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Allgemein Führung Organisationsentwicklung

Altruismus und Eigeninteresse – beide richtig wichtig

Selbstlos anderen zu helfen, bezeichnen wir als Altruismus. Das Eigeninteresse selbst hinten anzustellen, um anderen zu helfen, hört sich heroisch an. Sind Altruisumus und Eigeninteresse nur scheinbar gegensätzliche Interessen? Und warum sollten wir Altruismus kultivieren?

Eigeninteresse als Hirnfunktion

Das menschliche Gehirn ist darauf ausgerichtet, die Chancen für das eigene Überleben zu maximieren. Dieses bedeutet vor allem: essen, sich fortpflanzen, Macht ausüben, Energie sparen, Informationen gewinnen.

Diese Mechanismen sind einfach und robust. Sie haben sich über Millionen Jahre bewährt. Diese kurzfristige Lustmaximierung treibt das Eigeninteresse und damit den Konsum an. Im Striatum des Großhirns liegen Neurone, die bei jedem dieser überlebensdienlichen Verhaltensmuster Dopamin ausschütten. Und somit generieren sie Lust und Wohlbefinden.

Das Striatum kann sich selbst nicht begrenzen. Deshalb fällt es den Menschen schwer, sich selbst zu zügeln: Sex, Güter, Nachrichten, Essen und Trinken sind in unserer Gesellschaft im Überfluss vorhanden und können mit wenig Energieaufwand konsumiert werden.

Dass wir diesem Überfluss so hilflos als Konsumenten gegenüberstehen, liegt daran, dass wir evolutionär nie dieser Situation ausgesetzt waren. Wir sind daher auch nicht darauf vorbereitet.

Neurowissenschaftliche Zukunftsblindheit

Überlebensvorteil lag Jahrtausende lang daher auch im schnellen Konsum. So wurden die „Fressgene“ und die anderen kurzfristigen Lustbeschaffer zu unseren größten Feinden. Fettleibigkeit, übermäßiger Medien- und Sexkonsum sorgen jedoch derzeit für mehr Frust als Lust. Auch hier wird deutlich: eine positive Eigenschaft / Verhaltensweise verkehrt sich ins Gegenteil, wenn sie überperfektioniert wurde.

Die Dopaminausschüttung ist umso stärker, je schneller die Belohnung folgt, so die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse der Cambrige Universität. Deshalb fällt es uns so schwer eine langfristige Perspektive einzunehmen. Daher sind wir blind für die längerfristige Zukunft. Dieses gilt auf dem Aktienparkett genau so wie für die globale Entwicklung. Dem Striatum sei dank.

„Die riesige Großhirnrinde des Homo sapiens, die ihm immer mehr Möglichkeiten verschaffte, hat sich in den Dienst eines Zwerges gestellt, der sich nur zu gern an Macht, Sex, Essen, Faulheit und seinem Ego berauscht“, stellt Sébastien Bohler heraus.

Altruismus und andere Strategien

Istinktiv wissen wir, dass wir diesem Mechanismus entkommen können. Denn nicht alle Menschen sind süchtig. Und wenn Menschen süchtig sind, dann zumeist nicht nach allen gennanten Faktoren.

Rosinen picken

Die ultimantive Frage lautet nun, wie können wir uns im Erwachsenenalter eine neue langfristigere Sicht aneignen?

Hierfür sind ein paar Rosinen gut geeignet.

Bei dieser Rosinenübung greifen Sie nach einer einzigen Beere. Betrachten Sie diese genau: Größe, Konturen, Falten, Farbnuancen… Riechen Sie den Duft, den eine einzelne Rosine versprüht? Nun stecken Sie sie in den Mund – jedoch ohne zunächst zu kauen, nur an der Rosine lecken. Dann weicht diese durch Ihren Speichel auf. Ihr süßer Geschmack überwältigt Sie – eine einzige Rosine. Dafür benötigen Sie etwa 10 Minuten Zeit.

„Zeit, die wir uns nehmen – gibt uns etwas zurück“, wusste schon Goethe.

Diese Rosinenübung geht auch mit dunkler Schokolade, Aprikosen und ist nicht nur auf das Essen beschränkt.

Mit Bewusstheit erweitern wir unseren Resonanzraum und können uns von unseren Süchten befreien. Weniger ist mehr. In der Zukunft noch viel mehr als heute.

In der Bewusstheit lassen wir uns nicht mehr so leicht von kurzfristigen Impulsen steuern. Ferner widerstehen wir eher dem Lockruf der schnellen Belohnung. Wir lernen uns auch frei und bewusst zu entscheiden. Des Weiteren handeln wir aus einer langfristig altruistischen Perspektive.

Gender-reated-facts aus der Neurowissenschaft

Altrustisches Verhalten ist bei Frauen häufiger ausgeprägt als bei Männern, so eine bedeutsame Erkenntnis des funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) Verfahrens der veranschaulichen Hirnforschung.

In diesem Versuch ging es um Geld. Bei weiblichen Versuchspersonen wurde das Striatum auch beim Teilen des Geldes aktiv. Keinesfalls war das so bei den männlichen Probanten. Männer behielten das Geld für sich. Sie aktivierten auf diesem Wege ihr Striatum. Hier finden wir eine Begründung für den Gender-Pay-Gap: Frauen können teilen, Männer nicht.

Altruismus und die aktuelle gesellschaftliche Perspektive

Eine Gesellschaft ist auf altruistisches Verhalten angewiesen. Helfen ohne einen adäquaten Gegenwert ist gesellschaftlich überlebensnotwendig. Wir sind auch dazu gesetzlich verpflichtet – etwa bei Lebensgefahr.

„Eigeninteresse und Altruismus sind dann ein und dieselbe Sache“, stellt Bill Gates konkludierend in Bezug auf die Impfdosen aus der gesellschaftlichen Perspektive heraus.

Und wie sieht es aus der organisatorischen Perspektive aus?

Altruismus aus der oganisatorischen Perspektive

„Altruismus ist das wahre Wunder, aus dem alle Wunder entstehen“, erkannte schon Ernesto Walter Emerson.

Mehr möchten wir dem nicht hinzufügen.

Vielmehr Sie auffordern selbst Wunder zu vollbringen und Bedingungen zu schaffen, Wunder entstehen zu lassen.

Hoffentlich haben Sie nun eine paar neue Impulse. Sowie neue Ideen wie Sie das umsetzen können.

Viel Erfolg!

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Allgemein Forschende Organisation Organisationsentwicklung Wohlbefinden

Mensa – Perspektivwechsel bei der Kantine

Mensa, die gute alte Kantine, ist als sozialer Ort schwer zu ersetzen. Informeller Austausch bei einer warmen Mahlzeit dient als sozialer Kitt. Jedoch auch als Ort des Austausches von Ideen und Geistesblitzen quer über die internen Grenzen hinweg. Funktionen der guten alten Mensa, die oft vernachlässigt, gar missachtet werden.

Mensa ist out – Wegfall der betrieblichen Kantine

Nicht nur in Zeiten des Home-Office fehlt der soziale Austausch an unverbindlichen Orten wie der Kaffeeküche oder der Kantine. Bereits zuvor sind schon Kantinen wegrationalisiert worden. Einsparungen, die schnell verbucht wurden.

Unternehmen können jedoch die daraus resultierenden negativen Folgekosten nicht beziffern. Die Rechnung, was die Kosten- und Leistungsrechnung nicht messen kann, existiert nicht, greift zu kurz.

Wenn anstatt einer gesunden und schmackhaften Ernährung, der Mac Doof um die Ecke mangels Alternativen als Grundversorgung dient, dann darf sich keiner über ebensolche Ergebnisse wundern.

Wenn Ideen nicht geboren, nicht verfeinert und nicht umgesetzt werden, ist das nicht quanitfizierbar.

Dennoch richten die nicht um die Büroecke gedachten und damit unverwirklichten Ideen den größten Schaden an.

Kalter Kaffee

In einem Versuch ist nachgewiesen worden, dass wir fremde Menschen, je nach der Temperatur des zuvor gereichten Kaffees, anders beurteilen. Bei einem warmen Getränk wird auch der Person sprichwörtlich warm ums Herz.

Warme Mahlzeiten anzubieten – darauf sind sogar die Tafeln gekommen. Wohl wissend, wie existentiell diese für das persönliche Wohlbefinden sind. Wohlbefinden – da war doch was.

Die Kantinen sind in vielen Betrieben weg. Mancherorts wurden sie später durch kaltes Obst oder – noch schlimmer durch eine Süßigkeitenflatrate – ersetzt. Die Folgen einer solchen Flatrate kann sich jeder selbst ausmalen. Wie kurzfristig muss das Denken eines solches Unternehmens gestrickt sein? Geht es schlimmer?

Schlimmer geht immer. Wenn die Niederlassungsleitung sich selbst das Geld für die nicht angebotenen Früchte und Getränke einsteckt. Unangekündigte Besuche lassen die Zentrale vielleicht aufschrecken, öffnen jedoch die Augen für die wahren Probleme des Betriebs-Alltags.

Mensa als Forschungsort

Wie wäre es mit einer gesunden warmen Mahlzeit, die je nach Betriebsgröße nicht zwangsläufig täglich, jedoch regelmäßig frei angeboten werden würde?

Gleichzeitig schaffen Sie damit Anreize das bequeme Home-Office freiwillig zu verlassen.

Ungezwungener Austausch in einer warmen Atmosphäre lässt früher oder später eine neue Idee sprießen. Diese wird wohlwollend grenzenüberwindend ausgeklügelt. Echter Fortschritt lässt sich so leicht generieren.

Die Frage lautet nur: Welche Kultur hätten Sie gerne?

Nicht umsonst haben die Hochbegabten ihren ältesten Club ebenso genannt: Mensa.

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Allgemein Forschende Organisation Organisationsentwicklung

Selbstorganisation – oben ohne? Wie Sie forschend agieren

Was bedeutet Forschende Organisation? Zentrales Steuerunsmittel ist die Selbstorganisation. Welche Konsequenzen hat Selbstorganisation für die Führungsetagen? Und vor allem: Sind die obersten Riegen nun überfüssig? In unsicheren Zeiten muss Sicherheit her. Doch strahlen Sie die notwendige Lässigkeit auch aus? Und noch viel wichtiger: auch nach Innen?

Forschende Organisation heißt auch Selbstorganisation leben

Selbstorganisation wird verstanden als kompetentes situationsgerechtes lösungsorietiertes Handeln auf Erfahrungsbasis. Agilität, Transparenz, forschende Kultur, Lösunugsorientierung und Vertrauen bilden die Grundlagen für Forschende Organisation. Nun heißt es durch Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit zu überzeugen. Statussymbole werden hinten angestellt, wenn auch nicht völlig vernachlässigt.

Nicht nur verstehen, sondern es auch täglich umsetzen, ist die Herausforderung, der Sie sich täglich stellen. Wenn Sie plötzlich erkranken, in diesen Tagen durchaus vorstellbar, wie lange würde Ihre Organisation, Abteilung oder was auch immer Sie zu veratworten haben, ohne großen Schaden überstehen?

Viele meinen, dass nur Unersetzbarkeit sie wichtig mache.

Nein, vollkommen falsch!

Wie Eltern, die sich in Augen der Pubertierenden, fast überflüssig machen. Ebenso wie Eltern, die das schnell akzeptieren und dementsprechend agieren und keine Vorschriften den Halbwüchsigen mehr machen. Genau so sollten auch Führungskräfte ihre anvertrauten Mitarbeiter behandeln. Als erwachsene Menschen, denen sie mit Rat und Tat zur Seite stehen. Exakt wie die erwachsenen Kinder wieder mit den Eltern kommunizieren, sofern die Eltern nicht in die falschen alten Rollen verfallen.

Unsicherheiten aufheben

Die Vorteile eines selbstorganisierten Unternehmens sind evident – für diejenigen zumindest, die es begriffen haben und auch umsetzen können.

Bezüglich der Führungsrolle herrscht eine große Unsicherheit.
Change Prozesse verursachen immer Unsicherheiten, soweit ist das völlig normal.

Jedoch ist die Elite nun selbst verunsichert, bis hin zur obersten Ebene. Die Führungskultur muss sich neu finden. In Wellenform geht das durch die ganze Organisation.

Braucht man überhaupt noch Führung? Und wenn ja, wofür?

Schauen wir uns doch mal um. Bekleidungsmäßig hat Putin es „oben ohne“ versucht und sich vor der Weltöffentlichkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Bei seinem Führungsstil kommt „oben ohne“ bestimmt nicht vor. Doch diese Art Führungspersönlichkeit meinen wir nicht…

Mit Selbstorganisation klaren Kopf behalten

Wie ein kopfloses Huhn durch die Gegend flitzen… weit kommt man damit nicht.
Das Huhn, der Mensch und die Organisation – alle brauchen einen klaren Kopf.

Einen Kopf, der klar denken und die Organe (Herz, Leber, Nieren, Milz, …) ihre Funktion ausüben lassen kann. Der Kopf steuert bewusst und unbewusst die Prozesse. Die lebensnotwendigen Mittel sind in ausreichenden Mengen vorhanden: Sauerstoff, Wasser, Nahrung. Gleichzeitig verrichten die Organe in Eigenregie, das was zu tun ist. Nicht nur die Organe. Auch jede einzelne Zelle weiß, was sie zu tun hat. Sie agiert überlebenswichtig richtig, obwohl sie wohl kaum den ganzen Zusammenhang über- oder gar durchschauen kann.

Adäquat in den Unternehmen: Raum, Technik, finanzielle Mittel sind nicht immer selbstverständlich, leider. Mal fehlt die eine oder andere (digitale) Zugangsberechtigung, so dass die gern getane nicht erledigt werden kann.

Oder es werden andere Steine, in welcher Form auch immer, in den Weg gestreut, manchmal gar vom mittleren Management.

Jeder will „Arbeit haben“ und keiner „Arbeit machen“. Schikane unken die Benachteiligten. Von außen betrachtet grenzt es oft an ein Wunder, dass etwas Produktives entsteht.

In Organisationen steckt demnach enormes Potential, das sehnsüchtig darauf wartet, gehoben zu werden…

Selbstorganisation und neues Führungsverständniss


Die Elite muss Mittel, Raum und Zeit für Kreativität und Ideen bieten. Sie sollte Vertrauen und Sicherheit bieten. Energie sowohl nach innen als auch außen ausstrahlen.

Wenn die Ideen auf einen Boden, der sie gedeihen lässt, fallen, dann fängt die Forschende Organistion exponentiell zu wachsen an. Erfolg wächst dann ebenfalls exponentiell scheinbar von ganz alleine.

So kommt es zumindest vor, wenn die richtige Organisationsentwicklungstechnik dahinter steckt.

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Machtvakuum braucht kein Mensch – Macht richtig gebrauchen

Macht ist immer vorhanden. Unternehmensleitung und Führungskräfte erhalten formale Macht. Wenn sie diese nicht zufriedenstellend ausfüllen, dann entsteht ein Machtvakuum. Andere Akteure springen dann in diese Lücke. Die Folgen sind unkontrollierbar…

Machtvakuum

Macht basiert entweder auf der formalen Position oder informellen Faktoren. Machtvakuum entsteht, wenn formale Macht nicht professionell ausgefüllt wird.

Formale Macht

Positionen verleihen formale Macht. Das bedeutet, dass bestimmte Personen Befugnisse besitzten, die andere formal nicht haben. Die wichtigsten im Unternehmen sind Einstellungs- und Entlassungsbefugnis, Weisungs- sowie Entscheidungsbefugnis.

Mit dieser formalen Macht wächst die übertragene Verantwortung. Wird die Person dieser Verantwortung gerecht, so ist kein Machtvakuum zu befürchten.

Subjektiv werden auch andere Befugnisse oder auch Vorrechte als wichtig erachtet. So sind die Lage und die Größe des Büros nicht nebensächliche Kriterien. Eine wichtige Figur im Unternehmen, die ihr Büro im Vorzimmer an einem klitzekleien Tisch plaziert, signalisiert der ganzen Umgebung, dass etwas nicht stimmt.

Informale Macht

Neben dieser formalen besteht immer eine informale Macht. Diese kann auf Expertise, auf Empathie oder auf Beeinflussung basieren.

Machtdemonstrationen etablieren sich auf vielfältige Weise:

Mancher lässt monatelang auf einen Termin warten, um die Macht nicht nur zu demonstrieren, sondern diese im Vorfeld schon auf- oder auszubauen. Diese Überlegenheit wird auch am Markt gern genutzt, wenn eine Marke, ein neues Produkt schon im Vorfeld angepriesen wird: Freuen Sie sich auf mein Buch, das in Kürze erscheint!

Viele schauen gerne aus dem Fenster oder auf den Bildschirm, um die asymmetrische Macht oder / und ihre Geringschätzung zu bekunden. Wegschauen kann auch Schüchternheit bedeuten oder kulturell bedingt sein. Vorschnelle Schlüsse können da einen mehr in die Irre leiten, als Erkenntnisse liefern.

Experten benutzen häufig Fachsprache, um sich genau auszudrücken oder um ihr überlegenes Fachwissen zu zementieren. Oder beides.

Welche Machtperformance auch immer dargeboten wird, gilt es zu bedenken: „Pünktlichkeit ist die Tugend der Könige“.

Anders ausgedrückt: Es bleibt stets zu hinterfragen, warum diejenige Person oder Marke es meint nötig zu haben, diese oder jene Show abzuziehen.

Machtvakuum bei der Forschenden Organisation?

Nein, ein Machtvakuum ist sicherlich nicht eine gute Lösung. Auch für die Forschende Organisation nicht. Die Macht wird nur anders zelebriert.

Macht ist nichts Absolutes. Je mehr Macht genutzt wird, desto mehr nützt sie sich auch ab.
Daher sind Machtdemonstration oder gar Machtanwendung sehr sparsam zu dosieren.

Zuhören, sich kümmern, hilft allen weiter. Anerkennung und Kompetenz verbunden mit Verantwortung zeichnen charismatische Persönlichkeiten aus. Formale Macht hin oder her.

Bedenken Sie: Macht ist viel mehr das, was die Menschen einem zuschreiben, als das, was man selbst zu haben glaubt.

Geschieht diese Machtzuschreibung aufgrund diverser Spielchen, die der Partner früher oder später durchschaut, führt das zu Enttäuschungen.

Machtzuschreibung aufgrund solider Erfolge, führt das zu einer Souveränität, die das Protzen überflüssig macht. Besser ist das auch.

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Allgemein

Entfalten und sich entfalten lassen – die forschende Organisation

Ein System arbeitet am besten in Eigenregie. Forschende Organisation nutzt dieses Prinzip, indem sie ihren Mitgliedern hilft, sich selbst und damit die Organisation zu entfalten. Entfalten und entfalten lassen – lautet die Devise.

Analoge Prinzipien im Körper

Jede Zelle erfüllt ihre Funktion. Herz, Leber, Nieren übernehmen überlebenswichtige Aufgaben. Diese verrichten sie auf den Gesamtprozess abgestimmt. Die Muskelzelle sorgt für Bewegung. Gehirnzellen vernetzen sich selbst und denken über das Denken nach.

Im Unternehmen können wir das Controlling, Marketing, Human Ressource… äquivalent betrachten. Wir gehen davon aus, dass jedes Organ, jede Stelle am besten weiß, wie sie zu funktionieren hat. Wenn nicht, dann benötigt sie Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Führungselite, vergleichbar mit dem Gehirn, steuert das Unternehmen. Auch der Darm übernimmt überlebenswichtige Funktionen. Bedenken Sie, dass auch unliebsame Aufgaben zuverlässig erledigt werden müssen.

Zugrundeliegende Prinzipien

Welche Prinzipien werden zugrunde gelegt?

Diese überlebenswichtigen Prozesse laufen selbstgesteuert und unbewusst ab. Wir steuern weder bewusst den Herzschlag noch Funktionen der Leber oder der Niere. Auch die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff, Energie und Spurenelementen geschieht ganz unbewusst. Diese Prozesse passen sich den akuten Anforderungen an. Anstrengung, äußere Bedingungen wie Hitze lassen das Herz schneller schlagen und die anderen Organe agieren entsprechend.

Entfalten und sich entfalten lassen als Überlebenskriterium

Analog sind in Organisationen die selbstorganisierten Prozesse überlebenswichtig.

Wir brauchen nicht die Menschen, die jede Regel befolgen, denn das ist schlichtweg unmöglich. Viele Regeln widersprechen sich. Es liegt in der Natur der Sache, dass Regeln auch mal gebrochen werden müssen.

Wenn eine Ampelanlage auf „rot“ stehen bleibt, müssen wir die Entscheidung treffen, bei einer roten Ampel zu fahren. Wir fahren umsichtig los. Und das ist notwendig, um sprichwörtlich nicht auf der Stelle zu bleiben, sondern voranzukommen. In Organisationen ist es ebenfalls wichtig, unsinnige Regeln zu brechen. Denn nichts kann den Betrieb besser lahmlegen als der berühmte „Dienst nach Vorschrift“.

Daher benötigen wir Menschen, die genau wissen, wann und wie sie Regeln brechen müssen. Wenn das im Sinne des Unternehmens geschieht, ist nicht nur nichts dagegen einzuwenden. Es ist für das Unternehmen überlebenswichtig. Das stellt Simon Sinek besonders gut heraus.

Dennoch werden die Prinzipien der Selbstorganisation in der Wirtschaft eher vernachlässigt. Selbstorganisatorische Prozesse sind in ihrer Wichtigkeit weder voll erkannt, noch zielführend ausgeschöpft.

Am wichtigsten ist die entsprechende Umgebung. Eine solche Umgebung zu schaffen, ist eine hehre Aufgabe. Eine Umgebung in der Selbstvertrauen gedeiht. Kooperation das Miteinander bestimmt. Und gegenseitiger Respekt die Basis bildet. Im Gegenzug erhalten Sie Loyalität und Einsatz für die gemeinsame Sache…

…und ein lebendig forschendes Mindset.

Was wollen Sie mehr?

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Sonnenkraft ausstrahlen und andere zum Leuchten bringen

Sonnenkraft bildet die Basis für unsere Existenz. Sie versorgt uns mit Energie. Ausstrahlung ist auch eine leuchtend wärmende menschliche Eigenschaft. Energie ausstrahlen kann ich jedoch nur, wenn ich im Inneren brenne. Genau wie die Sonne.

Leadership bedeutet sich selbst und andere begeistern können. Wenn ich nicht selbst für etwas brenne, werde ich niemals andere für etwas anstecken können. Besitze ich jedoch Sonnenkraft, werde ich auch diese ausstrahlen und andere wärmen, wenn es kalt wird.

Sonnenkraft und Selbstführung

„Gehe aufrecht wie ein Baum, lebe dein Leben so stark wie ein Berg, sei so sanft wie der Frühlingswind, bewahre die Wärme der Sonne im Herzen und der große Geist wird mit dir sein“, lautet eine Weisheit der Navajo. Heute beschäftigen wir uns mit der Sonnenkraft im Besonderen.

Führungsfähigkeit fängt bei sich selbst an. Die Wärme der Sonne im Herzen bewahren bedeutet auch unter widrigen Umständen die Verantwortung zu übernehmen. Genug Energie zu besitzen, um stürmische Zeiten zu überstehen.

Verantwortung für sich selbst

Verantwortung für sein eigenes Da – Sein anzunehmen heißt auch, dass das Leben, wie ich es führe, etwas mit mir selbst zu tun hat. Bisher habe ich es so gewählt. Spätestens jetzt heißt es, die eigene Opferrolle verlassen und ein neues Leben wählen.

Sich selbst neu erfinden. Kreativ sein eigenes (berufliches) Leben gestalten. Schöpferrolle im eigenen Leben einnehmen. Diese unwiderstehlich stringent überzeugend ausfüllen.

Das innere Feuer entzünden, dann andere anstecken.

Verantwortung für andere

Am besten übernehme ich Verantwortung für andere indem ich das Unausgesprochene einbeziehe. Den Klang der Sonne zu hören, bildet die Königsdisziplin.

Entsprechend zu handeln ist eine weitere. Verantwortung für andere zu übernehmen bedeutet immer auch Macht auszuüben. Oft wird Macht unbewusst mit Machtmissbrauch konnotiert. Diese Verknüpfung müssen wir bewusst durchbrechen.

Wir dürfen nicht den bösen Mächten die Macht überlassen.

Sonnenkraft für eine bessere Welt ausstrahlen

Die Macht muss den Guten gehören. Denen, die die Welt positiv gestalten wollen. Denen, die die Sonnenkraft ausstrahlen und andere zum Leuchten bringen.

Das ist die Welt, für die es sich Strahlen lohnt.

Strahlen Sie diese positive Energie aus.
Entfalten Sie damit Ihre kreative Kraft zu schöpfen.
Lassen Sie mit Ihrer Schöpferkraft andere aufleuchten.

Das bringt Ihnen selbst die meiste Energie. Energie, die Sie benötigen, um selbst vor Kraft zu strotzen. Diese Energie ist nachhaltig und auf die beste Weise erneuerbar.

Viel Kraft zum Strahlen!

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Allgemein Forschende Organisation

Paradigmenwechsel zur Forschenden Organisation

Paradigmenwechsel bedeutet eine neue Art zu denken, zu sein. Von der lernenden Organisation kommend, müssen wir zur Forschenden Organisation werden. Forschende Organisation, die von und mit Innovationen lebt, ist auf Veränderungen jeglicher Art angewiesen. Change ist das Status quo. Mit dem richtigen Mindset werden Sie nachhaltig erfolgreich – garantiert.

Paradigmenwechsel

Paradigma bezeichnet eine grundsätzliche Denkweise, Weltsicht, Weltanschauung. Die Gesamtheit der vorherrschenden Grundauffassungen einer wissenschaftlichen Disziplin bezeichnet Kuhn als Paradigma. Von Paradigmenwechsel spricht er, wenn sich die grundlegende Denkweise ändert und eine wissenschaftliche Revolution entfacht wird. Genau das, wovor unbewusst viele Angst haben. Das schließt ebenso die Professoren wie Praktiker ein.

Während Wachstum im Prinzip more of the same bedeutet und wir immer mehr und immer schneller uns im Hamsterrad bewegen, bringt eine Forschende Organisation wirklich Neues hervor.

Beispielsweise Mobilitäts-Paradigmenwechsel: die Industrie setzt auf das Automobil. Seit Rolf Benz fast nichts Neues. Flugzeuge sind klobig und bringen viele Menschen an Stellen, wo wirklich keiner sein möchte. Flughäfen liegen vom Zielort weit abgellegen. Unsere Fortbewegungsmittel scheiden Emissionen aus. Lärm ist hier nicht zu vernachlässigen. Das geht so nicht weiter. Wir brauchen einen Wechsel, dies sehen die Verständigen mittlerweile ein.

Hier meinen wir ein schönes Leben verbunden mit der Gewissheit, das richtige zu tun.

Wir haben es erleben dürfen, wie es ist, wenn der Verkehr, wie er nun mal ist, auf ein unvorstellbares Minimum herabgesetzt wird. Stille und Ruhe machten sich breit. Sie übertrugen sich auch auf unsere Sinne.

Adler und ihre Art sich zu bewegen

Wir lieben die Adler und ihre Perspektive. Diese einzunehmen is the State to be. Warum orientieren wir uns bei der Fortbewegung nicht auch an diesen erhabenen Tieren?

Ein leiser Flug spielend mit den Winden dessen Emmissionen direkt als Dünger dienen – wenn Sie jetzt denken, dass das nicht geht, dann haben Sie recht: es fliegt!

Forschende Organisationen stellen die Fragen neu. Darauf suchen sie neue Antworten. Schließlich setzen sie es um und erfinden sich neu.

Ein Paradigmawechsel – ein echter Fortschritt im Denken.

Wir brauchen nicht weniger, sondern andere Mobilität. Die Adler machen uns das vor. Adler fliegen und wir bestaunen ihre Erhabenheit.

Lassen Sie einfach Ihre Fantasie fliegen. Wir brauchen mehr davon!

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Allgemein Führung

Glaswände überwinden und neue Wege gehen

Leistungsstarke Menschen erreichen oft einen Punkt ihrer Karriere an dem sie nicht weiter kommen. Sie können nicht die Glaswände überwinden. Wie es sein könnte, sehen sie zwar, sie kommen einfach nicht hinein. Sie sitzen fest. An dieser Karrierekante kann man schnell abrutschen. Ebenso kann diese als Sprungbrett genutzt werden…

Als Führungskraft tragen Sie Verantwortung für Ihr Team. Am einfachsten und am schnellsten ist es mit der eigenen Führungskraft gemeinsam Step by Step nach oben zu steigen. Vertrauen und Verantwortung wachsen mit der Zeit. Gemeinsam ist nicht einsam. Fordern und gefordert werden. Es geht jedoch nicht immer ganz glatt. Eigentlich nie.

Unzufriedenheit konkretisieren

Wenn Sie merken, dass es für Sie persönlich schon länger nicht so vorangeht, wie Sie es wünschen, ist es wichtig diese Faktoren konkret zu benennen: Karrierestufen, Fortbildungsmöglichkeiten, Geld… Vielleicht ist es das Tätigkeitsfeld selbst, welches Sie langweilt. Machen Sie es dingfest.

Eventuell sind Sie mit Ihrem Team unzufrieden. Überlegen Sie zuerst, was verbessert werden kann. Dann in Einzelgesprächen mit Schlüsselpersonen gemeinsam eruieren, was zu tun ist. Auch wie Sie Ihren Mitarbeitern und damit dem Unternehmen dienen könnten.

Sich unbewussten Ängsten stellen

Viele Führungskräfte haben die unterbewusste Angst, dass ständig an ihrem Stuhl gesägt wird. Sie sind bis zu 80% der Zeit damit beschäftigt, ihre Position und ihren Status zu verteidigen. Dann kann daraus nichts werden, denken Sie jetzt richtigerweise. Genau.

Menschen entwickeln zu können, ist die wichtigse Führungsfähigkeit überhaupt. Wenn Sie das verwirklichen – wenn Sie im positiven Sinne aus Mücken Elefanten züchten können – werden Sie selbst unersetzbar und unbezahlbar.

Sie wissen schon: „Ich habe (immer) die falschen Leute“, spricht gegen die Führungskraft selbst. Die gute Nachricht ist: daran können Führungskräfte arbeiten und sich selbst zum Entwickler herauskristallisieren. Sie müssen die innere Bereitschaft mitbringen und daran arbeiten.

Glaswände überwinden mit Investitionen in das eigene Ich

Investieren Sie in sich selbst. Sowohl körperlich als auch geistig. Beides hängt zusammen.

Lernen Sie beispielsweise Klettern, Trampolin oder Fallschirm-Springen. So trainieren Sie Ängste zu überwinden, körperliche Beweglichkeit und Ausdauer.

Investieren Sie auch intellektuell: Arbeiten Sie an Ihren Schwächen und stärken Sie Ihre Stärken. Denken Sie über das Denken nach. Kommen Sie dann ins Handeln.

Das Kapital, welches man in sich selbst investiert, amortisiert sich am besten.
Dann führt kein Weg an Ihnen vorbei.

Sie finden die Tür in der Glaswand.

Und wenn nicht, dann gibt es noch die Ausgangstür. Jeder weitere Tag in einem Unternehmen, indem Sie auf der Stelle treten, ist reine Verschwendung dessen, was am wertvollsten ist: Ihrer Zeit.

Und Sie werden feststellen, dass die Ausgangstür neue Wege für Sie parat hält.
Diese erweitern Ihren persönlichen Horizont erheblich.

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Allgemein Führung

Gender-related Facts – für Ihre Performence

Die Korrelation zwischen dem Geschlecht und Umgang mit der Coronakrise lässt sich nicht negieren. Wenn wir bereit sind, uns mit den Gender-Fakten auseinanderzusetzen, steigern wir die Performence.

Chefin und Mitarbeiter wie Mitarbeiterinnen müssen ihre Rollen finden

Jeder kennt die Geschichten mit und um die Chefin. Die Chefin, die kaum auszuhalten sei, die keinerlei Kompetenz besitze… Manchmal steckt da wohl auch die unerfüllte Liebe dahinter. Dieses Eingeständnis, habe ich nach einer Dekade von Schimpfeskapaden und einer weiteren Dekade der Beruhigung kürzlich erfahren. Vieles kommt doch ans Licht.
Einzelfall? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass ich mit meiner ehemaligen langjährigen Chefin Andrea freudnschaftlich verbunden bin. Unser Verhältnis ist geprägt vom tiefen gegenseitigen Respekt. Das Vertrauen ist langsam, aber stetig gewachsen bis es wechselseitig unerschütterlich wurde.

Gender-Brennglas Corona

Frauen an der Regierungsspitze haben die Entwicklung der Pandemie, einschließlich der Mortalität ihres Landes am besten im Griff, ist zu lesen.

Weltweit führt das weibliche Geschlecht in 15 von 193 Ländern eine Regierung an. Angela Merkel, Mette Frederiksen in Dänemark, Katrin Jakobsdottir in Island, Sanna Marin in Finnland, Jacinda Ardern aus Neuseeland, Erna Solberg in Norwegen sowieTsai Ing-Wen in Taiwan haben im internationalen Vergleich die niedrigsten Infektionsraten und weitaus weniger Todesfälle, als ihre männlichen Pedanten. Genderrelated vergleichen wir Merkel und Co mit Trump – Desinfektionsmittel trinken ?- oder Macron, der sich im Krieg wähnte.

„Stehen Männer an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung“, wird schon geunkt. An dieser Stelle habe ich Mitleid, denn ich weiß, dass diese Gender-Gegenüberstellung ganz vielen Herren Unrecht tut.

Herren machen einen verdammt guten Job. Das muss hier ganz deutlich gesagt werden. Damen jedoch auch.

Vielfalt macht resilient

Resilient sind die Länder, die die Chancengleichheit auch sonst weitgehend verwirklichen. Diese Länder sind des weiteren wirtschaftlich erfolgreicher und glücklicher.

Diversity führt auch unternehmerisch zum nachhaltigen Erfolg. Ein Mix aus Geschlecht, Alter und Herkunft führt zum nachhaltigen Erfolg. Der Diversity verpflichtete Unternehmen sind an der börse profitabler, produktiver und wertvoller.

Gender-Ausblick

Backlash oder drei Schritte nach vorne? Wir haben die Wahl. Schauen wir zurück, bevor wir den Blick nach vorn richten. Waren es nicht auch die Trümmerfrauen die fast alles aufgebaut haben? Und wer hat Ihnen die Basics des Lebens beigebracht?

Ich möchte nicht sagen, dass an Frauen in der Elite kein Weg vorbeiführt. Nein.

Aber es gibt einen Weg, der ins Abseits führt. Und einen gendergerechten Weg, der Sie und Ihr Unternehmen nach den Sternen greifen lässt.

Die Frage lautet nur: Wohin wollen Sie?

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Hegel for Business – Denken Sie über das Denken nach

In dieser Woche wäre Hegel 250 Jahre alt geworden. Wir zelebrieren seinen Geburtstag, wie es sich gehört, am Wochenende. Zuerst schauen wir uns seine philosophischen Errungenschaften kurz und knapp an – Hegel to go – sozusagen. Des Weiteren stellen wir diese in einen wirtschaftlichen Bezug. Doch zuerst widmen wir uns dem Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Philosophie.

Philosophie und Wirtschaftswissenschaft

Ursprünglich wollte ich ein Doppelstudium absolvieren: Philosophie und Betriebswirtschaft. Da es ein anspruchsvolles Unterfangen war, ging ich lieber zuvor zur Studienberatung meiner damaligen Heimatstadt Göttingen.

Was habe Philosophie mit Wirtschaft zu tun? – wurde ich da rhetorisch gefragt.
Viel – dachte ich schon damals.
Nun wird es hier kurz und kanapp zusammenfasst:

  1. Beide Disziplinen ringen um das glückliche Leben.
    Die Philosophie denkt darüber nach – ich denke also bin ich.
    Die Wirtschaft setzt am Anfang vereinfachend Glück mit Wohlstand gleich. Denken wir an die lang vorherrschenden Hungersnöte, wird das leicht nachvollziehbar.
    Und dann kommt die Wirtschaft ins Handeln: Mit Tauschen wird der Wohlstand und damit das Glück beider Tauschpartner vermehrt. Tauschpartner können auch Nationen sein, hier kommt die Volkswirtschaft ins Spiel.
    Geld erleichtert den Tauschvorgang erheblich. So erheblich, dass viele Wirtschaft mit Zahlenakrobatik gleichsetzen, was definitiv viel zu reduktionistisch ist.
  2. Die Philosophie versteht sich als eine übergeordnete Disziplin.
    Das heißt, die Philpsophie philosophiert auch über die Wirtschaftswissenschaften an sich.
    Bekanntlich denkt sie über das Denken nach.
    Denken über das Denken hat noch keiner wissenschaftlichen Disziplin geschadet – auch den Wirtschaftswissenschaften nicht.
  3. Philosophen tauschen Wissen.
    Wirtschaft beschäftigt sich mit dem Tausch von Waren und Dienstleistungen. Wissen kann auch als eine Dienstleistung verstanden werden.
    Aber vielleicht sind hier die Wirtschaftswissenschaften noch nicht so weit. Es wäre jedoch ein guter Forschungsansatz für beide Disziplinen.
  4. Um sich tief philosophischen Fragestellungen widmen zu können, sollte der oder die Denkende zumindest einen Dach über dem Kopf und ein gesichertes Einkommen haben. Daher ist die Philosophie geschichtlich in wirtschaftlich prosperierenden Zeiten entstanden.

Prosperierende Wirtschaft, im Sinne eines gesicherten Einkommens, ist daher die Bedingung für die Philosophie. Gleichzeitig bildet die Philosophie die wissenschaftliche Grundlage für die Wirtschaftswissenschaften.

Studium Generale

Zurück zu meinem Werdegang: Da ich mich laut Studienberatung für ein Fach entscheiden sollte, wählte ich die Betriebswirtschaft und schwor mir, die Philosophie weiter zu betreiben – aus Leidenschaft.

In der Einführungsveranstaltung der BWL stellte der Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Georg August Universität klar, dass die Universität, so heiße, weil sie alles vereine: Universität komme vom Universal, dem umfassenden Charakter von Bildung.

Wissen könne nicht nach Fächern aufgespalten werden.

Das tue man, weil es der derzeitige wissenschaftliche Standard sei. Das sei jedoch ein Irrweg. Wir hätten die Möglichkeit ganz viele Vorlesungen, Seminare und Übungen aller Fakultäten zu besuchen. Das sollten wir auch nutzen. Bei mir stieß das auf ganz offene Ohren.

Ich schaute mir viele Angebote an und entschied mich mit Hegel – Wissenschaft der Logik – anzufangen. Der Philosophieprofessor hat mich überzeugt: Logik ist die Wurzel allen wissenschaftlichen Denkens. Also beschäftige ich mich ein Semester lang mittwochs zwischen 20 und 22 Uhr mit logischen Aussagekonstrukten. Wahr oder nicht wahr – lautete die Frage.

Hegel verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz

Das Wahre ist das Ganze.
Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendete Wesen“,
stellte Hegel heraus.

Schon Hegel macht uns auf den universalen Charakter der Bildung aufmerksam. Das ganzheitliche Denken, der umfassende Ansatz ist, laut Hegel, das einzig Wahre.

Jedoch geht Hegel noch viel weiter: Bildung ist nicht statisch, sondern dynamisch. Das, was wir als lebenslanges Lernen oder die lernende Organisation nun langsam begriffen haben. Mit Bezug auf Hegel fordere ich jedoch: Wir brauchen das lebenslange Forschen und die Forschende Organisation. Da sind erhebliche qualitative Unterschiede.

Hegels Dialektik

Auf Hegel geht die wissenschaftliche Dialektik zurück. Heute bezeichnen wir sie als These, Antithese und Synthese. Hegel stellt die Wichtigkeit einer umfassenden Meinungsbildung heraus, die die konträre Sicht einbezieht und schließlich zu einer Conclusion kommt, die jedoch stets vorläufig ist.

Wir wissen, dass alles ambiguativ ist. Unser Leben lehrt uns, dass das, was wir heute noch als richtig erachteten, sich morgen ganz anders darstellt. Daher ist auch Hegels Dialektik nicht statisch, sondern fließend. Unser Leben, einschließlich unserer Erkenntnis ist ein Fluß.

Mal fließt das Leben so langsam, dass wir die Bewegung kaum spüren. Dann wird es zum reißenden Fluß, auf dem wir mitgerissen werden. Mal stranden wir. Manchmal lassen wir uns mit der Strömung treiben. Heute treiben wir mit Hegel.

Hegel legt eine nachhaltige Sichtweise dar

Am besten gefällt mir persönlich Hegels Bild vom Samenkorn. Der Samen hat die archaische Tendenz aufzugehen und sich dann zur Pflanze zu verwandeln. Diese Pflanze trägt Früchte. Ihre Früchte bilden wiederum Samen. Hegel beschreibt diesen Kreislauf der Natur und stellt heraus, dass der ursprüngliche Zustand ganz aufgegeben werde, um sich schließlich wieder in den Ursprungszustand zu verwandeln.

Was würde wohl Hegel heute denken?

Hegel würde wohl denken, „dass die Naturzerstörung, die wir heute betreiben, nicht Ausdruck von zu viel Geist ist, sondern ein Ausdruck eines Mangels an Geist“ sei, stellt die Philosophieprofessorin Andrea Kern im Deutschlandfunk heraus.

Vielleicht stünde uns allen ein klein wenig mehr Geist gut zu Gesicht.

Forschende Organisation

Exploring Organization – die Forschende Organisation, meines Geistes Kind, hat ihren Ursprung auch bei Hegel.

Und mit Hegels Philosophie ähnlich – ist die Forschende Organisation dialektisch evolutionär, ganzheitlich und nachhaltig.

Kein leichtes Unterfangen.

Jedoch fordert uns exploratives Forschen zum inneren Wachstum heraus – und das macht definitiv glücklich!