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Schwur auf Verfassung: Schaden vom deutschen Volk abwenden

Es ist die deutsche Verfassung, auf die wir uns in diesem Artikel beziehen. Unsere gewählten Vertreter müssen zum Wohle des deutschen Volkes agieren. Darauf haben diejenigen, die die Covid-19-Vacacin-Verträge abschlossen, geschworen. Wenn dieses jetzt das deutsche Volk einfordert, dann zurecht.

Treue auf die Verfassung

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ Egal ob dieser Eid mit oder ohne religiöse Beteuerung geleistet wurde, er gilt dem deutschen Volk.

Schaden vom deutschen Volke abwenden

Das im Grundgesetz bezeichnete deutsche Volk, oder nur kurz Volk, bezeichnen das Staatsvolk der Bundesrepublik Deutschland und nicht das der europäischen Union. Unsere Verfassung, an die unsere Staatsvertreter und Regierungen noch eng gebunden sind, muss Schaden vom deutschen Volke abwenden. Darauf und nicht auf die europäische Lösung haben unser Volksvertreter geschworen.

Gerechtigkeit beim Impfen

Es geht um nichts geringeres als um Leben und Tod. Wie, wer und wann welche Bestellungen der Covid-19-Impfdosen getätigt hatte, ist die eine Sache, die noch sehr genau unter dem Verfassungsaspekt geprüft werden muss. Jetzt sich mit der europäischen Lösung herausreden ohne Tacheles zu sprechen, ruft bestimmt die falschen Geister hervor.

Natürlich haben wir nichts dagegen, den Impfstoff gerecht in der europäischen Union zu verteilen. Aber ein in Deutschland entwickelter Impfstoff, der der deutschen Bevölkerung vorerst nicht wie in anderen Ländern zur Verfügung steht, ist Katastrophe. Es ist gegen die deutsche Verfassung, somit auch gegen das Grundgesetzt. Es schadet dem deutschen Volk: Tote, wirtschaftlicher Schaden, gesundheitliche Einschränkungen für viele Menschen bis hin zur mangelnden Bildung…

ORT und Verfassung

Auch die deutschen Unternehmen haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Als Steuerzahler und Teile der Gesellschaft, die ihren Beitrag zum Wohle der Gesellschaft leisten, und dieser ist derzeit mehr als erheblich, dürfen sich auch die Organisationen auf die Verfassung beziehen und den Schutz der Bevölkerung, einschließlich einer Covid-19-Impfung, einfordern. Gesunde Unternehen sind auf gesunde Mitarbeiter angewiesen. Das ist so selbstverständlich, dass es fast wie eine Tautologie erscheint. Eine gesunde deutsche Wirtschaft ebenfalls.

Selbstliebe ist auch Nächstenliebe

Selbstliebe hat zuerst mit Selbstfürsorge zu tun. Selbsfürsorge wird vor jedem Flug angemahnt und dennoch ist diese den meisten Menschen nicht bewusst. Manche denken, man sollte erst den anderen helfen, bevor man an sich selbst denkt. Jedoch sollten Sie zuallererst sich selbst schützen, bevor Sie anderen helfen können. Selbst die Maske anziehen, für die eigene Gesundheit sorgen. Sie müssen sich selbst schützen, dass Sie anderen helfen können und das auf lange Zeit. Nächstenliebe muss stets mit Selbstliebe verknüpft sein. Dann erlangen wir echte Weisheit. Nur diese Option ist nachhaltig. Auch als Gesellschaft.

Der Zeitpunkt ist jetzt

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Fehler darf jeder machen. Jedoch die verfassungsmäßigen Pflichten müssen alle wahrnehmen. Fehler, die begangen wurden, müssen schnellstmöglich ausgebügelt werden. Die deutsche Regierung und der Bundestag haben das Zepter der Macht inne. Sie sind nicht machtlos den Bedingungen ausgeliefert. Es geht um die Erlangung der Selbsttoleranz, auf gesellschaftlicher, organisatorischer und auf persönlicher Ebene.

Sonst werden wir die Geister, die mit diesen fatalen Fehlern gerufen worden sind, nicht mehr los.

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Führung Krise

Merkels Krisenkompetenz

Am heutigen Tage steht Deutschland im Ländervergleich der Corona-Coping-Kompetenz ziemlich weit vorn. Entschiedenes Handeln auf der Basis von Unsicherheiten, weil es bislang keine validen Fakten gibt, lässt unsere Kanzlerin im weltweiten Vergleich gut dastehen. Daher eignet sich Frau Merkel, vor der es nicht einmal das Wort „Kanzlerin“ gab, als Anschauungsobjekt für gelungenes Krisenmanagement. Doch wodurch zeichnet sich Merkels Krisenkompetenz nun genau aus?

Neue Wege bestreiten

Kanzlerin Merkel, weiß wie das ist, neue Pfade zu hinterlassen, auf denen ihr viele folgen werden. Weibliche Vorbilder für ihren anvisierten Posten als „Frau Bundeskanzler“, denn der Duden kannte bis dato nicht die weibliche Form, hatte sie nicht. Bei der Frage, wie sie nach einer gewonnenen Wahl zukünftig angeredet werden möchte, verwies sie auf die Zeit nach der Wahl. Als amtierende Kanzlerin stellte sie klar, dass sie mit „Kanzlerin“ angeredet werden wolle und keiner hatte ein Problem damit. Auch der Duden wurde angepasst, nicht nur diesbezüglich.

Be ready rather than be sorry!

Die Mutter der Porzellankiste, die Vorsicht, lässt Merkel walten. Ihr umsichtiges Vorgehen, das sie selbst vielmals als „alternativlos“ bezeichnete, lässt sie fast unantastbar wirken. Innerparteilich gefühlt schon ewig. In der Krise auch überparteilich.

Mit ihrer innerparteilichen Kritik an den „Öffnungsdiskussionsorgien“ mahnt sie zur Ruhe und zur innerparteilichen Besinnung. Darf man die Demokratie auf diese Weise im Keim ersticken? Gibt ihr ihr Erfolg dieses Recht? Die Zahl der Toten spricht für sich. Und Merkel ist weise genug, diesen Erfolg an die Bevölkerung weiterzugeben. „Dass das gelungen ist, ist den Bürgerinnen und Bürgern zu verdanken. Die alle Einschränkungen mit so großer Disziplin und Geduld getragen haben. Heute möchte ich nochmal vom ganzen Herzen Danke sagen.“ (Merkel in der Pressekonferenz vom 20.04.2020).

Merkels Krisenkompetenz ist Zuversicht verbreiten

„Wir schaffen das“, muss von Merkel nicht mehr ausgesprochen werden. Es schwingt immer mit. Sie verkörpert Lösungskompetenz. Nicht, dass sie vorgibt, alles zu können und zu wissen. Merkel agiert besonnen, reflektiert und stets überzeugt, den besten aller möglichen Wege zu gehen. Und wenn sie es nicht wissen kann, dann ist sie klug genug, die Wirkungen der auf Unsicherheit basierten Entscheidungen zu analysieren, die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen und dies auch so zu kommunizieren.

Merkels Ausdauer

Merkel war noch nie eine Sprinterin. Aber mit den nötigen Ruhepausen und stets mit der richtigen Navigation, schafft sie, wenn nötig, den 100 km Marsch. So führt sie Deutschland aus der Krise. Wer sonst?

War das nun Wahlkampfwerbung für Frau Merkel? Nein, hat sie nicht nötig.

Oder es mit Sebastian Puffpaff´s Worten vom heutigen Tag zu sagen:

„Für den Verstand.“

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Krise

Home-Office: Chance to Train our Attitude

Home-Office, auf Dauer verordnet, bringt einen enormen Leistungsabfall mit sich. Dieser liegt derzeit schätzungsweise bei über 90% der Home-Arbeitnehmer vor, egal ob bei großen Konzernen oder im Kleinstunternehmen. Diejenigen, die es schaffen, auch im Telebereich agil zu arbeiten, beklagen mangelnde Zuarbeit. Stillstand aufgrund unterbrochener geistiger Lieferketten macht sich breit… Wie kann man diesem begegnen – bei sich selbst, in der Organisation und in der Gesellschaft?

Harte und weiche Faktoren

Organisationsentwicklung ist immer ein Zusammenspiel aus den harten und weichen Komponenten. Mal treten die einen in den Vordergrund, mal die anderen. Das hat Prof. Schneider uns, BWL-Studenten, Fach Organisation, mit auf den Weg gegeben, und fügte hinzu: „Sie sind nun ausgebildet Unternehmen zu führen. Sie haben nun das Handwerkszeug.“ Keiner, wirklich keiner, fühlte sich mit Anfang zwanzig dieser Aufgabe gewachsen. Dennoch haben viele von uns diesen Auftrag im Laufe des Berufslebens angenommen. Schauen wir uns nun das Handwerkszeug genauer an.

Handlungsbedarfe erkennen

Wenn Zuarbeit nicht kommt, Termine nicht eingehalten werden, die Mitarbeiter auf Mails nicht reagieren, dann läuft nicht etwas schief, dann läuft es einfach nicht mehr. Doch wie darauf reagieren? Druck erzeugt noch mehr Lähmung. Das mittlere Management fühlt sich selbst machtlos.

Führungskräfte sind den gleichen problematischen, lähmenden Mechanismen ausgesetzt, werden mit neuartigen sachlichen Fragestellungen konfrontiert und sind gleichzeitig in ihrer Führungsrolle neu herausgefordert. Hier entstehen Gaps, die sich kaum noch negieren lassen. Handlungsbedarf besteht auf allen Fronten.

Lösungsbereitschaft keimen lassen

Wir neigen dazu, nur wahrzunehmen was nicht läuft. Fragen Sie sich auch, was noch gut funktioniert. Ein ehrliches „Danke“, verbunden mit Respekt erweitert den Kommunikationsraum enorm. Zuhören, Argumente austauschen, Lösungen aufkeimen lassen.

Fehlende Strukturen im Home-Office

Vor Ort in der Organisation funktioniert alles, mehr oder weniger. Separierung, Notfallbesetzungen oder gar in strukturell wichtigen Bereichen Arbeit mit über 100%-igen Einsatz, stellen keine Probleme dar, da der Sinn leicht vernehmbar ist.

Diese Strukturen, die in der Organisation vor Ort selbstverständlich bestehen, fehlen zu Hause. Es fängt bei der Kleider-un-ordnung an, setzt sich bei der fluiden Arbeitszeit fort und endet noch lange nicht bei einem undefinierten Arbeitsort. Alles droht zu verschwimmen, wenn es nicht bereits untergegangen ist.

Strukturen schaffen im Home-Office Erleichterung

Äußere Strukturen engen uns zwar ein, sie geben jedoch gleichzeitig Orientierung und Halt. Regelmäßige Konferenzen, sagen wir mal um 9 und 15 Uhr täglich, schaffen nicht nur eine sinnvolle Struktur des Arbeitstages, sie erweitern den enorm wichttigen sozialen Austausch untereinander, der zwar wesentlich, aber kaum vorhanden ist, da die zufälligen Treffen auf dem Flur oder Kaffeeküche nicht stattfinden. Ein gemeinsamer Sozialraum fehlt.

Culture for Breakfast

Die rein weichen Faktoren sind ebenbürtig. Wie gehen wir miteinander in dieser Krisensituation um? Kommunikations- und Verhaltensmuster müssen neu austrahiert werden. Bringen Sie einen Korb mit sprachlichen Blumen und frischen Ideen via Telefon, Mail, Skype oder Snapchat mit. Geteilte Freude ist doppelte Freude. Ich habe es am gestrigen Tage selbst erleben dürfen. Danke an alle Kolleginnen und Kollegen auf diesem Wege! Vor Rührung habe ich mehr als eine Träne verdrückt. In der Krise erleben wir alles viel intensiver, zum Glück auch die Freudentränen.

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Allgemein Krise

Der Not ist jede Lust entsprossen – Hölderlin

Heute am Frühlingsanfang feiern wir den 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin. Seine Gedichte weisen uns den Weg für das Krisenmanagement.

Wir ehren ihn mit seinem Gedicht:

Friedrich Hölderlin:
Das Schicksal

Als von des Friedens heilgen Talen,
Wo sich die Liebe Kränze wand,
Hinüber zu den Göttermahlen
Des goldnen Alters Zauber schwand,
Als nun des Schicksals ehrne Rechte,
Die große Meisterin, die Not,
Dem übermächtigen Geschlechte
Den langen, bittern Kampf gebot,

Da sprang er aus der Mutter Wiege,
Da fand er sie, die schöne Spur
Zu seiner Tugend schwerem Siege,
Der Sohn der heiligen Natur;
Der hohen Geister höchste Gabe,
Der Tugend Löwenkraft begann
Im Siege, den ein Götterknabe
Den Ungeheuern abgewann.

Es kann die Lust der goldnen Ernte
Im Sonnenbrande nur gedeihn;
Und nur in seinem Blute lernte
Der Kämpfer, frei und stolz zu sein;
Triumph! Die Paradiese schwanden,
Wie Flammen aus der Wolke Schoß,
Wie Sonnen aus dem Chaos, wanden
Aus Stürmen sich Heroen los.

Der Not ist jede Lust entsprossen,
Und unter Schmerzen nur gedeiht
Das Liebste, was mein Herz genossen,
Der holde Reiz der Menschlichkeit;
So stieg, in tiefer Flut erzogen,
Wohin kein sterblich Auge sah,
Stillächelnd aus den schwarzen Wogen
In stolzer Blüte Cypria.

Durch Not vereiniget, beschwuren
Vom Jugendtraume süß berauscht
Den Todesbund die Dioskuren,
Und Schwert und Lanze ward getauscht;
In ihres Herzens Jubel eilten

Sie, wie ein Adlerpaar, zum Streit,
Wie Löwen ihre Beute, teilten
Die Liebenden Unsterblichkeit. –

Die Klagen lehrt die Not verachten,
Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht
Die Kraft der Jünglinge verschmachten,
Gibt Mut der Brust, dem Geiste Licht;
Der Greise Faust verjüngt sie wieder;
Sie kömmt, wie Gottes Blitz, heran,
Und trümmert Felsenberge nieder,
Und wallt auf Riesen ihre Bahn.

Mit ihrem heilgen Wetterschlage,
Mit Unerbittlichkeit vollbringt
Die Not an Einem großen Tage,
Was kaum Jahrhunderten gelingt;

Und wenn in ihren Ungewittern
Selbst ein Elysium vergeht,
Und Welten ihrem Donner zittern –
Was groß und göttlich ist, besteht. –

O du, Gespielin der Kolossen,
O weise, zürnende Natur,

Was je ein Riesenherz beschlossen,
Es keimt‘ in deiner Schule nur.
Wohl ist Arkadien entflohen;
Des Lebens beßre Frucht gedeiht
Durch sie, die Mutter der Heroen,
Die eherne Notwendigkeit. –

Für meines Lebens goldnen Morgen
Sei Dank, o Pepromene, dir!
Ein Saitenspiel und süße Sorgen
Und Träum und Tränen gabst du mir;
Die Flammen und die Stürme schonten
Mein jugendlich Elysium,
Und Ruh und stille Liebe thronten
In meines Herzens Heiligtum.

Es reife von des Mittags Flamme,
Es reife nun vom Kampf und Schmerz
Die Blüt am grenzenlosen Stamme,
Wie Sprosse Gottes, dieses Herz!
Beflügelt von dem Sturm, erschwinge
Mein Geist des Lebens höchste Lust,
Der Tugend Siegeslust verjünge
Bei kargem Glücke mir die Brust!

Im heiligsten der Stürme falle
Zusammen meine Kerkerwand,
Und herrlicher und freier walle
Mein Geist ins unbekannte Land!
Hier blutet oft der Adler Schwinge;
Auch drüben warte Kampf und Schmerz!
Bis an der Sonnen letzte ringe,
Genährt vom Siege, dieses Herz.

Friedrich Hölderlin

Hölderin ist Krisenerprobt

Johann Christian Friedrich Hölderlin lebte von 1770 bis 1843. Als deutscher evangelischer Theologe, Dramatiker und Lyriker war er sicherlich Krisenerprobt. In unserer Zeit tut es uns wohl an noch viel schlechtere Zeiten zu besinnen. Wir können und sollten aus den gemachten Erfahrungen lernen.

Manchmal reicht nur ein Gedicht – finden wir.

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Krise

Krisenkompetenz entwickeln

Dass wir in Deutschland schon lang keine Erfahrungen mit existentiellen Krisen gemacht haben, ist einerseits ein Luxus, andererseits fehlt uns die praktische Auseinandersetzung auf diesem Feld. Wir konnten noch keine Krisenkompetenz entwickeln. Jedenfalls nicht so richtig.

Krisenkompetenz entwickeln – wie soll das gehen?

Krisenkompetenz fehlt an allen Ecken und Enden. Dieses spürt nicht nur die politische Elite, sondern auch die Führungsetagen in den Unternehmen – landauf und landab.

Den Lebenserfahrenen ist der zweite Weltkrieg zumindest aus ihrer Elterngeneration beziehungsweise aus der Großelterngeneration präsent.

Ich wurde gute zwanzig Jahre nach dem Krieg geboren, gefühlt eine Ewigkeit und drei Tage lang später. Etwa den gleichen Zeitabstand nach der Wiedervereinigung, auf dem ehemaligen Grezstreifen spazierend, erklärte ich meinem Nachwuchs, dass sich hier einst die Welt in Ost und West teilte. „Mama, dass ist doch schon lange her“, stellte eins der Kinder derart fest, dass mir schlagartig klar wurde: Für die Generation der Millennials ist dies Geschichte, für mich jedoch gelebte Erfahrung, ein Teil meines Lebens, als wär´ s fast gestern…

Erfahrungen der Kriegsgenerationen

Die Kriegsgenerationen haben noch Krisenkompetenzen entwickelt. Sie versuchten verzweifelt diese an uns weiterzugeben und wir haben sie als unbrauchbar erlebt. Bisher zumindest.

Doch nun ist es an der Zeit sich diese zu vergenwärtigen und umzusetzen.

Verteilungskämpfe

Besonnenheit bei Wareneinkauf klappt mehr oder weniger lange. Spätestens wenn die Regale leer sind, fängt das Hamstern an. Jeder ist sich selbst der Nächste. Alle benötigen Toilettenpapier, egal ob sie eine, elf oder hundert Rollen noch haben. Da in unserer Überflussgesellschaft genung für alle da ist, muss die Verteilung gerecht organisiert werden. Je eher, desto besser. Mangelwirtschaft kennen wir auch aus dem Ostblock. Leere Regale gehörten hier dazu. Polen führte zeitweilig ein Markensystem für Mehl und Zucker ein. Diese Produkte konnte die Bevölkerung nicht für Geld kaufen, sondern mit den verteilten Marken einlösen. Es klappte. Die Menschen spürten: Es ist genug für alle da. Es muss nur gerecht verteilt werden.

Sparen

Sparen gehört bei vielen nicht zu den Kernkompetenzen. Wir leben im Hier und Jetzt. Licht ausmachen und andere Dinge nerven nur. Doch wenn wir die verbrauchte Menge halbieren, was bei eher verschwänderischem Umgang leicht umsetzbar ist, reichen die Produkte doppelt so lang. Bei mir persönlich besteht da noch Potential.

Miteinander statt Gegeneinander

Wie wir uns in der Krise verhalten, wird unser Zusammenleben langfristig prägen. Viel länger, als wir anzunehmen bereit sind. Als Enkelkind profitierte ich von den Verhaltensweisen meiner Großeltern. Meine Großmutter darauf angesprochen: „Oma, hattest du keine Angst, du warst allein mit zwei kleinen Kindern?“ – „Nein, die konnten mir nichts tun, ich hatte Verantwortung für zwei kleine Kinder“ war die verblüffende Antwort. Courage ist eine persönliche Einstellung, die wir nicht genug aufbauen und internalisieren können. In Krisenzeiten mehr denn je.

Krisenkompetenz entwickeln, die betriebliche Komponente

Als Studentin übernahm ich einen Aushilfsjob. Von meinen neuen Kollegen wurde ich schnell eingewiesen: „Wir machen den Job von einer, deren Kind gestorben ist. Es ist an einer Vergiftung durch ein Softeis erkrankt. Der Chef hat ihr nicht frei gegeben. Das Kind ist verstorben. Sie hat es nicht verkraftet. Nun machen wir ihren Job.“ Es ist klar, dass alle wesentlich weniger als „Dienst nach Vorschrift“ schlecht erledigten. Jeder neue Mitarbeiter wurde so eingewiesen, bis das kleine Unternehmen dicht machte. Meine eigenen Kinder bekamen nie ein Softeis. Mit dieser Story begründet, wollten sie auch nie eins.

Krisenkompetenz bedeutet vor allem auch Hilfsbereitschaft und Fürsorge zu entwickeln. Das können auch Organisationen tun. Auch wenn es sich langfristig auszahlt, sollten Sie es aus altruistischen Gründen tun.