Humor hilft


Humor ist, richtig eingesetzt, das Schmiermittel unseres Miteinanders. Brenzlige Situationen und Konflikte lassen sich gut mit Humor auflösen. Doch warum erst auf organisatorische Krankheitsbilder warten? Humor lässt sich in Organisationen auch präventiv einsetzen. Schauen wir uns zuvor Grundsätzliches an.

Stufen des menschlichen Humors

Es gibt fünf Möglichkeiten mit Humor umgehen.

  1. Menschen lachen nie.
  2. Viele lachen nur über Witze anderer und mit anderen.
  3. Einige machen selbst Witze.
  4. Wenige lachen mit anderen über sich selbst.
  5. Die wenigsten Menschen machen Witze über sich selbst.
  1. Menschen, die erst sind, wirken seriös und kompetent. Spaßfrei durch das Arbeitsleben, lautet Ihr Motto. Aus Unsicherheit vermeiden diese Menschen das Lachen. Diese aufgesetzte Kompetenz macht keinen sympathisch. Schon lange nicht zum Mitarbeiter oder Führungskraft erster Wahl.
  2. Mitzulachen schaffen schon viele. Das gemeinsame Lachen verbindet.
  3. Selbst Witze zu machen ist anspruchsvoll. Vorsicht mit Witzen über Kollegen und Führungskräfte. Macht jemand Witze nur auf Kosten aller anderer, seien Sie sich sicher, dass in Ihrer Abwesenheit dieser lustige Mensch auch auf Ihre Kosten seine Witze macht. Keinen, nicht anwesende eingeschlossen, zu kränken, heißt die Devise.
  4. Wenn jemand auf Ihre Kosten einen Witz macht, lachen Sie einfach mit. Dann wird nicht über Sie, sondern mit Ihnen gelacht. Humorvoll nehmen Sie den Wind aus den Segeln.
  5. Die höchste Stufe erreicht ein Mensch, wenn er über sich selbst Witze machen kann. Wer dieses in formalen Organisationen schafft, die Stimmung auflockert und Konfliktsituationen auf eigene Kosten einfach weglacht, trägt einen großen Beitrag zu Organisationshygiene bei. Spaßfreie Menschen Typ 1 können damit nicht umgehen, aber das ist vornehmlich Ihr Problem.

Humor verbindet und heilt. Wie jede Kompetenz, lässt sich die Humorfähigkeit trainieren. Je höher Sie auf der Humor-Fähigkeiten-Treppe aufsteigen, desto besser. Es entsteht eine Win-Win-Situation: sowohl die eigene Psycho- als auch die Organisationshygiene profitieren.

Lächeln

Professor für Unternehmensführung und Organisation Karl-Heinz George empfahl mir im letzten Jahrtausend: Wenn Sie Kritik anbringen müssen, dann lächeln Sie. Dann weiß der Kritisierte, dass Sie nur die Sache und nicht die ganze Persönlichkeit meinen. Der Kritisierte fühlt sich nicht als Person angegriffen. Damit ist er eher bereit, die sachliche Kritik anzunehmen. Als junge Kollegin habe ich den Rat fast unterschätzt. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass das Lächeln eine wundervolle Organisationsentwicklungstechnik darstellt.

Auch in Meetings lohnt es sich, anstatt des gelangweilten oder gar verärgerten Blickes, ein Lächeln aufzusetzen. Es hilft, wenn es nicht sarkastisch ist.

Führung mit Witz

Im praktischen Organisationsalltag stelle ich fest, dass es diese Führungskräfte tatsächlich gibt: Sie sprechen mit den Mitarbeitern, hören Ihnen zu, handeln und… Und Sie verlassen nie das Büro ohne einen Witz. Dieser Witz fasst das besprochene Thema auf eine lustige Weise zusammen. Das Gespräch wird mit einem gemeinsamen Lachen beendet. Chapeau!


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