Machtvakuum braucht kein Mensch – Macht richtig gebrauchen

Macht ist immer vorhanden. Unternehmensleitung und Führungskräfte erhalten formale Macht. Wenn sie diese nicht zufriedenstellend ausfüllen, dann entsteht ein Machtvakuum. Andere Akteure springen dann in diese Lücke. Die Folgen sind unkontrollierbar…

Machtvakuum

Macht basiert entweder auf der formalen Position oder informellen Faktoren. Machtvakuum entsteht, wenn formale Macht nicht professionell ausgefüllt wird.

Formale Macht

Positionen verleihen formale Macht. Das bedeutet, dass bestimmte Personen Befugnisse besitzten, die andere formal nicht haben. Die wichtigsten im Unternehmen sind Einstellungs- und Entlassungsbefugnis, Weisungs- sowie Entscheidungsbefugnis.

Mit dieser formalen Macht wächst die übertragene Verantwortung. Wird die Person dieser Verantwortung gerecht, so ist kein Machtvakuum zu befürchten.

Subjektiv werden auch andere Befugnisse oder auch Vorrechte als wichtig erachtet. So sind die Lage und die Größe des Büros nicht nebensächliche Kriterien. Eine wichtige Figur im Unternehmen, die ihr Büro im Vorzimmer an einem klitzekleien Tisch plaziert, signalisiert der ganzen Umgebung, dass etwas nicht stimmt.

Informale Macht

Neben dieser formalen besteht immer eine informale Macht. Diese kann auf Expertise, auf Empathie oder auf bewussten oder unbewussten Beeinflussung basieren.

Machtdemonstrationen etablieren sich auf vielfältige Weise:

Mancher lässt monatelang auf einen Termin warten, um die Macht nicht nur zu demonstrieren, sondern diese im Vorfeld schon auf- oder auszubauen. Diese Überlegenheit wird auch am Markt gern genutzt, wenn eine Marke, ein neues Produkt schon im Vorfeld angepriesen wird: Freuen Sie sich auf mein Buch, das in Kürze erscheint!

Viele schauen gerne aus dem Fenster oder auf den Bildschirm, um die asymetrische Macht oder / und ihre Geringschätzung zu bekunden. Wegschauen kann auch Schüchternheit bedeuten oder kulturell bedingt sein. Vorschnelle Schlüsse können da einen mehr in die Irre leiten, als Erkenntnisse liefern.

Experten benutzen häufig Fachsprache, um sich genau auszudrücken oder um ihr überlegenes Fachwissen zu zementieren. Oder beides.

Welche Machtperformence auch immer dargeboten wird, gilt es zu bedenken: „Pünktlichkeit ist die Tugend der Könige“.

Anders ausgedrückt: Es bleibt stets zu hinterfragen, warum diejenige Person oder Marke es meint nötig zu haben, diese oder jene Show abzuziehen.

Machtvakuum bei der Forschenden Organisation?

Nein, ein Machtvakuum ist sicherlich nicht eine gute Lösung. Auch für die Forschende Organisation nicht. Die Macht wird nur anders zelebriert.

Macht ist nichts absolutes. Je mehr Macht genutzt wird, desto mehr nützt sie sich auch ab.
Daher sind Machtdemonstration oder gar Machtanwendung sehr sparsam zu dosieren.

Zuhören, sich kümmern, hilft allen weiter. Anerkennung und Kompetenz verbunden mit Verantwortung zeichnen charismatische Persönlichkeiten aus. Formale Macht hin oder her.

Bedenken Sie: Macht ist viel mehr das, was die Menschen einem zuschreiben, als das, was man selbst zu haben glaubt.

Geschieht diese Machtzuschreibung aufgrund diverser Spielchen, die der Partner früher oder später durchschaut, führt das zu Enttäuschungen.

Machtzuschreibung aufgrund solider Erfolge, führt das zu einer Souverinität, die das Protzen überflüssig macht. Besser ist das auch.

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