir diesem Überfluss so hilflos als Konsumenten gegenüberstehen, liegt daran, dass wir evolutionär nie dieser Situation ausgesetzt waren. Wir sind daher auch nicht darauf vorbereitet.

Neurowissenschaftliche Zukunftsblindheit

Überlebensvorteil lag Jahrtausende lang daher auch im schnellen Konsum. So wurden die „Fressgene“ und die anderen kurzfristigen Lustbeschaffer zu unseren größten Feinden. Fettleibigkeit, übermäßiger Medien- und Sexkonsum sorgen jedoch derzeit für mehr Frust als Lust. Auch hier wird deutlich: eine positive Eigenschaft / Verhaltensweise verkehrt sich ins Gegenteil, wenn sie überperfektioniert wurde.

Die Dopaminausschüttung ist umso stärker, je schneller die Belohnung folgt, so die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse der Cambrige Universität. Deshalb fällt es uns so schwer eine langfristige Perspektive einzunehmen. Daher sind wir blind für die längerfristige Zukunft. Dieses gilt auf dem Aktienparkett genau so wie für die globale Entwicklung. Dem Striatum sei dank.

„Die riesige Großhirnrinde des Homo sapiens, die ihm immer mehr Möglichkeiten verschaffte, hat sich in den Dienst eines Zwerges gestellt, der sich nur zu gern an Macht, Sex, Essen, Faulheit und seinem Ego berauscht“, stellt Sébastien Bohler heraus.

Altruismus und andere Strategien

Istinktiv wissen wir, dass wir diesem Mechanismus entkommen können. Denn nicht alle Menschen sind süchtig. Und wenn Menschen süchtig sind, dann zumeist nicht nach allen gennanten Faktoren.

Rosinen picken

Die ultimantive Frage lautet nun, wie können wir uns im Erwachsenenalter eine neue langfristigere Sicht aneignen?

Hierfür sind ein paar Rosinen gut geeignet.

Bei dieser Rosinenübung greifen Sie nach einer einzigen Beere. Betrachten Sie diese genau: Größe, Konturen, Falten, Farbnuancen… Riechen Sie den Duft, den eine einzelne Rosine versprüht? Nun stecken Sie sie in den Mund – jedoch ohne zunächst zu kauen, nur an der Rosine lecken. Dann weicht diese durch Ihren Speichel auf. Ihr süßer Geschmack überwältigt Sie – eine einzige Rosine. Dafür benötigen Sie etwa 10 Minuten Zeit.

„Zeit, die wir uns nehmen – gibt uns etwas zurück“, wusste schon Goethe.

Diese Rosinenübung geht auch mit dunkler Schokolade, Aprikosen und ist nicht nur auf das Essen beschränkt.

Mit Bewusstheit erweitern wir unseren Resonanzraum und können uns von unseren Süchten befreien. Weniger ist mehr. In der Zukunft noch viel mehr als heute.

In der Bewusstheit lassen wir uns nicht mehr so leicht von kurzfristigen Impulsen steuern. Ferner widerstehen wir eher dem Lockruf der schnellen Belohnung. Wir lernen uns auch frei und bewusst zu entscheiden. Des Weiteren handeln wir aus einer langfristig altruistischen Perspektive.

Gender-reated-facts aus der Neurowissenschaft

Altrustisches Verhalten ist bei Frauen häufiger ausgeprägt als bei Männern, so eine bedeutsame Erkenntnis des funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) Verfahrens der veranschaulichen Hirnforschung.

In diesem Versuch ging es um Geld. Bei weiblichen Versuchspersonen wurde das Striatum auch beim Teilen des Geldes aktiv. Keinesfalls war das so bei den männlichen Probanten. Männer behielten das Geld für sich. Sie aktivierten auf diesem Wege ihr Striatum. Hier finden wir eine Begründung für den Gender-Pay-Gap: Frauen können teilen, Männer nicht.

Altruismus und die aktuelle gesellschaftliche Perspektive

Eine Gesellschaft ist auf altruistisches Verhalten angewiesen. Helfen ohne einen adäquaten Gegenwert ist gesellschaftlich überlebensnotwendig. Wir sind auch dazu gesetzlich verpflichtet – etwa bei Lebensgefahr.

„Eigeninteresse und Altruismus sind dann ein und dieselbe Sache“, stellt Bill Gates konkludierend in Bezug auf die Impfdosen aus der gesellschaftlichen Perspektive heraus.

Und wie sieht es aus der organisatorischen Perspektive aus?

Altruismus aus der oganisatorischen Perspektive

„Altruismus ist das wahre Wunder, aus dem alle Wunder entstehen“, erkannte schon Ernesto Walter Emerson.

Mehr möchten wir dem nicht hinzufügen.

Vielmehr Sie auffordern selbst Wunder zu vollbringen und Bedingungen zu schaffen, Wunder entstehen zu lassen.

Hoffentlich haben Sie nun eine paar neue Impulse. Sowie neue Ideen wie Sie das umsetzen können.

Viel Erfolg!

Mensa – Perspektivwechsel bei der Kantine

Mensa, die gute alte Kantine, ist als sozialer Ort schwer zu ersetzen. Informeller Austausch bei einer warmen Mahlzeit dient als sozialer Kitt. Jedoch auch als Ort des Austausches von Ideen und Geistesblitzen quer über die internen Grenzen hinweg. Funktionen der guten alten Mensa, die oft vernachlässigt, gar missachtet werden.

Mensa ist out – Wegfall der betrieblichen Kantine

Nicht nur in Zeiten des Home-Office fehlt der soziale Austausch an unverbindlichen Orten wie der Kaffeeküche oder der Kantine. Bereits zuvor sind schon Kantinen wegrationalisiert worden. Einsparungen, die schnell verbucht wurden.

Unternehmen können jedoch die daraus resultierenden negativen Folgekosten nicht beziffern. Die Rechnung, was die Kosten- und Leistungsrechnung nicht messen kann, existiert nicht, greift zu kurz.

Wenn anstatt einer gesunden und schmackhaften Ernährung, der Mac Doof um die Ecke mangels Alternativen als Grundversorgung dient, dann darf sich keiner über ebensolche Ergebnisse wundern.

Wenn Ideen nicht geboren, nicht verfeinert und nicht umgesetzt werden, ist das nicht quanitfizierbar.

Dennoch richten die nicht um die Büroecke gedachten und damit unverwirklichten Ideen den größten Schaden an.

Kalter Kaffee

In einem Versuch ist nachgewiesen worden, dass wir fremde Menschen, je nach der Temperatur des zuvor gereichten Kaffees, anders beurteilen. Bei einem warmen Getränk wird auch der Person sprichwörtlich warm ums Herz.

Warme Mahlzeiten anzubieten – darauf sind sogar die Tafeln gekommen. Wohl wissend, wie existentiell diese für das persönliche Wohlbefinden sind. Wohlbefinden – da war doch was.

Die Kantinen sind in vielen Betrieben weg. Mancherorts wurden sie später durch kaltes Obst oder – noch schlimmer durch eine Süßigkeitenflatrate – ersetzt. Die Folgen einer solchen Flatrate kann sich jeder selbst ausmalen. Wie kurzfristig muss das Denken eines solches Unternehmens gestrickt sein? Geht es schlimmer?

Schlimmer geht immer. Wenn die Niederlassungsleitung sich selbst das Geld für die nicht angebotenen Früchte und Getränke einsteckt. Unangekündigte Besuche lassen die Zentrale vielleicht aufschrecken, öffnen jedoch die Augen für die wahren Probleme des Betriebs-Alltags.

Mensa als Forschungsort

Wie wäre es mit einer gesunden warmen Mahlzeit, die je nach Betriebsgröße nicht zwangsläufig täglich, jedoch regelmäßig frei angeboten werden würde?

Gleichzeitig schaffen Sie damit Anreize das bequeme Home-Office freiwillig zu verlassen.

Ungezwungener Austausch in einer warmen Atmosphäre lässt früher oder später eine neue Idee sprießen. Diese wird wohlwollend grenzenüberwindend ausgeklügelt. Echter Fortschritt lässt sich so leicht generieren.

Die Frage lautet nur: Welche Kultur hätten Sie gerne?

Nicht umsonst haben die Hochbegabten ihren ältesten Club ebenso genannt: Mensa.

Selbstorganisation – oben ohne? Wie Sie forschend agieren

Was bedeutet Forschende Organisation? Zentrales Steuerunsmittel ist die Selbstorganisation. Welche Konsequenzen hat Selbstorganisation für die Führungsetagen? Und vor allem: Sind die obersten Riegen nun überfüssig? In unsicheren Zeiten muss Sicherheit her. Doch strahlen Sie die notwendige Lässigkeit auch aus? Und noch viel wichtiger: auch nach Innen?

Forschende Organisation heißt auch Selbstorganisation leben

Selbstorganisation wird verstanden als kompetentes situationsgerechtes lösungsorietiertes Handeln auf Erfahrungsbasis. Agilität, Transparenz, forschende Kultur, Lösunugsorientierung und Vertrauen bilden die Grundlagen für Forschende Organisation. Nun heißt es durch Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit zu überzeugen. Statussymbole werden hinten angestellt, wenn auch nicht völlig vernachlässigt.

Nicht nur verstehen, sondern es auch täglich umsetzen, ist die Herausforderung, der Sie sich täglich stellen. Wenn Sie plötzlich erkranken, in diesen Tagen durchaus vorstellbar, wie lange würde Ihre Organisation, Abteilung oder was auch immer Sie zu veratworten haben, ohne großen Schaden überstehen?

Viele meinen, dass nur Unersetzbarkeit sie wichtig mache.

Nein, vollkommen falsch!

Wie Eltern, die sich in Augen der Pubertierenden, fast überflüssig machen. Ebenso wie Eltern, die das schnell akzeptieren und dementsprechend agieren und keine Vorschriften den Halbwüchsigen mehr machen. Genau so sollten auch Führungskräfte ihre anvertrauten Mitarbeiter behandeln. Als erwachsene Menschen, denen sie mit Rat und Tat zur Seite stehen. Exakt wie die erwachsenen Kinder wieder mit den Eltern kommunizieren, sofern die Eltern nicht in die falschen alten Rollen verfallen.

Unsicherheiten aufheben

Die Vorteile eines selbstorganisierten Unternehmens sind evident – für diejenigen zumindest, die es begriffen haben und auch umsetzen können.

Bezüglich der Führungsrolle herrscht eine große Unsicherheit.
Change Prozesse verursachen immer Unsicherheiten, soweit ist das völlig normal.

Jedoch ist die Elite nun selbst verunsichert, bis hin zur obersten Ebene. Die Führungskultur muss sich neu finden. In Wellenform geht das durch die ganze Organisation.

Braucht man überhaupt noch Führung? Und wenn ja, wofür?

Schauen wir uns doch mal um. Bekleidungsmäßig hat Putin es „oben ohne“ versucht und sich vor der Weltöffentlichkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Bei seinem Führungsstil kommt „oben ohne“ bestimmt nicht vor. Doch diese Art Führungspersönlichkeit meinen wir nicht…

Mit Selbstorganisation klaren Kopf behalten

Wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend flitzen… weit kommt man damit nicht.
Das Huhn, der Mensch und die Organisation – alle brauchen einen klaren Kopf.

Einen Kopf, der klar denken und die Organe (Herz, Leber, Nieren, Milz, …) ihre Funktion ausüben lassen kann. Der Kopf steuert bewusst und unbewusst die Prozesse. Die lebensnotwendigen Mittel sind in ausreichenden Mengen vorhanden: Sauerstoff, Wasser, Nahrung. Gleichzeitig verrichten die Organe in Eigenregie, das was zu tun ist. Nicht nur die Organe. Auch jede einzelne Zelle weiß, was sie zu tun hat. Sie agiert überlebenswichtig richtig, obwohl sie wohl kaum den ganzen Zusammenhang über- oder gar durchschauen kann.

Adäquat in den Unternehmen: Raum, Technik, finanzielle Mittel sind nicht immer selbstverständlich, leider. Mal fehlt die eine oder andere (digitale) Zugangsberechtigung, so dass die gern getane nicht erledigt werden kann.

Oder es werden andere Steine, in welcher Form auch immer, in den Weg gestreut, manchmal gar vom mittleren Management.

Jeder will „Arbeit haben“ und keiner „Arbeit machen“. Schikane unken die Benachteiligten. Von außen betrachtet grenzt es oft an ein Wunder, dass etwas Produktives entsteht.

In Organisationen steckt demnach enormes Potential, das sehnsüchtig darauf wartet, gehoben zu werden…

Selbstorganisation und neues Führungsverständniss


Die Elite muss Mittel, Raum und Zeit für Kreativität und Ideen bieten. Sie sollte Vertrauen und Sicherheit bieten. Energie sowohl nach innen als auch außen ausstrahlen.

Wenn die Ideen auf einen Boden, der sie gedeihen lässt, fallen, dann fängt die Forschende Organistion exponentiell zu wachsen an. Erfolg wächst dann ebenfalls exponentiell scheinbar von ganz alleine.

So kommt es zumindest vor, wenn die richtige Organisationsentwicklungstechnik dahinter steckt.

Glaswände überwinden und neue Wege gehen

Leistungsstarke Menschen erreichen oft einen Punkt ihrer Karriere an dem sie nicht weiter kommen. Sie können nicht die Glaswände überwinden. Wie es sein könnte, sehen sie zwar, sie kommen einfach nicht hinein. Sie sitzen fest. An dieser Karrierekante kann man schnell abrutschen. Ebenso kann diese als Sprungbrett genutzt werden…

Als Führungskraft tragen Sie Verantwortung für Ihr Team. Am einfachsten und am schnellsten ist es mit der eigenen Führungskraft gemeinsam Step by Step nach oben zu steigen. Vertrauen und Verantwortung wachsen mit der Zeit. Gemeinsam ist nicht einsam. Fordern und gefordert werden. Es geht jedoch nicht immer ganz glatt. Eigentlich nie.

Unzufriedenheit konkretisieren

Wenn Sie merken, dass es für Sie persönlich schon länger nicht so vorangeht, wie Sie es wünschen, ist es wichtig diese Faktoren konkret zu benennen: Karrierestufen, Fortbildungsmöglichkeiten, Geld… Vielleicht ist es das Tätigkeitsfeld selbst, welches Sie langweilt. Machen Sie es dingfest.

Eventuell sind Sie mit Ihrem Team unzufrieden. Überlegen Sie zuerst, was verbessert werden kann. Dann in Einzelgesprächen mit Schlüsselpersonen gemeinsam eruieren, was zu tun ist. Auch wie Sie Ihren Mitarbeitern und damit dem Unternehmen dienen könnten.

Sich unbewussten Ängsten stellen

Viele Führungskräfte haben die unterbewusste Angst, dass ständig an ihrem Stuhl gesägt wird. Sie sind bis zu 80% der Zeit damit beschäftigt, ihre Position und ihren Status zu verteidigen. Dann kann daraus nichts werden, denken Sie jetzt richtigerweise. Genau.

Menschen entwickeln zu können, ist die wichtigse Führungsfähigkeit überhaupt. Wenn Sie das verwirklichen – wenn Sie im positiven Sinne aus Mücken Elefanten züchten können – werden Sie selbst unersetzbar und unbezahlbar.

Sie wissen schon: „Ich habe (immer) die falschen Leute“, spricht gegen die Führungskraft selbst. Die gute Nachricht ist: daran können Führungskräfte arbeiten und sich selbst zum Entwickler herauskristallisieren. Sie müssen die innere Bereitschaft mitbringen und daran arbeiten.

Glaswände überwinden mit Investitionen in das eigene Ich

Investieren Sie in sich selbst. Sowohl körperlich als auch geistig. Beides hängt zusammen.

Lernen Sie beispielsweise Klettern, Trampolin oder Fallschirm-Springen. So trainieren Sie Ängste zu überwinden, körperliche Beweglichkeit und Ausdauer.

Investieren Sie auch intellektuell: Arbeiten Sie an Ihren Schwächen und stärken Sie Ihre Stärken. Denken Sie über das Denken nach. Kommen Sie dann ins Handeln.

Das Kapital, welches man in sich selbst investiert, amortisiert sich am besten.
Dann führt kein Weg an Ihnen vorbei.

Sie finden die Tür in der Glaswand.

Und wenn nicht, dann gibt es noch die Ausgangstür. Jeder weitere Tag in einem Unternehmen, indem Sie auf der Stelle treten, ist reine Verschwendung dessen, was am wertvollsten ist: Ihrer Zeit.

Und Sie werden feststellen, dass die Ausgangstür neue Wege für Sie parat hält.
Diese erweitern Ihren persönlichen Horizont erheblich.

Gender-related Facts – für Ihre Performence

Kreativer Regenbogen

Die Korrelation zwischen dem Geschlecht und Umgang mit der Coronakrise lässt sich nicht negieren. Wenn wir bereit sind, uns mit den Gender-Fakten auseinanderzusetzen, steigern wir die Performence.

Chefin und Mitarbeiter wie Mitarbeiterinnen müssen ihre Rollen finden

Jeder kennt die Geschichten mit und um die Chefin. Die Chefin, die kaum auszuhalten sei, die keinerlei Kompetenz besitze… Manchmal steckt da wohl auch die unerfüllte Liebe dahinter. Dieses Eingeständnis, habe ich nach einer Dekade von Schimpfeskapaden und einer weiteren Dekade der Beruhigung kürzlich erfahren. Vieles kommt doch ans Licht.
Einzelfall? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass ich mit meiner ehemaligen langjährigen Chefin Andrea freudnschaftlich verbunden bin. Unser Verhältnis ist geprägt vom tiefen gegenseitigen Respekt. Das Vertrauen ist langsam, aber stetig gewachsen bis es wechselseitig unerschütterlich wurde.

Gender-Brennglas Corona

Frauen an der Regierungsspitze haben die Entwicklung der Pandemie, einschließlich der Mortalität ihres Landes am besten im Griff, ist zu lesen.

Weltweit führt das weibliche Geschlecht in 15 von 193 Ländern eine Regierung an. Angela Merkel, Mette Frederiksen in Dänemark, Katrin Jakobsdottir in Island, Sanna Marin in Finnland, Jacinda Ardern aus Neuseeland, Erna Solberg in Norwegen sowieTsai Ing-Wen in Taiwan haben im internationalen Vergleich die niedrigsten Infektionsraten und weitaus weniger Todesfälle, als ihre männlichen Pedanten. Genderrelated vergleichen wir Merkel und Co mit Trump – Desinfektionsmittel trinken ?- oder Macron, der sich im Krieg wähnte.

„Stehen Männer an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung“, wird schon geunkt. An dieser Stelle habe ich Mitleid, denn ich weiß, dass diese Gender-Gegenüberstellung ganz vielen Herren Unrecht tut.

Herren machen einen verdammt guten Job. Das muss hier ganz deutlich gesagt werden. Damen jedoch auch.

Vielfalt macht resilient

Resilient sind die Länder, die die Chancengleichheit auch sonst weitgehend verwirklichen. Diese Länder sind des weiteren wirtschaftlich erfolgreicher und glücklicher.

Diversity führt auch unternehmerisch zum nachhaltigen Erfolg. Ein Mix aus Geschlecht, Alter und Herkunft führt zum nachhaltigen Erfolg. Der Diversity verpflichtete Unternehmen sind an der börse profitabler, produktiver und wertvoller.

Gender-Ausblick

Backlash oder drei Schritte nach vorne? Wir haben die Wahl. Schauen wir zurück, bevor wir den Blick nach vorn richten. Waren es nicht auch die Trümmerfrauen die fast alles aufgebaut haben? Und wer hat Ihnen die Basics des Lebens beigebracht?

Ich möchte nicht sagen, dass an Frauen in der Elite kein Weg vorbeiführt. Nein.

Aber es gibt einen Weg, der ins Abseits führt. Und einen gendergerechten Weg, der Sie und Ihr Unternehmen nach den Sternen greifen lässt.

Die Frage lautet nur: Wohin wollen Sie?

Selbstbestimmt Agieren statt Warten auf Godot

Mein erster Theaterbesuch, Samuel Becketts Meisterstück Warten auf Godot, weckte meinen Hunger nach mehr. Das Theaterstück führt uns vor die Augen, wie sehr das Warten unser Leben bestimmt. Ferner zeigt es auf, dass sich an unserem Nicht-Verhalten im Zeitablauf nichts ändert. Immer bestimmt diese widerkehrende Warteschleife unser Nichthandeln. Krise hin – Krise her. Das Warten bestimmt unser Sein. Dabei wissen wir nicht einmal so richtig, worauf wir warten. Auf den Superhero? Die Erlöserfigur, die nie kommt? Oder die Erfüllung, die nie stattfindet? Beckett führt uns unser alltägliches absurdes Theater vor die Augen. Der einzige Ausweg: diese absurde Warteschleife aufbrechen und selbstbestimmt handeln.

Selbstbestimmtes Agieren erfordet Kraft, Mut und Entschlossenheit.

Durch gezieltes Handeln setzen wir unsere Interessen durch. Bei der Interessendurchsetzung sind die Grenzen zur Manipulation fließend. Jedoch wenn wir unsere eigene Welt nicht selbst beherrschen, dann werden wir beherrscht.

Entweder Sie sprechen auch Unangenehmes aus und riskieren etwas zu zerstören oder Sie fressen alles in sich hinein und zerstören sich selber. Aktive Konfliktlösung efordert Mut auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Lassen Sie sich von Werten leiten. Erkennen Sie Ihren Selbstwert. Lassen Sie diesen durch niemanden zerstören. Achtung erfordert zuerst Selbstachung.

When you undervalue yourself – the world will undervalue who you are!

Selbstbewusst sein bedeutet sich seiner selbst bewusst sein. Da ist nichts Falsches daran. Und nichts von außen Vorgegebenes. Unternehmen sind auf selbstbewusste Führungskräfte und auf selbstbewusste Mitarbeiter angewiesen. Denn nur diese bringen sich selbst und gleichzeitig auch das Unternehmen voran.

Selbstbestimmtes NEIN statt Warten auf Godot

Leadership, Innovation und Unternehmertum erfordern entschlossenes Agieren – auf jeder Hierarchiebene. Das schließt die Fähigkeit Nein zu sagen mit ein. Ein entschiedenes Nein ist weitaus ehrlicher als ein wages, unentschiedenes Ja. Es wird auch viel leichter akzeptiert, als gemeinhin befürchtet. Ein entschiedenes Nein kann vielleicht auch mal eine große Tür schließen, doch es eröffnet neue ungeahnte Türen.

Mut statt geistige Armut

Durchbruch erfordert Mut, das Unmögliche zu wagen und mit Sicherheit zu brechen. Vergessen Sie nicht, auch Mut ist ein Muskel, der trainiert werden muss.

Die Arena gehört den Mutigen,
denen die die Freiheit lieben,
denen, die das Fliegen lernen
und selbstbestimmt durch die Lüfte segeln.

Flieg Vogel flieg!

Intrinsische Motivation und die Quadratur des Kreises

Eine Sache ihrer selbst Willen zu tun und dieses Tun zu genießen, das bezeichnen wir als intrinsische Motivation. Sie genießen was Sie tun, unabhängig davon, was Sie damit erreichen. Wenn Sie schreiben, um des Schreibens willen: genießen Sie zu formulieren, möchten etwas ausdrücken, was aus Ihnen sprudelt. Sie haben Freude dabei. Wenn Sie laufen und das Laufen an sich genießen. Sie lieben es, die Bewegung ihres Körpers zu spüren, die Waldluft zu atmen und dabei dem Vogelgezwitscher zuzuhören.

Intrinsische Motivation ist von der Zielerreichung losgekoppelt. Dennoch ist es die intrinsische Motivation, die die Kusche Ihres Lebens und die Ihrer Karriere richtig voranzieht. Sie wird daher gemeinhin als die beste Motivation betrachtet. Denn die intrinsische Motivation achtet die eingenen Interessen, Wünsche und Bedürnisse.

„Den Marathon in einer ganz bestimmten Zeit schaffen zu wollen oder der Aufstieg mit einer Mannschaft… Das sind extrinsische Ziele, also solche, die außerhalb der eigentlichen Handlung liegen, die also als Konsequenz der Handlung erreicht werden. Die Konsequenz des Fitnesstrainings ist, dass ich abnehme. Auch das ist ein extrinsisches Ziel“, stellt Jens Kleinert heraus.

Oder mit Jan Frodenos Worten: „Jeder muss für sich selbst entdecken: Was ist mir wichtig? Wie ticke ich?“ Und weiter fährt er fort: „Damals war für mich Verzicht als Grundsatz – egal auf was bezogen – das, was ich mit Hochleistung verbunden habe. Ich dachte, ein Sportler muss auf alles verzichten, was Spaß bringt, besonders als Ausdauersportler. Ich wäre daran kaputtgegangen. “ Anders ausgedrückt: uns bringen strenge Vorschriften und Vorgaben nur mittelfristig sehr weit. Langfristig können wir diese nicht durchhalten und gehen daran kaputt. Langrfristig benötigen wir intrinsische Faktoren.

Intrinsischer Motivation als Erfolgsfaktor

Die ultimative Frage lautet daher, ob intrinsische Motivation in Unternehmen überhaupt möglich ist. Wenn die Mitarbeiter Zeit gegen Geld tauschen, dann wird von ihnen zurecht Arbeitsleistung erwartet.

  • Sind die Mitarbeiter daher nicht zwangsläufig, wenn überhaupt, extrinsisch motiviert?
  • Stellt die intrinsische Motivation im Umternehmen nicht die Quadratur des Kreises dar?
  • Kann ich die intrinsische Motivation meiner Mitarbeiter und Führungskräfte nachhaltig beeinflussen?

Die Antwort lautet: Ja und Nein. Es ist ambiguativ.

Das Wichtigste ist, die Präferenzen der Führungskräfte und Mitarbeiter zu identifizieren:

  • Welche Tätigkeiten bereiten den Führungskräften und den Mitarbeitern wirklich Freude?
  • Wie würde der optimale Arbeitstag, Arbeitswoche aussehen?
  • Wechseln die Tätigkeiten in Jahresverlauf stark?

Ermitteln Sie diese Punkte in stressfreien Situationen. Diese ist nicht unbedingt in Beurteilungsgesprächen gegeben. Eine Vertrauensbasis ist hierbei unabdingbar. Eine neutrale Persönlichkeit kann helfen. Jedoch gilt dabei: die besten Unternehmensberater und Coaches sind diejenigen, die sich selbst und ihre Arbeit überflüssig machen.

In dem Moment, in dem die Führungskräfte und Mitarbeiter ihre Wünsche und Vorstellungen in Worte fassen, müssen sie sich selbst reflektieren – und das ist die Basis für den nachhaltigen Erfolg.

Wichtig ist, die weiteren Schritte konsequent zu gehen und diese Inputs konstruktiv zu nutzen:

Ermöglichen Sie dann Ihren Führungskräften und Mitarbeitern, dass zu tun, wofür diese bestimmt sind und Sie werden ungeahnte Erfolge feiern, nicht zuletzt deshalb, weil der Erfolg nicht der bestimmende Faktor des Handelns war.