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Schallmauern durchbrechen

Vom Triathlon lernen – heißt Siegen lernen! Und das richtig. Schallmauern durchbrechen heißt dabei die Grenzen der Leistungsfähigkeit neu definieren.
Der Ironman auf Hawaii unser Sunort schlechthin.

Jan Frodeno und Anne Haug haben auf Hawaii den Triathlon-Thron für sich erobert.

Wie schaffen sie das? Und was können wir für die Organisationsentwicklungstechnik (Ort) daraus lernen?

Schallmauern durchbrechen mit den Big Five

Die weltmeisterlichen „Big-Five“ können wir folgendermaßen benennen:

  1. Bedingungen akzeptieren
  2. Rückschläge zur Entfaltung nutzen
  3. Systematisch Grenzen durchbrechen
  4. Teamspirit
  5. Trainer

Bedingungen akzeptieren

Über die Hitze zu lamentieren, so wie wir es von anderen Sportarten kennen, verbietet sich für die Triathleten. Die Lavawüste auf Hawaii wird als extreme sportliche Herausforderung akzeptiert. Es gilt sich bestmöglich darauf vorzubereiten.
Der bittersüße Reiz der Schmerzen wird geliebt: „das ist der Tag, den ich mein Leben lang gesucht habe“, sagte der frischgebackene Weltmeister Frodeno auf Kona – mit einem von den Schmerzen und Strapazen zerfurchten Gesicht.

Rückschläge zur Entfaltung nutzen

Dass es nicht immer glatt läuft, hat Frodeno die letzten beiden Jahre demonstriert. Ein Bruch aufgrund des Übertrainings, hat ihn zum Reporter des letztjährigen Ereignisses auf Kona werden lassen. Patrick Langes Schallmauerdurchbruch, mit einem Finish auf Kona unter 8 Stunden, hat 2018 wohl Frodeno mehr geschmerzt, als eine gefinishte Langdistanz je anrichten kann. Diese Schmerzen konnte Frodeno in seinen dritten Weltmeistertitel umwandeln.

Systematisch Schallmauern durchbrechen

Nicht zufällig ist Jan Frodenos Zeit unter der letztjährigen von Patrick Lange geblieben. Ein neuer Rekord musste her. Die Schallmauern sind nur dafür da, um durchbrochen zu werden – für erfolgreiche Sieger zumindest.

Teamspirit

Frodeno, Lage, Kienle und Haug wissen, dass sie nur mit einem starken Team im Hintergrund Schallmauern verschieben können. Sie sind keine Einzelkämpfer, auch wenn es am Wettkampftag so auszusehen vermag.

Trainer

Kaum beachtet, aber von enormer Wichtigkeit: beide frischgebackene Weltmeister haben den gleichen Trainer: Dan Lorang. Der Einfluss des Coaches ist für ihren Erfolg grundlegend. Um Schallmauern durchbrechen zu können, werden Spitzentrainer gebraucht – und im Unternehmen Spitzenführungskräfte.
Dan Lorangs Erfolgsrezept schauen wir uns demnächst genauer an.

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Organisationsentwicklung Scheitern

Scheitern lernen!

Scheitern, das ist die erfolglose Verfolgung eines Zieles. Warum ist aber Scheitern dennoch grundlegend wichtig und wie geht das richtige Scheitern? Können wir das Scheitern lernen?

Eine verbrannte Pizza, Misserfolg am Markt oder fehlerhafte Produkte – das Scheitern ist allseits bekannt und leider auch verkannt! Sich zu eigenen Fehlern oder Misserfolgen zu bekennen, das fällt schwer, auch sich selbst gegenüber.

Innovation, Mut neues zu wagen, birgt Risiko des Scheiterns in sich. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – oder verliert, eben.

Wenn ich immer die gleiche Pizza backe, werde ich nichts Neues erfinden – nur wenn ich neues ausprobiere, werde ich weiterkommen oder auch scheitern: Versuch und Irrtum heißt das Prinzip des forschenden Handelns.

Ausprobieren, mutig sein, Neues wagen, Innovationen, Entdeckungen, Erfindungen, geniale Ideen – manchmal aber leider knapp daneben.

Was nun? Was ist zu tun? Das wichtigste ist:

Scheitern lernen heißt zuerst Scheitern erkennen

Das Scheitern muss zuerst erkannt werden wollen. Das verfehlen eines Ziels muss innerlich zugegeben werden. Manchmal helfen äußerliche Reize (eine verbrannte Pizza ist leicht zu erkennen). Wichtig ist, nicht Misserfolge in Erfolge umzudeuten. Vorsicht vor der Betriebsblindheit. Ansonsten laufen wir im berühmten Hamsterrad.

Andrerseits gibt es am Beginn des organisatorischen Heilungsprozesses auch die Erstverschlimmerung. Vorsicht hier ist eine Deutungsfalle.

Analyse des Scheiterns

Zum Scheitern lernen gehört auch die Analyse des Scheiterns. Das Scheitern kann in der Ziel- Mittel und / oder Umsetzungsebene begründet sein.

Die grundlegende Zielebene wird meist nicht thematisiert: Welche Vision habe ich? Oder habe ich keine bzw. ist mir diese nicht bewusst? Wurde das richtige Ziel gewählt? Diese Fragestellungen müssen in das Zentrum des Bewusstseins hineingelangen.

Wenn das richtige Ziel, nennen wir es visionskompatibel, gefunden wurde, dann schauen wir uns die Mittel an, die gewählt wurden um dieses Ziel zu erreichen. Handwerkszeug der Organisationsentwicklung eben.

Dann gelangen wir zu der Umsetzung / Durchführung des Prozesses. Wurden hierbei Fehler gemacht?

Ist das Produkt / die Dienstleistung fehlerhaft? Ist die Intensität richtig gewählt? Stimmt der Preis? Richtiger Ort? Richtiger Zeitpunkt / Zeitraum? Denn nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist – aber ist es wirklich so weit? Oder sind wir der Zeit voraus? Nein, nicht hinterher, das nun wirklich nicht.

Folgen des Scheiterns

Wie geht man mit dem Scheitern um?

  • Aufhören und Raum für Neues schaffen
  • Ändern und genaue Beobachtung der Auswirkungen
  • Weitermachen und nicht aufgeben

Wird weitergemacht, dann kann es passieren, das Loose-Loose-Situationen entstehen. Dann sind die Kosten höher als der Nutzen. In Konfliktsituationen geht es um das vermeintliche Gewinnen, der Preis wird zur Nebensache.

Scheitern lernen

Fehler erkennen, analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen – man muss das Scheitern beherrschen, um daran zu wachsen.

Anderes wachsen zu lassen und daran auch selbst zu wachsen – aber nicht am Gras ziehen, denn es wächst dadurch nicht schneller.

Das ist die Kunst der Forschenden Organisation: ein Management par excellence.