Kategorien
Kernkompetenzen Krise Organisationsentwicklung

Leidenschaft oder ewiges Leid- Sie haben die Wahl

Wie verhalten wir uns in Krisensituationen? Wir leiden. Wir haben Angst, große Angst sogar. Manchmal ergreift uns Panik oder Wut, möglicherweise beides zugleich. Oder wir haben Angst vor der Angst: wir schauen der Wahrheit nicht ins Gesicht, um uns selbst vor unserem eigenen Mindset zu schützen. Verhaltensmuster, die vor allem für eines sorgen: sie sichern unser Überleben. Das meinen wir zumindest. Jedoch wenn Sie mehr als das eigene Überleben anstreben, dann machen Sie einfach Leidenschaft zur Option Ihrer Wahl.

Ursachen identifizieren

Wenn wir leiden, bringen uns viele Verhaltensweisen nicht weiter. Weder die Handlungen im Panikmodus, noch das schnellere Laufen im Hamsterrad und bestimmt auch nicht die Schockstarre bringen uns dahin, wohin wir uns selbst schmachtend hin sehnen.

Nur wenn wir bereit sind, genauer hinzuschauen, lassen sich für das derzeitige Problem systemimmanente Ursachen identifizieren. Vielleicht schmerzt das, möglicherweise sehr sogar. Gleichzeitig ist es das wunderbarste, was uns passieren kann. Denn der Schmerz ist das beste Indiz für die eigene innere Präsenz. Schmerzen zeigen uns nicht nur, dass etwas nicht stimmt, sondern sie zeigen uns gleichzeitig, wo etwas nicht stimmt.

Lassen Sie sich nicht Ihr Gehirn mit freundlichen Worten, Aufmerksamkeit und kleinen Geschenken vernebeln. Sehen Sie hin, wenn etwas nicht stimmt. Lassen Sie den inneren Schmerz zu. Denn das Leid gehört zum Leben. Und warum sollte das in Organisationen anders sein?

Leidenschaft entwickeln

Doch Leid verursacht nicht nur Schmerzen.

Leid und Leidenschaft gehören unmittelbar zusammen. Wenn uns das Leid fast zerreißt, sind wir bereit, die Leidenschaft zu entwickeln, die wir brauchen, um die notwendigen Veränderungen anzustoßen. Die Not wendet. Wir müssen agil agieren. Veränderungen als Challenges annehmen.

  • Challenges, die wir persönlich brauchen.
  • Änderungen, nach denen die Organisation lechzt.
  • Herausforderungen, nach denen die Welt schmachtet.

Blueprint für Leidenschaft

Schockstarre lösen. Hamsterrad verlassen. Auch nicht in Panikattacken verfallen. Sondern die Probleme erkennen. Von der „Ich habe einen Plan-Mentalität“ kommend, zu der „Ich habe einen Traum-Mentalität“ wechseln.

Nordstern identifizieren. Erste Visionen schmieden. Noch so kleine Schritte beschreiten. An sich selbst glauben. Umsetzung voranbringen. Schneller werden. Stolpern und wieder aufstehen. Neu ausrichten. Rennen. Durch Niemanden und Garnichts aufhalten lassen. Schneller werden. Immer schneller werden. Abheben.

Über den Wolken von der Leidenschaft ergriffen die Freiheit genießen.

Auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und einfach weitermachen.

Leidenschaft – die Ambiguität

Wenn Sie schon immer schon immer leidenschaftlich durchs berufliche und private Leben schlenderten, dann ist besonders hervorhebenswert, dass auch die Welt der Leidenschaft ambiguitiv ist.

Wir müssen stets darauf achten, uns auch nicht von unserer Leidenschaft beherrschen zu lassen. Nicht der Sklave unserer eigenen Begierden zu werden.

Die richtige Dosis finden, heißt vielleicht unsere größte Challenge – als Person, wie auch als Organisation.

Den Schlüsselmoment zum olympischen Gold beschreibt Jan Frodeno in seinem Buch „Eine Frage der Leidenschaft“ auf Seite 59 folgendermaßen: „Ich wusste genau, wenn ich überderehe und in den roten Bereich komme, wird sich mein Puls … nie wieder erholen. Heute denke ich, dass das der Schlüsselmoment in meinem Rennen war, die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit.“

Dass Leidenschaft eng mit Leiden verbunden ist, lässt sich unschwer auf dem Cover erkennen.

Der Weg der Leiden

Der Weg der Leiden heißt vielleicht auch einfach eine neue Leidenschaft entwickeln. Eine die Sie, Ihre Organisation… Sie wissen schon.

Damit setzten Sie sich bewusst dem Leid aus. Stressen Sie sich. Leiden Sie. Regenerieren Sie sich dann. Lassen Sie sich die notwendige Zeit dafür. Und Sie werden wachsen. Genau wie unsere Muskeln, wächst auch unsere Kompetenz mit Leid umzugehen. Resilienz entsteht in stürmigen Zeiten. Ein Baum, der stets geschützt war und plötzlich den Gezeiten ausgesetzt wird, fällt schon beim kleinsten Windstoß um. Wünschen Sie sich daher nicht, eine Welt ohne Leid, Schmerz, Krise oder Katastrophe. Nein, entwickeln Sie die innere Stärke und den Mut diese Situationen zu händeln: Explore to cope with your issue.

Dabei bedienen wir uns der Superkompensation. Nach dem Leid, benötigen wir eine Erholungspause. Je nach der Intensität und Läge des Leids, sowie nach unserer Fähigkeit uns zu regenerieren, richtet sich der optimale Zeitpunkt, einen neuen Reiz zu setzen. Der entscheidende Faktor ist auch hier, im richtigen Augenblick den richtigen Reiz zu setzen. Die Erholungsphase muss lang genug sein, jedoch nicht zu lang. Auch der Reiz / das Leid / die Katastrophe sollte nicht stets derselben Art sein, sondern variieren. So verbreitern wir unseren Spielraum.

Kernkompetenz

Die Kompetenz Leiden in Leidenschaft zu verwandeln, sollte zu unseren Kernkompetenzen zählen. Und dann werden Sie Stories über sich selbst erzählen können, die Sie selbst kaum glauben vermögen. Diese werden dann wahr sein. Und Sie wissen nicht nur, dass der Weg das Ziel ist, sondern erkennen weise, dass der Weg der Leiden, der einzig gangbare ist.

Steve Jobs hatte auch eine Leidenschaft: „Meine Leidenschaft war es, ein Unternehmen von Bestand aufzubauen… Alles andere war nebensächlich,“ stellte er fest.

Elon Musk ist da nicht anders: nachdem er zum reichesten Menschen ausgerufen wurde, komentierte er diesen Beitrag schlicht: „Zurück an die Arbeit“.

Das richtige Mindset ist auch hierbei entscheidend. „What ever the hack, I will do it anyway.“ Sich den kleinen Problemen und den großen Katastrophen stellen. Nicht in den Sunk-costs versinken. Sondern Leuchtturm sein.

Dann sagen Sie Ihrem größten Feind: Danke.

Danke, für die Kraft die Welt verändern zu können.

You gave me the power to change the world.

Und dann zurück an die Arbeit.

…Hurra ich lebe noch. Mir gefällt jeder Augenblick. Ich liebe jede Stunde…